Rhein-Pfalz Kreis Mit der Minigarde fing alles an
Bobenheim-Roxheim. Bei seinem Ordensfest am Samstag in der Jahnhalle hat der Bobenheimer Carnevalverein (BCV) Die Zellerieköpp eine Fasnachtsprinzessin gekrönt. Sara Rohde wird den Verein anlässlich seines 50-jährigen Bestehens in dieser Saison repräsentieren. „So richtig närrisch bin ich selten, aber die Fasnacht ist meine größte Leidenschaft“, sagt die junge Frau im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Für die 25-Jährige ist mit dem Krönungsball am Samstag ein Mädchentraum in Erfüllung gegangen. Im Gegensatz zu manch anderen Karnevalvereinen inthronisieren die Zellerieköpp nur in Jubiläumsjahren eine Prinzessin, zuletzt war dies vor sechs Jahren zum närrischen 44. Jubiläum der Fall. Als Vorstandsmitglied des BCV war Sara Rohde von Anfang an in die Jubiläumsvorbereitungen einbezogen. Als die Idee aufkam, eine Prinzessin zu krönen, zögerte sie nicht lange, Sitzungspräsident Stefan Köglmeier anzusprechen: „Es wäre mir eine Ehre ...“ Der vollen Unterstützung durch ihre Familie konnte sich Sara dabei sicher sein, denn die Eltern gehören seit Jahren dem BCV-Beirat an. Auch der Freund habe spontan zu ihr gesagt: „Ja klar, mach das!“ Er selbst könne das Getue um die Fasnacht zwar nicht so ganz nachvollziehen, aber dass er seine Freundin im Amt der Prinzessin unterstützt, betrachte er als Ehrensache. Zur Fasnacht kam die Familie vor Jahren durch Tochter Sara. „Schon als Dreijährige habe ich die Gardetänzerinnen bewundert und wollte das unbedingt mal selbst machen“, erzählt sie. Mit acht Jahren stand sie zum ersten Mal mit der Minigarde auf der Bühne. Seitdem hat sie diese Leidenschaft nicht mehr losgelassen, wenig später steckte sie die jüngere Schwester damit an. Die Mutter begleitete die beiden selbstverständlich, half beim Ankleiden und fieberte vor oder hinter der Bühne bei den Auftritten mit. Seit drei Jahren hat Sara den aktiven Gardetanz aufgeben und trainiert die Große Garde des BCV. „Auf der Bühne stehen und gleichzeitig Trainerin sein, das hat irgendwann nicht mehr gepasst“, erklärt die sportliche junge Frau. Denn auch wenn alles so locker aussieht, ist Gardetanz Leistungssport, und kleinste Fehler fallen gerade im Marschtanz sofort auf. „Da muss ich mich darauf konzentrieren, dass alles synchron ist und kann nicht noch selbst mittanzen.“ Mit der Vorstandsarbeit im Karnevalverein und dem Training der Garde ist die Freizeit der gelernten Bankkauffrau gut gefüllt. Dennoch sieht Sara Rohde die Zeit als Prinzessin Sara I. als „positiven Stress“. Nach dem Krönungsball warten viele weitere Auftritte auf sie, meist am Wochenende. „Ich habe zum Glück eine gute Freundin, die mir hilft.“ Gut zwei Stunden brauchen die beiden ungefähr, bis Frisur und Make-up der Hoheit perfekt sind. Das Ankleiden gehe dann recht schnell. Schnell ging auch der Kleiderkauf. Zwar hat Sara Rohde lange gesucht und Prinzessinnen anderer Vereine um Rat gefragt, wo man denn da so hingehe. Fündig geworden ist sie schließlich in einem türkischen Brautmodegeschäft in Ludwigshafen. „Dort hat mir die Verkäuferin ein Kleid gezeigt, und das war es“, erinnert sich Sara. Trotzdem: Die spontane Entscheidung hat sie noch einmal überschlafen, bevor sie am nächsten Tag mit ihrer Mutter das Traumkleid holte. Weil es ziemlich ausladend und nicht für jeden ihrer Amtsauftritte passend ist, entschied sich die Prinzessin für ein zweites, etwas schlichteres Kleid. Obwohl sich Sara Rohde durchaus als humorvoll bezeichnet: Den Weg in die Fasnachtsbütt hat sie nie gewagt. „Das würde ich mir nie zutrauen“, sagt sie. „Meine Leidenschaft ist eindeutig das Tanzen.“ (evg)