Rhein-Pfalz Kreis Messstelle dreimal so teuer wie gedacht

Die Brunnen im Wohngebiet Schlossgarten müssen ersetzt und ergänzt werden. Jetzt droht das Grundwasserprojekt teurer zu werden.
Die Brunnen im Wohngebiet Schlossgarten müssen ersetzt und ergänzt werden. Jetzt droht das Grundwasserprojekt teurer zu werden.

Dass der Bau der drei Brunnen, die das Grundwasser im Wohngebiet Schlossgarten absenken sollen, deutlich teurer als kalkuliert wird, zeichnet sich bereits ab. Für das Einrichten einer Messstelle, die die Grundwasserstände anzeigt, liegt das günstigste Firmenangebot bei rund 11.500 Euro. Die Mehrheit des Lambsheimer Gemeinderats hat das Angebot angenommen. Grüne und FDP stehen dem Projekt nach wie vor kritisch gegenüber.

„Ich glaube, wir versenken ganz viel Geld“, resümierte der Liberale Gunter Steuer. Auch Ortsbürgermeister Herbert Knoll (CDU) bedauerte die Entwicklung. „Es ist schwer, Firmen zu finden, die Brunnen bauen. Und die Preise explodieren“, sagte Knoll. Ursprünglich war der Bau einer Messstelle vom Planungsbüro Björnsen auf 3600 Euro geschätzt worden. Aber schon beim Leistungsverzeichnis kam man auf 8000 Euro. Die drei abgegebenen Angebote liegen nun zwischen 11.500 und rund 13.800 Euro. „Das ist ein stolzer Betrag“, meinte Knoll. Verwaltung und Rat befürchten, dass damit auch die Gesamtkosten, die auf 183.000 Euro brutto geschätzt wurden, am Ende sehr viel höher ausfallen werden. Das Bauamt der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim hat deshalb das Planungsbüro gebeten, die Kostenkalkulation zu überprüfen. Die Messstelle soll auf einem ehemaligen Kinderspielplatz eingerichtet werden, um die tatsächlichen Grundwasserpegel dauerhaft zu kontrollieren. Sie ist aber auch nötig, um die drei neuen Tiefbrunnen planen zu können. Die Gemeinde stehe unter Druck, rief Bürgermeister Knoll in Erinnerung. Falls ein nasses Jahr komme, könne die Gemeinde nicht die Garantie erfüllen, dass zwischen Wasserpegel und Bodenunterkante der Keller ein Abstand von mindestens 20 Zentimetern ist. Dann drohe ein „hohes Haftungsrisiko“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Zunächst habe man auf die wasserrechtliche Genehmigung warten müssen, erklärte Bauamtsleiterin Sabine Josy den zeitlichen Verzug seit der Grundsatzentscheidung für den Bau der Brunnen. Über die Art des Angebotsverfahrens zeigte sich SPD-Sprecher Frank Franck unglücklich. Die Ludwigshafener Firma Rebelein, die als günstiger Anbieter den Zuschlag bekommt, hatte eine Position vergessen. Obwohl der Höchstpreis dieser Position auf ihr Angebot geschlagen worden war, lag die Firma immer noch unter den Preisen der Konkurrenten, und sie bleibt Favorit. „Das sieht irgendwie nach Gemauschel aus“, sagte Franck. Nachverhandeln könne man nicht, die Vorgehensweise sei korrekt, antwortete Josy. Dass die Posten zu hoch und drei Angebote zu wenig seien, schreckte Dietmar Tartter (FDP) ab, der dagegen stimmte, während sich sein Fraktionskollege Gunter Steuer sowie die beiden Grünen-Vertreter enthielten. Steuer vermisste entscheidende Informationen, wie tief gebohrt werde und was mit bestehenden Messstellen passiere. Die Stelle werde bis in den unteren Teil des oberen Grundwasserleiters reichen und den oberflächennahen Bereich eines Flachbrunnens kontrollieren, informierte Josy. Wie mehrfach berichtet, ist der vorhandene Brunnen in dem Gebiet verockert und funktioniert nicht mehr richtig. Um das Wasser ausreichend abzusenken, sei nicht nur ein Ersatz, sondern der Bau zweier weiterer Tiefbrunnen erforderlich, riet das Planungsbüro Björnsen. Nach Diskussionen in den Gremien und einer Bürgerbefragung entschied sich die Gemeinde dafür, sich weiter verantwortlich für das Regulieren des Grundwassers zu fühlen, für den Bau der Brunnen zu sorgen und 20 Prozent der Kosten zu übernehmen. Der Großteil wird auf die Grundstückseigentümer umgelegt. Ihre Beiträge würden von bisher jährlich 1,26 Euro pro gewichtetem Quadratmeter auf 2,06 Euro steigen – falls es bei der ursprünglichen Kostenkalkulation bleibt.

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