HARTHAUSEN RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Platz für Baugebiete gewünscht

Ortskern von Harthausen: Laut Planungsbüro gibt es hier noch viele Baulücken.
Ortskern von Harthausen: Laut Planungsbüro gibt es hier noch viele Baulücken.

Harthausen beharrt auf seinen im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen ausgewiesenen 7,3 Hektar für die aktuelle und künftige Wohnbebauung. Der einstimmige Beschluss des Ortsgemeinderats am Donnerstagabend, bei der Plan-Neuaufstellung keine potenziellen Bauflächen zu streichen, schränkt nach Meinung des Planungsbüros Piske die anderen Kommunen der Verbandsgemeinde in ihren Möglichkeiten ein.

Hintergrund ist die Teilfortschreibung des einheitlichen Regionalplans der Metropolregion Rhein-Neckar. Der sieht für Harthausen lediglich einen Wohnflächenbedarf von 1,5 Hektar vor, konstatiert einen „Überhang“ von 5,8 Hektar. Dazu Ulrich Villinger vom Planungsbüro Piske: „Allerdings darf das insgesamt der Verbandsgemeinde zugestandene Wohnbauflächen-Entwicklungspotential nicht überschritten werden.“ Konkret: Im Zeitraum von 15 Jahren wird Römerberg ein Bedarf von 13,7 Hektar zugestanden, Dudenhofen 8,4 Hektar, Hanhofen 1,2 Hektar und Harthausen statt der beabsichtigten 7,3 lediglich 1,5 Hektar.

Eine Alternative sieht Villinger in der Schließung von Baulücken innerhalb der alten Ortslage mit 46 freien Flächen und in den seit Jahren erschlossenen Gebieten Nord und Ost. Hier zählte er 32 unbebaute Grundstücke. Seine „realistische“ Annahme: „Baulücken im Altortbereich werden innerhalb der nächsten 15 Jahre zu maximal 30 Prozent aktiviert.“ In den Neubaugebieten würden auf 25 Jahre allein aus dem Grund des späteren familiären Eigenbedarfs rund 20 Prozent der Freiflächen nicht bebaut.

Baugebiet wird erschlossen

Bereits auf den Weg brachte Harthausen den Bebauungsplan „Südlich Wooggraben – Teilbereich Ost“. Im weitgehend energieautonomen Quartier „Smart City“ zwischen Hainbach, Speyerer Straße und ehemaliger Kläranlage sollen auf 1,6 Hektar 35 Wohneinheiten entstehen. Für das Baugebiet „Südlich Wooggraben – Teilbereich West“ (nördlicher Ortsrand, Neubaufläche rund 1,3 Hektar) verabschiedete der Rat am Donnerstagabend den Erschließungsvertrag mit den Pfalzwerken. Rechtskräftig ist der Bebauungsplan (0,2 Hektar) „Nördlich Werner Schreiner Straße“.

An „Außenreserven“ hat Harthausen im Flächennutzungsplan angrenzend an Mittelweg und Lehmgruberweg 2,8 Hektar als eventuelle Siedlungsfläche vorgesehen. Südlich Wooggraben sind es 1,8 Hektar (Brühläcker/Teilbereich Mitte), plus 0,6 Hektar (Speyerer Straße hinter den Gärten/Teilbereich Südwest). Dazu kommen 0,3 Hektar nördlich der Schönbrückstraße und 0,8 Hektar zwischen Schwegenheimer und Heiligensteiner Straße. Zwei gewerbliche Baulücken von 0,5 Hektar machte Villinger im Gewerbegebiet „Pfaffensee“ aus.

Im Dezember 2019 hatten CDU und SPD für den Bau einer neuen Kindertagesstätte und eines neuen Feuerwehrgerätehauses zwischen Ortsausgang Richtung Hanhofen und Gewerbegebiet Kohlplatte plädiert. Für den Standort gegenüber des Seniorenwohnheims sprächen die gute Verkehrsanbindung an die K 26 – für die Feuerwehr ein idealer Ausgangspunkt für Einsätze auch in Hanhofen –, ausreichend Parkplätze, Raum für eine geräumige Kita-Außenfläche sowie die Nähe zum Wald mit Spiel- und Ausflugsgelegenheiten. Eventuell könne auch der Bauhof dort angesiedelt werden. Als Zeithorizont erster Schritte dahin vermutete CDU-Fraktionssprecher Andreas Heck „mindestens die nächste Legislaturperiode“.

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