Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Maxdorf: Die Feuerwehr braucht Unterstützung

Bei den Einsätzen werden die Wehrleute von allen wahrgenommen – aber viel Arbeit findet auch davor und danach im Feuerwehrgeräte
Bei den Einsätzen werden die Wehrleute von allen wahrgenommen – aber viel Arbeit findet auch davor und danach im Feuerwehrgerätehaus statt. Foto: dpa

Sie rückt aus, um andere vor Gefahren zu retten oder ihnen nach Unfällen zu helfen, bringt sich vielfältig ins Dorfleben ein und, und, und. Doch irgendwann erreicht die Freiwillige Feuerwehr ihre Grenzen. Deshalb sollen die Maxdorfer Kameraden nun einen zweiten hauptamtlichen Gerätewart bekommen.

In trockenen Tüchern ist das Ganze noch nicht. Die Entscheidung muss der Verbandsgemeinderat erst noch treffen. Aber in der Sitzung am Dienstagabend hat Bürgermeister Paul Poje (CDU) die Ratsmitglieder schon einmal darüber informiert, dass er ihnen gemeinsam mit der Wehrleitung in einer der nächsten Sitzungen vorschlagen wird, die Stelle eines zweiten hauptamtlichen Gerätewarts auszuschreiben.

Grund dafür ist, dass die Feuerwehr der Verbandsgemeinde drei Wehren umfasst – in Birkenheide, Fußgönheim und Maxdorf – mit drei Gebäuden, dem jeweiligen Fuhrpark sowie der kompletten Ausrüstung. Das alles müsse regelmäßig gewartet beziehungsweise instandgehalten werden. „Es müssen oft Projekte vorbereitet und täglich Dinge repariert werden“, sagt der Rathauschef. Deswegen werde jemand mit einer handwerklichen Ausbildung gesucht, zum Beispiel ein Elektriker. Die Kameraden versuchten schon, möglichst viel in Eigenleistung zu erledigen. Doch ihr Engagement gehe weit über das hinaus, was von ihnen erwartet werden könne und was sie leisten sollten. „Zumal sie das alles ehrenamtlich neben ihrem eigentlichen Beruf machen, während andere längst zu Hause den Feierabend genießen.“

Arbeitspensum nicht alleine zu bewältigen

Der bisherige hauptamtliche Gerätewart könne das Arbeitspensum einfach nicht mehr alleine bewältigen. „Die zusätzliche Stelle würde aber auch unsere Verwaltung enorm entlasten“, erklärt Poje. Denn bisher müsse bei einer anstehenden Reparatur jedes Mal ein Mitarbeiter zur jeweiligen Wehr fahren, um sich das vor Ort anzuschauen und anschließend geeignete externe Firmen zu finden. Der zweite Gerätewart solle solche Dinge künftig entweder selbst erledigen oder eigenständig an Fachfirmen vergeben.

Um dem Bürgermeister den Rücken zu stärken und eventuelle Fragen zu beantworten, sind etwa 35 Feuerwehrleute aus allen Ortsgemeinden zur Ratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Birkenheide erschienen – angeführt von Wehrleiter Rainer Schädlich. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ erläutert er: „Der zusätzliche Gerätewart soll neben einer Feuerwehrausbildung deswegen ein ausgebildeter Handwerker sein – am besten ein Elektriker –, damit er die erforderlichen elektrischen Prüfungen unserer Geräte selbst vornehmen kann. Dann müssten wir dafür keine Fremdfirmen mehr beauftragen.“

Eine Art Taskforce soll gebildet werden

Sollte doch einmal externe Hilfe nötig werden, könne er diese anfordern und koordinieren und stets für Termine mit den benötigten Firmen im jeweiligen Gerätehaus sein. So ließen sich Termine einfacher und schneller finden. „Bisher muss das immer über die Verwaltung laufen, die ebenfalls stark belastet ist, wodurch ein großer Zeitverzug entsteht. Es geht also auch um ein besseres Zeit- und Qualitätsmanagement“, sagt der Experte. Zudem solle der neue Kamerad mit dem jetzigen Gerätewart und der Freiwilliges-soziales-Jahr-Kraft eine Taskforce bilden, sodass immer jemand in der Leitstelle erreichbar ist. Nicht zuletzt könnten sich die beiden Gerätewarte bei Urlauben und Erkrankungen gegenseitig vertreten.

Der Rat scheint dem Vorhaben positiv gegenüber zu stehen. So findet Alfons Wiebelskircher (SPD): „Dass wir jemanden für unsere Feuerwehr brauchen, steht außer Frage.“ Er hoffe und wünsche nur, dass es gelingt, den Richtigen oder die Richtige zu bekommen.

Zur Sache: Sonstige Ratsbeschlüsse

Ausstattung der Feuerwehr: Mit der Ausstattung der Wehr hat sich der Rat im nichtöffentlichen Teil beschäftigt. So benötigen die Kameraden eine Maschine, die ihre Atemschutzausrüstung reinigt und desinfiziert. Diese soll laut Bürgermeister Paul Poje (CDU) für rund 14.000 Euro erworben werden. Außerdem gibt’s für die Schutzkleidung eine Industriewaschmaschine (13.000 Euro) plus Trockenschrank (5000 Euro).

Tempokontrolle auf dem Land: Die Ratsmehrheit im Verbandsgemeinderat unterstützt das Vorhaben des Rhein-Pfalz-Kreises, die Tempokontrollen in den Gemeinden von der Polizei zu übernehmen. Diese sei damit nämlich überfordert, weshalb es in der Verbandsgemeinde seit Jahren keine regelmäßigen Kontrollen mehr gebe, obwohl Verstöße und Unfälle sich häuften, betont Poje. Die Ratsfraktionen legen jedoch Wert darauf, dass der Kommune keine zusätzlichen Kosten entstehen. „Uns stört, dass das Land immer mehr Aufgaben auf die Gemeinden abdrückt“, kritisiert Alfons Wiebelskircher (SPD). Ehe der Landkreis die entsprechende Zweckvereinbarung mit dem Ministerium unterschreibt, soll diese dem Rat noch einmal vorgelegt werden.

Neue Leitung in der Wiesenstraße: In der Wiesenstraße in Maxdorf fließt das Abwasser nicht gut ab. Zudem ist der Kanal beschädigt. Deshalb müsste die Leitung erneuert werden. Die geschätzten Kosten: 450.000 Euro. Die Verwaltung soll prüfen, ob es sinnvoll wäre, größer dimensionierte Rohre zu verlegen und den Kanal zum Rückstaukanal zu machen.

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