Rhein-Pfalz Kreis „Man kann effektiv helfen“

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Dudenhofen

/Ludwigshafen. In der Luftrettung ist Hohenegger seit 2012 tätig. „Damals wurde die Stelle auf dem Hubschrauber ausgeschrieben. Ich habe mich beworben und wurde aus 80 internen Bewerbern ausgewählt“, erzählt er. Vorausgesetzt wurden medizinische Kenntnisse und fünf Jahre Erfahrung im Rettungsdienst. Damit nicht genug: Die fünf besten Kandidaten mussten mit jedem der drei „Christoph 5“-Piloten fliegen. „Da ging es um situative Aufmerksamkeit, Navigation, Luftraumbeobachtung, das Abarbeiten von Checklisten“, verrät der 38-Jährige. Denn ein Notfallsanitäter müsse den Piloten unterstützen, indem er viele Aufgaben eines Co-Piloten übernimmt. „Nur fliegen kann ich das Ding nicht“, sagt Hohenegger und lächelt. Nach der Bewertung durch die Piloten wurde er mit einem Kollegen für den Job ausgewählt und zu einem Ausbildungskurs an die HEMS-Akademie der ADAC Luftrettung geschickt. HEMS ist die Kurzform für die englische Bezeichnung „Helicopter Emergency Medical Service“, was sich mit Medizinischer-Notfall-Hubschrauber-Dienst übersetzen lässt. An dieser Akademie erhalten Hubschrauberpiloten, Notärzte und Notfallsanitäter im Luftrettungsdienst ein auf ihre Berufsgruppe zugeschnittenes Training. Eine „Christoph 5“-Schicht dauert von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Im Sommer geht es daher um 6.30 Uhr los. „Im Winter haben wir fast die Arbeitszeit normaler Arbeitnehmer“, erklärt Hohenegger. Entgegen der landläufigen Meinung fliege „Christoph 5“ längst nicht nur zu schweren Unfällen. „Die meisten Einsätze sind internistische Notfälle wie Herzstillstände, Hirnblutungen oder Krampfanfälle“, klärt er auf. Zudem werde der Rettungshubschrauber vor allem angefordert, wenn ein akutverletzter Patient vom nächstgelegenen Krankenhaus weit entfernt oder selbst für den Rettungswagen schwer zu erreichen ist. Als Beispiel nennt der Experte Notfälle im Pfälzerwald. „Wir sind eigentlich immer viel unterwegs, besonders im Sommer“, erzählt er. Wird der Hubschrauber alarmiert, rücke parallel immer der Rettungswagen mit aus. Denn der Helikopter hebe zwar nach spätestens zwei Minuten ab, „aber wir können nicht bei jedem vor der Haustür landen, und es zählt nun mal jede Sekunde“, erläutert Hohenegger. Mit Hilfe der bodengestützten Rettungskräfte werde die gesetzliche Hilfsfrist von 15 Minuten immer gewahrt. Alternativ werde „Christoph 5“ von Rettungswagen oder Notärzten nachalarmiert. Bei 1250 Einsätzen ist Hohenegger schon mitgeflogen, seit er die Stelle vor fünf Jahren antrat. Klingt anstrengend und stressig, doch für den 38-jährigen Familienvater ist es der Traumberuf. „Das wollte ich eigentlich schon vom Anfang meines Berufslebens an machen“, verrät er. Den Grundstein dafür habe vermutlich der Kontakt zu seinem Onkel gelegt, der beim Südtiroler Rettungsdienst beschäftigt ist. Den Reiz beschreibt er so: „Man kann im Rettungsdienst viel bewegen, Patienten in Not sehr effektiv helfen. Das gibt einem viel zurück.“ Zunächst arbeitete Hohenegger aber viele Jahre als Fachpfleger für Intensivpflege in Krankenhäusern, ehe er 2007 in den Rettungsdienst wechselte. Belasten die Erlebnisse und Eindrücke ihn? „Normalerweise nicht. Was für die Betroffenen ein einschneidendes Erlebnis ist, ist für uns meist Alltag“, erläutert er. Trotzdem gehe keiner im Team emotionslos an die Sache heran. Und einige Ausnahmen machten einem dann doch zu schaffen, zum Beispiel, wenn es sich bei den Patienten um sehr junge Kinder handelt – Hohenegger hat selbst zwei Söhne (vier und sieben Jahre) –, ein Patient auf dem Weg ins Krankenhaus verstirbt oder man die Reaktion der Angehörigen miterlebt. „Im Hubschrauber funktionieren wir, das kommt hinterher“, ergänzt er. „Wir sind ein eingeschworenes Team und reden dann nach solchen Einsätzen darüber.“ Was ihm außerdem hilft: Mit seiner Frau kann er ebenfalls über alles reden, falls ihn nach Feierabend noch etwas beschäftigt. Die ist nämlich Ärztin und versteht genau, wovon er spricht. Immer ist Hohenegger aber nicht mit „Christoph 5“ unterwegs. Wie die anderen Notfallsanitäter ist er zu 50 Prozent beim Deutschen Roten Kreuz angestellt. Das bedeutet: Zwei Wochen ist er beim Rettungshubschrauber stationiert, dann fungiert er zwei Wochen als Springer, hilft also dort aus, wo gerade Bedarf herrscht, und zwei Wochen ist er in der Rettungsleitstelle beschäftigt. Dann beginnt der Turnus von vorne. Langweilig wird ihm auch zu Hause nicht. „Die Jungs sorgen für Beschäftigung“, sagt er und lacht. Seine Freizeit verbringt Hohenegger neben der Familie gerne mit Sport, früher mit Wasserball, heute vor allem mit Laufen. Und Hohenegger wandert gerne. Im Internet ist er ebenfalls aktiv, „wenn die Kinder schlafen“. So betreut er die inoffizielle „Christoph 5“-Homepage, schreibt Expertenbeiträge für Fachmagazine und fotografiert viel, wenn auch „nur mit dem Handy“. Die Fotos teilt er online, zum Beispiel auf der Plattform Instagram.

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