Speyerer Umland
Makler zum Immobilienmarkt: „Es werden Höchstpreise bezahlt“
Herr Riegel, für Grundstücke und Immobilien im Speyerer Umland gibt es zum Teil hunderte Interessenten. Was macht die Gemeinden dort so attraktiv? Oder sind sie einfach nur ein Überlaufbecken für Speyer?
Wir haben seit Jahren eine sogenannte Stadtflucht, weil sich viele Menschen die Immobilien dort nicht mehr leisten können. Deshalb zieht es die Menschen in die Randgebiete der Städte. Die Preise sind dort exorbitant gestiegen. Bauplätze sind im Moment wie Gold.
In welcher Spanne bewegen sich die Preise dort derzeit?
Die Preise für Baugrundstücke sind abhängig von Ort, Lage und Infrastruktur. Bahnanschluss und Busverbindungen sind dabei ebenso Kriterien wie die Nähe zur Autobahn, Schulen, Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten. Im Umland reichen die Preise von zirka 550 bis 900 Euro pro Quadratmeter. In Speyer geht es mit 1000 Euro erst los. Und gegen zum Beispiel Karlsruhe ist das immer noch günstig. Der Bodenrichtwert interessiert die Leute nicht mehr. Für unbebaute Grundstücke wird zum Teil das doppelte beziehungsweise dreifache aufgerufen.
Gibt es Unterschiede zwischen den Orten im Speyerer Umland?
Am beliebtesten sind Dudenhofen, die Römerberger Ortsteile Berghausen und Heiligenstein – Mechtersheim ist etwas günstiger – sowie Limburgerhof. Die liegen fast gleichauf mit Speyer. Waldsee, Otterstadt, Harthausen und Lingenfeld sind dahinter ungefähr auf einem Level. Auch Schwegenheim hat sich gemacht durch die Infrastruktur. Hanhofen ist noch etwas günstiger, was auch daran liegt, dass es dort vergleichsweise wenig Infrastruktur gibt.
Ist der Gipfel der Fahnenstange schon erreicht oder wird die Nachfrage, werden die Preise weiter steigen?
Es zeichnet sich der Trend ab, dass die Preise je nach Region und Lage meines Erachtens dieses Jahr um 3 bis 7 Prozent steigen werden. Gründe sind zum einen die niedrigen Zinsen. Wer zu viel Geld auf der Bank hat, muss unter Umständen sogar Strafzinsen zahlen. Außerdem gibt es schlicht zu wenig Wohnraum für die Menschen. Und Corona hat der Nachfrage nicht geschadet, im Gegenteil: Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine eigene Immobilie ist. Corona hat dazu geführt, dass die Menschen in ihren Wohnungen – schlimmstenfalls ohne Balkon – eingesperrt waren.
Wie sieht der typische Immobiliensuchende im Speyerer Umland aus? Haben weniger gut betuchte überhaupt noch eine Chance, dort etwas zu finden?
Den typischen Immobiliensuchenden gibt es nicht. Für ärmerer Menschen ist es schwer, in der Region etwas zu finden. Kürzlich war zum Beispiel eine Frau hier, die nur wenig Rente bekommt und nur bis zu 300 Euro Miete für eine Wohnung zahlen kann ...
Wo muss derjenige, der eine Immobilie sucht, hingehen, um noch etwas Bezahlbares zu finden?
Vielleicht ins Elmsteiner Tal, aber mittlerweile wird auch das beliebt ... Für das Speyerer Umland gilt: Es werden Höchstpreise gezahlt, aber es wird auch nicht gekauft um jeden Preis. Der Wert einer Immobilie muss schon noch in einem realistischen Verhältnis zum Preis stehen.
Sie selbst stammen aus Speyer, wohnen aber seit 25 Jahren in Harthausen. Was gefällt Ihnen an dem Dorf?
Es ist ein toller Ort. Es gibt einen Supermarkt, Ärzte, eine gute Verkehrsanbindung. Auch der Freizeitwert ist gut, man kann zum Beispiel in den Wald. Früher war ich hier auch als Fußball-Trainer beim ASV tätig.