Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Müll an der Wäscheleine: Das Problem sichtbar machen

Wollen, dass Dudenhofen sauberer wird: (von links) Oliver Schollenberger, Bernhard Staudenmayer, Jürgen Hook, Thomas Strickling
Wollen, dass Dudenhofen sauberer wird: (von links) Oliver Schollenberger, Bernhard Staudenmayer, Jürgen Hook, Thomas Strickling und Petra Hook.

Wilder Müll ist dem Dudenhofener Bürgermeister Jürgen Hook (SPD) ein Dorn im Auge. Die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren ist – neben dem Aufspüren der Verursacher – eines der Ziele. Gemeinsam mit engagierten Bürgern hat Hook jetzt ein Projekt gestartet.

Fast mutet es wie eine Kunstinstallation an, was seit Anfang der Woche vor dem Dudenhofener Rathaus zu sehen ist. Zwei durchsichtige Turmbehältnisse mit einem Fassungsvermögen von je 600 Litern sind auf dem Konrad-Adenauer-Platz, am Zugang zur Verwaltung, aufgebaut. Verbunden sind sie mit drei langen Wäscheleinen. An diese können Bürger Müll klammern, den sie auf Plätzen, Wegen und in der Natur entdeckt haben.

„Wir wollen den Dreck sichtbar machen, indem er aufgehängt wird“, erklärt Hook im Gespräch mit der RHEINPFALZ. In den Abendstunden kümmerten sich Mitarbeiter des Bauhofes täglich darum, das unliebsame Sammelgut in die vorhandenen Behälter zu werfen. „So kann jeder Passant beobachten, wie der Abfallberg binnen kurzer Zeit wächst“, verdeutlicht Hook. Schon am Tag des Aufbaus wurde binnen zehn Minuten etlicher Unrat entdeckt und auf die Leine gehängt – darunter drei Plastiksäcke, die einst mit Erde befüllt waren.

Optisch ansprechend gestaltet wurden die Behältnisse von Hooks Ehefrau Petra. „Erst habe ich mir zum Thema Gedanken gemacht, mich durch Beiträge im Internet inspirieren lassen und schließlich ist langsam etwas entstanden, das Symbolkraft hat“, erzählt sie. Während auf dem links platzierten Behälter ein Erdball zu sehen ist, aus dem wilder Müll herausquillt – der Ausgangspunkt sozusagen –, ist auf dem rechten Turm ein Erdball mit strahlenden Kindergesichtern ringsum zu sehen. „Das ist das Ziel, das wir erreichen wollen“, betont Petra Hook.

Leine hängt vier Wochen

Eine Anleitung für den Weg zu einer gesunden Umwelt ist auf einem dritten Kunstobjekt zu finden, das mit Hilfe von Hashtags die Brücke zu den modernen Medien schlägt. Auf einer To-do-Liste sind die wichtigsten Punkte abgehakt, die es für eine saubere Zukunft zu beachten gilt: Dreck einsammeln, Dreck sichtbar machen und Dreck vermeiden.

Jürgen Hook ist dankbar, dass viele für ein müllfreies Dudenhofen an einem Strang ziehen. Darin schließt er auch das bürgerschaftliche Engagement von Markus Sturm und Thomas Strickling ein. „Wir müssen proaktiv etwas tun“, sagt Strickling, der das fehlende Umweltbewusstsein kritisiert. Durch den Dreck-Weg-Tag hat er sich motiviert gefühlt, noch mehr für seine Wohngemeinde zu tun. Das gleiche gilt für Sturm, der immer einen Müllsack in der Fahrradtasche hat, um bei Bedarf wild Entsorgtes einsammeln zu können.

Insgesamt vier Wochen soll die Wäscheleine-Aktion dauern. Von der Nachhaltigkeit ist Hook überzeugt: „Ich verspreche mir viel davon, denn wir haben deutlich gemacht, dass es nicht nur beim Dreck-weg-Tag bleiben darf, sondern dass es Aktionen darüber hinaus gibt.“ Eine nächste Idee ist bereits in Umsetzung. Die Künstler Oliver Schollenberger, Bernhard Staudenmayer und René Burjak haben dafür ihre Schaffenskraft zur Verfügung gestellt. Worauf genau es hinauslaufen wird, soll noch nicht verraten werden. Fakt ist, so Hook: „Sie stehen für das Motto saubere Umwelt.“

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