Rhein-Pfalz Kreis Mängel künftig online melden

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Mit dem Ziel einer papierlosen Verwaltung für die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim will Bürgermeister Michael Reith (SPD) auch den Bürgern mehr Service bieten. So sei angedacht, Satzungen online zu stellen und möglicherweise einen Mängelmelder einzuführen, erläuterte er im Lambsheimer Rat. Die FDP hatte nachgehakt, wie sich die Verwaltung aufs digitale Zeitalter eingestellt hat.

„Wenn Bürger ein Loch in der Straße sehen, das geflickt werden muss, können sie ein Foto machen und es direkt über den Mängelmelder an die Verwaltung schicken“, schilderte Bürgermeister Reith den Dienst, den er in Erwägung ziehen möchte. Künftig sollen auch wieder Satzungen online abrufbar seien. Rege genutzt werde das Kontaktformular auf der Internetseite der Verwaltung, wo die Bürger seit 2014 ihr Anliegen beschreiben können, falls sie niemanden telefonisch erreichen. Die telefonische Erreichbarkeit der Verwaltung, die von einem Bürger in der Einwohnerfragestunde bemängelt wurde, sollte dennoch eigentlich gewährleistet sein, sagte Reith. „Wenn ein Mitarbeiter nicht abnimmt, stellt die Telefonanlage auf einen anderen Mitarbeiter der Abteilung um und schließlich auf die Zentrale.“ Einen digitalen Posteingang besaßen 2016 nur drei Prozent der rheinland-pfälzischen Verwaltungen, hat der stellvertretende Büroleiter Jens Kalkbrenner für seine Antwort auf die FDP-Anfrage recherchiert. Die VG Lambsheim-Heßheim besitze bereits Scanner, um die eingehende Post zu digitalisieren, elektronisch weiterzuleiten und zu archivieren, allerdings sei die Software Regisafe aus dem Jahr 2000 veraltet und ihr Einsatz „ein bisschen schwerfällig“, sagte Reith. Für die Aktualisierung seien fürs nächste Jahr 30.000 Euro eingeplant. Alle öffentlichen Ausschreibungen würden seit zwei Jahren nur noch über die digitale Vergabeplattform Subreport abgewickelt, der Friedhof digital verwaltet und Wahlscheine könnten online bestellt werden. Insofern habe sich die Verwaltung teilweise schon aufs digitale Zeitalter eingestellt, resümierte Reith. Geteilter Meinung war man im Rat, ob ein elektronisches Ticketsystem, wie es von IT-Unternehmen genutzt wird, sinnvoll sei. Bei Bürgeranfragen könnte dann ein Bearbeitungsvorgang aufgemacht werden, der von allen einsehbar ist und in dem der Stand der Abwicklung notiert ist. Frank Franck (SPD) frohlockte, dass dann bei Krankheiten einzelner Mitarbeiter Vorgänge von anderen weitergeführt werden könnten. Gunter Steuer (FDP) befürchtete Stress für die Mitarbeiter, wenn der Fortschritt einsehbar sei. Ralf Lenke (SPD) sprach von guten Erfahrungen an seinem Arbeitsplatz, der Frankenthaler Arbeitsagentur. „Wir müssen uns informieren, wie viel Aufwand damit verbunden ist“, meinte Reith. Nur neun Prozent der Verwaltungen landesweit nutzten ein solches System, und die Mehrheit habe nicht vor, es einzuführen, heißt es in der Sitzungsvorlage. Reith warb allerdings dafür, dass sich die Ratsmitglieder auf möglichst papierlose Sitzungen einlassen mögen. Die Verwaltung will die Voraussetzungen schaffen, in den Sitzungssälen eine Stromversorgung, WLAN-Verbindung und Beamer anzubieten. Kleinniedesheim und Heuchelheim hätten sich bereit erklärt, dabei als Pilotkommunen voranzuschreiten. Lambsheim hält Reith ebenfalls für ideal, weil der Rat im Verwaltungsgebäude tagt und die Voraussetzungen vorhanden seien.

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