Fussgönheim
Lothar Straßer und Günter Kaiser sind die Schaffer vom Heimatmuseum
„Er hat die Kompetenz, kennt sich am Bau bestens aus und er hat gute Kontakte zu Handwerkern“, sagt Andreas Sprinzl, Vorsitzender des Heimat- und Kulturkreises (HKK), über Lothar Straßer. Da lag es natürlich nahe, ihn zum Bauleiter des Projekts zu machen. Der 62-Jährige ist kein Mann großer Worte, er sieht was zu tun ist und packt an. Schon sein Vater sei im HKK gewesen und habe mitgeholfen, sagt er. Im Vereinsvorstand ist Straßer als erster Revisor für die Prüfung der Kasse und die Buchführung verantwortlich.
Von Beruf ist er Schlossermeister und hat seinen Betrieb nicht weit entfernt von der Baustelle des HKK in der Hauptstraße. In der Innung des Metallhandwerks Ludwigshafen-Frankenthal ist er stellvertretender Obermeister. „Seine Kontakte haben uns schon sehr geholfen“, sagt Sprinzl. Es sei wohl etwas anderes, wenn sich Handwerker untereinander unterhalten und ein kompetenter Mann wie Straßer könne die nötigen Arbeiten bestens erklären. Der Schlossermeister ist auch politisch engagiert und sitzt für die CDU im Ortsgemeinderat Fußgönheim.
Über 1000 Arbeitsstunden
Der zweite Schaffer ist Günter Kaiser. Er ist gelernter Kaufmann, aber mit 70 Jahren schon einige Zeit in Rente. Doch sein Gespür für Zahlen und sein Wissen über Buchführung stellt er dem HKK schon seit fünf Jahren als erster Kassierer zur Verfügung. Ebenfalls ein alteingesessener Fußgönheimer, sei er in einem Handwerkerhaushalt aufgewachsen. So habe er schon früh mitbekommen, was die verschiedenen Gewerke an einem Bau seien. „Wir verstehen uns ohne viele Worte“, sagt er über seine Zusammenarbeit mit Straßer.
Seit Februar vergangenen Jahres sind die beiden Schaffer fast jeden Werktag an der Baustelle zugange. „Es gibt noch ein paar weitere Helfer, aber die beiden haben mit Abstand das Meiste hier gemacht“, sagt Sprinzl. Kaiser ist auch derjenige, der über die freiwilligen Arbeitsstunden aller Helfer Buch führt. „Bis jetzt sind da schon über 1000 Stunden zusammengekommen“, sagt er. „Und die meisten sind von den beiden“, fügt Sprinzl an. „Wir machen aber auch mal Pause“, sagt Straßer, der nicht so gern im Mittelpunkt steht. Zum Bauleiter geworden sei er, weil der Vereinsvorstand ihn gefragt habe.
Experten gefragt
In dem ehemaligen Bankgebäude gibt es viel zu tun – nicht alles können Straßer, Kaiser und ihre Helfer alleine stemmen. Das Gebäude stammt aus den 1970er-Jahren, da müssen einige Sachen auch neu gemacht werden. Während des Gesprächs im früheren Schalterraum arbeitet an den Wänden ein Verputzer, denn die unebenen Flächen sind etwas für Profis. Und so gibt es noch ein paar andere Fachleute für spezielle Arbeiten, die meistens Straßer vermitteln kann. „Ich glaube, das hat uns schon sehr geholfen und auch Geld gespart“, meint Sprinzl. Die Gesamtkosten für das Projekt schätzt er auf 200.000 Euro. Bald soll hier das Heimatmuseum einziehen.
An der Stelle des heutigen VR-Gebäudes habe sich früher das Gesindehaus des Schlosses befunden. Daran sollen einige Bauelemente erinnern. Die neuen Fenster vorne sind deshalb Sprossenfenster geworden, erklärt Straßer. Schon weggeklopft haben das Duo und weitere Helfer die Steinfliesen des früheren Bank-Eingangs. Hier soll ein Sandsteinportal entstehen, das in Farbe und Bauweise den Portalen des direkt gegenüber liegenden Schlosses entspricht. Um Abstimmungen mit der Denkmalbehörde und die nötigen Genehmigungen kümmert sich der HKK-Vorstand. Das gilt auch für Anträge auf Zuschüsse von Behörden und Institutionen. „Das ist etwas, das er besser kann“, sagt Kaiser.
Helfer auf dem Bau seien immer willkommen, sagen die Schaffer. Es gebe viele Möglichkeiten, auch unter Corona-Hygienebedingungen etwas zu machen. Ohnehin achte der Verein sehr darauf, sicher und unter Beachtung der Auflagen zu arbeiten, sagt Sprinzl. Wenn alles gut läuft, soll im Herbst das Bankgebäude fertig werden und dann längerfristige Ausstellungen des HKK beherbergen. Dann gebe es aber noch weitere Arbeiten, etwa an der dahinter liegenden Museumsscheune.