Rhein-Pfalz Kreis Lokalpolitiker lehnen Einzäunung der Grundschule ab

Ein Zaun zwischen Spielplatz und Schulhof? Das sei kein Hindernis und zerstöre ein schönes Gelände, meinten Lokalpolitiker.
Ein Zaun zwischen Spielplatz und Schulhof? Das sei kein Hindernis und zerstöre ein schönes Gelände, meinten Lokalpolitiker.

Der Vandalismus in der Lambsheimer Karl-Wendel-Schule habe zugenommen. Das hatte Schulleiter Peter Bisson in einer Bauausschusssitzung der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim im April berichtet. Die Idee der Verwaltung, die Schule mit einem Zaun abzugrenzen, lehnten die Mitglieder des Schulträger- und Bauauschusses nun aber ab. Der offene Zugang zu den Toiletten und der Haupteingang sollen aber künftig geschlossen werden, um die Schule zum gesicherten und sicheren Raum zu machen.

Eigentlich ging es um zwei Zäune, doch nur einer war strittig. Dass der Schultrakt, der in einen Gemeindekindergarten umgebaut werden soll, abgegrenzt werden muss, ist zwingend und stand nicht zur Debatte. Diskutiert wurden aber die Abtrennungen zum vorderen Schulhof und Parkplatz hin sowie ein Zaunteil, der den Zutritt vom Spielplatz zum gepflasterten Schulhof verwehren und das Schulgelände so vor Vandalismus schützen soll. Der Spielplatz selbst ist im Norden ebenfalls durch einen Zaun geschützt, allerdings ist das Tor dort nicht verschlossen. Das hat seinen Grund, denn der Spielplatz ist mit Fördermitteln errichtet worden. Nach den Förderbestimmungen, erklärte Bauamtsleiterin Sabine Josy im Ausschuss, solle er jederzeit zugänglich sein. Für den neu zu errichtenden Zaun zwischen Spielplatz und Schulhof spricht laut Konrektorin Miriam Lüdemann als Vertreterin des Schulleiters, dass „hier viele Jugendliche sitzen“. Es gehe mal eine Lampe, mal eine Scheibe an der Kita kaputt. Der Bereich sei tatsächlich eine Problemzone, stellte sie fest. Wobei man zwar beziffern könne, was defekt sei, aber nicht den Umfang an Müll, Kippen und mehr. Als Alternative für einen Zaun dachten die Ausschussmitglieder auch über abendliche Rundgänge des Hausmeisters oder Überwachungskameras nach. Ein Zaun sei für diejenigen, die ins Gelände gelangen wollten, kein Hindernis, gab schließlich Frank Franck (SPD) zu bedenken. Er sei gegen den Zaun, dessen Kosten Architekten auf zirka 20 bis 25.000 Euro schätzten. „Wir verlagern damit das Problem auf die andere Seite des Zauns“, sagte er. Barbara Wahl-Eisenbarth (CDU) schloss sich dem Einwand an. „Die Fragezeichen für einen Zaun sind echt größer.“ Geld dafür in die Hand zu nehmen, sei unverhältnismäßig, vielleicht gebe es andere Lösungen, aber keinen Zaun mitten durch ein schönes Gelände. Reinhard Schubach (FWG) bemerkte zu dem Problem, dass die Toiletten von außen zugänglich sind: „Das sollte in der heutigen Zeit nicht mehr sein, das sollte dicht gemacht werden.“ Deswegen, verwies Bürgermeister Reith auf den Vorschlag seiner Verwaltung, die offenen Zugänge an dem Gang zu den Toiletten ebenfalls mit drei kleinen Zäunen zu verschließen. Auch alle anderen Grundschulen seien „dicht“ – sofern die Toiletten außerhalb des Schultraktes lägen. Es kam der Einwurf, dass ja die Schule selbst offen sei. Das bestätigte Reith und forderte, die Schule müsse durch die Klingel und das Nutzen der elektronischen Schließanlage ihren Teil zum Sicherheitskonzept beitragen. Darüber soll im Schulträgerausschuss am 7. November nochmals gesprochen werden. Barbara Wahl-Eisenbarth stellte die Idee von Eltern zur Diskussion, dass die Fahrrad- und Roller-Ständer umzäunt werden sollten, um dort Vandalismus vorzubeugen. Miriam Lüdemann verneinte, dass hier bereits häufig etwas vorgefallen sei – „und wenn, dann habe ich das nicht mitgekriegt“. Die Idee wurde nicht weiter diskutiert. Bürgermeister Michael Reith regte zudem an, dass die Sitzungen des Schulträgerausschusses künftig jeweils in einer der Grundschulen stattfinden sollen.

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