Rhein-Pfalz Kreis Lohse: Projekt ist nicht in Gefahr
„Keine Panik, das Projekt ist nicht in Gefahr“, beruhigte gestern Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) die Gemüter. Sie sei zwar überrascht vom frühen Zeitpunkt des Verkaufs (wir berichteten am Mittwoch in „Südwest“), noch bevor der Rohbau stehe. Und sie bedauere, dass sich der Baubeginn weiter verzögere. Der Rede ist nun von 2018.
Dass der bisherige Investor Günther Tetzner das „Metropol“ veräußern werde, sei sowohl dem Stadtrat als auch der Stadtspitze bekannt gewesen. Das sei ein übliches Prozedere in der Immobilienbranche. Lohse stellte klar: „Die Stadt wird ihren Einfluss auf die Entwicklung weiter geltend machen. Das lassen wir uns nicht aus der Hand nehmen. Wir warten nun auf die Bauvoranfrage.“ Dieser vorhabenbezogene Bebauungsplan werde ausführlich diskutiert. Nach Angaben der 61-Jährigen wird die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft das Gespräch mit dem neuen Investor suchen, der irischen Firma Allcap, für die Jana Becher (43) aus Wiesbaden die Geschäfte führt. Am bisherigen Entwurf – ein gläsernes Stadthaus mit zwei prägenden, 24 und 67 Meter höhen Türmen – wird sich nach Lohses aktuellem Kenntnisstand nichts ändern. Wichtig sei, dass das Haus nach seiner Fertigstellung die Innenstadt mit einem gehaltvollen Angebot belebe. Für die Stadt sei es ein Gewinn, dass an einem Nahverkehrsknotenpunkt mit täglich 40.000 Passanten 70 Millionen Euro aus Privathand investiert würden. „Überraschend früh“ ging der Verkauf auch für Kämmerer Dieter Feid (SPD) über die Bühne. Andererseits zeige der Deal, dass das Interesse an dem Projekt groß sei. Für den Ortsvorsteher der südlichen Innenstadt, Christoph Heller (CDU), ist das ehemalige Gebäude der Kreissparkasse gegenüber ein Knackpunkt des Projekts. Sollte der neue Investor das Haus erwerben, könnte es abgerissen werden und dort eine Tiefgarage für 170 oder mehr Stellplätze entstehen. Bei Heller haben die Vertreter von Allcap einen seriösen Eindruck hinterlassen. Er hat sie bereits getroffen und ist überzeugt, dass am Grundkonzept fürs „Metropol“ – eine Kombination aus Geschäfts-, Wohn- und Bürohaus – nicht gerüttelt wird. Der frühe Verkauf sei nicht dramatisch, zumal der neue Investor das Projekt mit Sicherheit stemmen könne, während es für den bisherigen wohl eine Nummer zu groß gewesen sei. Einzelhandelsvorsitzender Edmund Keller ist irritiert über den Zeitpunkt des Verkaufs, bleibt aber davon überzeugt, dass der Neubau ein Erfolg wird: „Es wird ein Anziehungspunkt werden.“ Für Handel seien keine übermäßigen Flächen vorgesehen, das Erdgeschoss an dem zentralen Stadtplatz biete sich dafür an. Die Grünen im Ortsbeirat Süd sehen sich durch die jüngsten Entwicklungen in ihrer Kritik bestätigt. Es gebe keinen Bedarf für zusätzliche Büro- oder Ladenflächen in der City. „Der Verkauf an eine irische Investmentfirma bedeutet im Klartext, dass Tetzner für seine geplante Immobilie nicht genug Mietinteressenten gefunden hat und ihm finanziell die Puste ausgegangen ist“, mutmaßt Fraktionssprecher Raik Dreher. Das bestreitet Tetzner, der von einer sehr großen Nachfrage spricht. Grünen-Vorstandssprecher Jens Brückner hingegen fordert: „Die Stadtspitze sollte spätestens jetzt aufwachen und eine neuerliche Investitionsruine verhindern.“ Der Investor habe Baurecht für ein Gebäude, das sich in Größe und Höhe an der früheren ,Tortenschachtel’ orientiert. Dies müsse der Maßstab für einen Neubau sein. Ein Hochhaus besitze keine Akzeptanz in der Bevölkerung. Der Rundbau „Tortenschachtel“ war etwa 14 Meter hoch.