Rhein-Pfalz Kreis
Limburgerhof: Solidarische Landwirtschaft mit erstem Jahr „unheimlich zufrieden“
Von Anfang an gute Ernten und sehr viele engagierte Interessenten: Michael Woinzeck und Ruben Blickensdörfer sind mit dem ersten Jahr der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) Vorderpfalz „unheimlich zufrieden“. Für die zweite Saison wünschen sie sich noch ein paar mehr Ernteanteile. Mit einem Ackerrundgang wollen sie im März auf ihr Angebot aufmerksam machen.
Eigenes Gemüse frisch vom Feld – das ermöglichen Michael Woinzeck und Ruben Blickensdörfer den Mitgliedern der Solawi Vorderpfalz das ganze Jahr über. „Insgesamt hatten wir übers Jahr mehr als 48 verschiedene Kulturen, darunter Spinat, Pastinaken, Petersilienwurzel, verschiedene Kohl- und Salatsorten im Anbau“, erzählt Ruben Blickensdörfer. Daneben gab es vier verschiedene Kartoffelvarianten, darunter die rotschalige ,Rosara‘. Aktuell können die Solawi-Mitglieder Schwarzwurzeln, Grün- und Schwarzkohl ernten.
Besonders gut seien die teils in Folienhäusern gezogenen Gurken, Tomaten, Paprika und Zucchini angekommen, hat der ausgebildete Landwirt beobachtet. Hinzu kamen im Bereich Obst Erdbeeren, Rote Johannisbeeren und Kapstachelbeeren, auch Physalis genannt. Keine großen Probleme bereitete der Solawi die lange Trockenperiode des vergangenen Jahres: „Wir sind an das Netz der Vorderpfalz-Beregnung angeschlossen“, erklärt Woinzeck.
Mit einer Informationsveranstaltung im Gemeindehaus des Limburgerhofer Kohlhofs im November 2018 hatten die beiden Familienväter für ihr Projekt einer umweltverträglichen, gemeinsam betriebenen Landwirtschaft geworben. Aufgrund der großen Beteiligung mit 100 Haushalten konnte die Initiative im Frühjahr 2019 mit der Bewirtschaftung ihrer gut zwei Hektar Land starten. Die 100 Haushalte teilen sich 70 Ernteanteile. Möglich sind dabei halbe Ernteanteile, etwa für Singles oder Berufstätige. Für die Saison 2020 hat sich die Solawi das Ziel von 80 Ernteanteilen gesteckt. Daher wollen Woinzeck und Blickensdörfer einen werbewirksamen Ackerrundgang im Frühjahr anbieten.
„Wie sind eine bunte Mischung“
„Der Großteil der Beteiligten kommt aus Limburgerhof, Waldsee, Mutterstadt und Schifferstadt. Wir haben auch Abholgemeinschaften aus Speyer und Landau dabei“, sagt Woinzeck. „Mit Rentnern, jungen Familien und Studenten haben wir eine bunte Mischung.“ Wie gut ihr Konzept ankommt, zeigte sich im vergangenen Jahr beim alle zwei Wochen stattfindenden, von den Teilnehmern initiierten Abholcafé, bei dem freitagnachmittags und samstagvormittags Kaffee und Kuchen angeboten wurden.
Hellauf begeistert ist auch Christiane Wegner. „Die Arbeit hier tut mir total gut“, sagt die Limburgerhoferin beim Ausgraben der Schwarzwurzeln. „Ich kann hier in der Erde wühlen, wir schaffen was zusammen und ich kann die Pfalz genießen“, sagt sie mit einem Lächeln und verweist auf die Aussicht der nahen Berge des Pfälzerwalds. Ruhe hatte bislang lediglich Ochse Simon. Vor lauter Ackerei hatte Blickensdörfer 2019 keine Zeit, sich um die Ausbildung des fünfjährigen Glanrinds als Zugtier zu kümmern. Derzeit kommen lediglich die Hinterlassenschaften des Dreivierteltonners als natürlicher Bio-Dünger auf die Felder.
Noch Fragen?
Der Ackerrundgang findet am Samstag, 7. März, um 14 Uhr in Limburgerhof-Kohlhof, Hausnummer 7, statt. Treffpunkt ist das Gelände hinter dem Hofladen. Kontakt: Telefon 0160/2721852. Im Netz: www.solawi-vorderpfalz.de.
Nils erklärt
„Schwarzkohl? Davon habe ich ja noch nie gehört“, sage ich zu Opa Nörgel, als ich von meinem Besuch bei der Solawi Vorderpfalz heimkomme. „Ursprünglich stammt er aus Italien, wo er wegen seiner Wuchsform auch Palmkohl genannt wird“, klärt Opa meine Schwester Nessy und mich auf. „Aus seinen schwarzgrünen Blättern lassen sich Suppen, Salate, Eintöpfe und Gemüse zubereiten. Die dicken Triebe der zweijährigen Pflanze hat man früher gerne als Spazierstöcke verwendet.“ Und da Winterzeit Kohlzeit ist, kommen bei uns Bibern viele Kohlsorten auf den Tisch. In vielen verschiedenen Farben und Formen: Es gibt hellgrünen Romanesco und neben dem normalen weißen Blumenkohl auch violetten oder orangefarbenen. Außerdem gibt es grünen und den selteneren roten Grünkohl, grünen und purpurfarbenen Brokkoli, natürlich auch Rot- und Weißkohl und grünen und roten Rosenkohl. Ab und zu schleppt Opa Nörgel im Winter aus unserem Bibergarten auch noch etwas Besonderes an: die Blätter des Ewigen Kohls, der immergrünes Laub hat.