Altrip
Leute im Landkreis: Neue Grundschulleiterin hat die Natur im Blick
Viele Schulen suchen zurzeit einen neuen Schulleiter. Andrea Franz hat sich bewusst auf die Stelle in Altrip beworben, weil zum einen die Schülerzahlen stabil seien, zum anderen haben ihr die Internet-Präsenz und vor allem die Nähe zur Natur gut gefallen. Die Erziehung zur Nachhaltigkeit ist ihr ein ganz großes Anliegen. Auch privat lebt sie das mit ihrer Familie vor. Gerade in einer Zeit, in der so viele fremdbestimmt sind, sei es wichtig, selbst aktiv zu werden und sich für ein gleichberechtigtes Miteinander, Inklusion und die Umwelt einzusetzen. „Das fällt hier auf fruchtbaren Boden“, ist sie überzeugt, denn in der Vergangenheit sei schon viel passiert, unter anderem durch waldpädagogische Angebote.
Auch die Digitalisierung sei ein Thema, das sie in der Zukunft sicher beschäftigen werde. „Wer hätte vor zwei Jahren gedacht, dass Digitalisierung so schnell vorangeht“, sagt sie, „doch es ist noch viel zu leisten.“ Dieser Herausforderung stellt sie sich gerne, denn an ihrem bisherigen Wirkungsort war sie als Medienbeauftragte für die Digitalisierung zuständig.
Auch der Ehemann leitet eine Grundschule
„Eine gute Schule ist eine Gemeinschaftsleistung“, ist Andrea Franz überzeugt. Dafür brauche man ein gutes Team, Eltern müssten mit einbezogen werden und vor allem müsse der Schule eine Stimme gegeben werden. Schülerparlament und Schulsprechersystem findet sie sehr wichtig. Man müsse Ziele gemeinsam verfolgen. Auch mit umliegenden Institutionen wie Kitas, Hort und weiterführenden Schulen möchte sie in Zukunft kooperieren. „Jetzt geht es erst einmal darum, Strukturen zu sichten, gucken was sinnvoll und wichtig ist und schauen, wohin die Reise geht“, sagt sie.
Neu ist die Arbeit als Rektorin nicht für Andrea Franz, seit sechs Jahren arbeitet sie in der Schulleitung mit, die meiste Zeit davon in Bad Dürkheim, wo sie im vergangenen Schuljahr gleichzeitig kommissarische Schulleiterin der Valentin-Ostertag-Schule und Konrektorin der Salierschule war. Geboren ist Andrea Franz in Duisburg, sie kam aber schon als Kleinkind in die Pfalz. Sie hat in Frankfurt am Main Lehramt für Grundschule, Haupt- und Realschule studiert mit den Fächern Kunst, Sport und Mathematik. Ihre Zeit als Referendarin hat sie in Koblenz und Neuwied verbracht. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann, den beiden Kindern und Labrador-Hündin Kyna in Böhl-Iggelheim.
Gefahr der Digitalisierung
Kyna ist eine Schulhündin. Sie begleitet Andrea Franz´ Ehemann an dessen Arbeitsstelle, denn auch er leitet eine Grundschule. „Wir gehen viel mit dem Hund im Wald spazieren“, erzählt sie. Sie macht gerne Sport und möchte die Freude an Bewegung auch bei den Schulkindern fördern. Da gebe es pandemiebedingt einiges aufzuholen. Das sei die Gefahr der Digitalisierung: Kinder sitzen länger am Bildschirm und müssen einen aktiven Ausgleich angeboten bekommen. Der Schwimmunterricht müsse unbedingt wieder aufgenommen werden, sagt sie. Bei Bedarf möchte sie auch Sportförderunterricht anbieten.
Eine weitere große Leidenschaft ist die Kunst. „Ich liebe alles, was mit Kunst zu tun hat und bin ein Museums-Junkie“, bekennt sie. Selbst sei sie eine Gefühls-Malerin, eher expressiv, aber nicht festgelegt auf eine Stilrichtung. Kunst findet sie auch für Grundschulkinder ganz wichtig, denn die Kinder sollen sich nicht nur verbal und schriftlich ausdrücken können, sondern auch ihre eigene Ausdrucksformen durch Kunst und Musik finden.