Dannstadt-schauernheim
Leute im Landkreis: Benjamin Mundzeck ist neuer Büroleiter
Der Wechsel ins Dannstadt-Schauernheimer Rathaus stellt für Mundzeck einen großen Einschnitt dar. Die vergangenen 25 Jahre – sein komplettes bisheriges Berufsleben – hat der gebürtige Ludwigshafener bei der Stadtverwaltung verbracht und sich mit dieser verbunden gefühlt. „Weder musste, noch wollte ich weg“, erzählt er. Dann jedoch habe er in der Zeitung die Stellenanzeige für den Büroleiter-Posten in der Verbandsgemeinde entdeckt. Der ist freigeworden, da es seinen Vorgänger Markus Lehmann nach sechs Jahren in Dannstadt-Schauernheim in seine Heimatstadt Schifferstadt gezogen hat, wo der langjährige Büroleiter Gerd Steigleder in den Ruhestand geht.
„Das Stellenprofil las sich spannend“, erklärt Mundzeck seine Entscheidung, sich zum ersten Mal für eine Stelle außerhalb der Ludwigshafener Verwaltung zu bewerben. Sie habe nämlich Themen wie Verfassungsrecht umfasst, für die er sich interessiere und für die er einige Erfahrung und Kenntnisse mitbringe. „Außerdem fand ich es spannend, so eine Stelle in der Kommune anzutreten, in der mein Sohn und meine Tochter aufwachsen“, erzählt der 41-Jährige, der vor fünf Jahren mit seiner Familie vom geliebten Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim, wo er aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, nach Dannstadt-Schauernheim zog. Auch das war eine Zäsur: „Davor war ich nur viermal innerhalb von Oggersheim umgezogen“, verrät er.
Neue Herausforderungen
„Ich wollte früher immer dort arbeiten, wo ich wohne. Dass es sich um einen Job in meiner Heimatgemeinde handelt, war deshalb ein ausschlaggebender Punkt für meine Bewerbung“, sagt Mundzeck. Büroleiter ist er offiziell zum Jahreswechsel geworden, aber er ist im Dannstadt-Schauernheimer Verwaltungssitz schon seit Anfang November tätig. „Seitdem hat mich mein Vorgänger so gut eingearbeitet, wie es in sieben Wochen eben möglich war“, erläutert er. Lehmann habe ihm aber auch für die Zeit nach seinem Weggang in die Nachbargemeinde einen regelmäßigen Austausch angeboten. Manche Sachen sind für Mundzeck eben völlig neu: zum Beispiel das Thema Liegenschaftsverwaltung. „Das gilt auch für die Rolle als Führungskraft, in die ich hineinwachsen werde“, räumt er ein klein wenig Nervosität ob all der neuen Aufgaben ein.
Doch wie schon beim Umzug in die Gemeinde, als seine Frau, die Kinder und er durch Kita und Schule schnell Anschluss fanden, hätten die anderen Fachbereichsleiter im Rathaus bereits ihre Hilfe angeboten. Darüber hinaus habe er bei den Büroleiter-Tagen Amtskollegen aus anderen Kommunen kennengelernt, mit denen er sich ebenfalls austauschen werde. „Ich möchte mir wieder ein kleines Netzwerk aufbauen, wie ich es bei der Stadtverwaltung hatte“, kündigt er an. Es sei natürlich eine gewisse Umstellung, von einer Behörde mit etwa 3500 Planstellen in eine mit 70 bis 80 Stellen zu wechseln. „Doch es ist interessant, wie so eine kleine Kommune funktioniert“, nennt er einen reizvollen Aspekt. Eins kann Mundzeck bereits nach wenigen Wochen an seinem neuen Arbeitsplatz sicher sagen: „Hier ist alles deutlich näher am Bürger. Das gefällt mir.“
Mit den politischen Themen macht er sich bei seiner Tour durch die verschiedenen Ratsgremien vertraut, wo er sich den örtlichen Politikern in Dannstadt-Schauernheim, Hochdorf-Assenheim und Rödersheim-Gronau inzwischen vorgestellt hat. Eins davon wird der geplante Um- und vor allem Ausbau des Rathauses sein. Hat ihn das nicht zweifeln lassen, von einer Baustelle (Rathaus-Abriss und Hochstraßensanierung in Ludwigshafen) zur nächsten zu wechseln? „Nein. Das stört mich nicht. Ich habe in Ludwigshafen im zwölften Stockwerk des Rathauses gearbeitet und zu den Ersten gehört, die ausgelagert wurden. In meinem Fall ins Faktorhaus am Berliner Platz“, erklärt Mundzeck.
Stress gewohnt
Nach einem Vierteljahrhundert bei der Stadtverwaltung, wo er nach der Mittleren Reife 1997 als 16-Jähriger anfing und die letzten 15 Jahre als Organisationsberater im Finanz- und Ordnungsdezernat tätig war, kommt der neue Büroleiter mit Stress zurecht. Zumal er über die Jahre parallel zur Arbeit abends zunächst das Abitur nachholte und später das Fachhochschulstudium zum Gehobenen Dienst absolvierte sowie das Studium der Betriebswirtschaftslehre. „Außerdem habe ich am Kommunalen Studieninstitut in Ludwigshafen Betriebliche Organisation für die Berufsausbildung von Verwaltungsfachangestellten unterrichtet“, ergänzt er und gesteht: „Das war mitunter schon heftig, darunter litt damals mein Privatleben.“ So habe er in dieser Zeit Unternehmungen mit seinem Freundeskreis und den Sport, den er so gerne treibt, auf ein Minimum beschränken müssen.
Zum Handball ist Mundzeck nicht mehr zurückgekehrt, aber inzwischen kann er wieder regelmäßig Tennis spielen, was ein guter Ausgleich zur Büroarbeit sei, wie er findet. Sofern es die Zeit erlaube, geht er auch gerne Joggen. Und tauchen. Aber die Tauchurlaube – den Tauchschein hat er vor ungefähr zwölf Jahren gemacht – müssen noch etwas warten. Mit den Kindern, die acht und fünf Jahre alt sind, gibt es erst mal andere Ziele.