Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Leiningerland: Sechs Dörfer bekommen Chance für superschnelles Internet

Sechs Dörfer könnten ab 2021 eine hochmoderne Internettechnik bekommen. Dazu müssten Glasfaserkabel verlegt werden.
Sechs Dörfer könnten ab 2021 eine hochmoderne Internettechnik bekommen. Dazu müssten Glasfaserkabel verlegt werden. Foto: DPA

Wenn 40 Prozent der infrage kommenden Haushalte es wollen, versorgt die Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH sechs Ortsgemeinden im Südosten der Verbandsgemeinde mit zukunftsfähigem Internet. So steht es im Kooperationsvertrag, der am Donnerstag unterzeichnet wurde.

Bürgermeister Frank Rüttger (CDU) peilt als ein Ziel für die Verbandsgemeinde Leiningerland an, dass flächendeckend eine Datenübertragungsrate von 1000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) möglich ist. Eine Chance, zumindest für sechs der 21 Ortsgemeinden, sieht er in dem Angebot des nordrhein-westfälischen Unternehmens Deutsche Glasfaser, das seit 2011 in großem Stil den Breitbandausbau betreibt.

Nach Angaben von Matthias Bacher, Leiter Gebietsentwicklung Süd bei Deutsche Glasfaser, wurden bundesweit bereits 550.000 Häuser angeschlossen, darunter viele Wohnungen in der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim. In Heuchelheim zum Beispiel, von wo aus die Glasfaserleitungen über Dirmstein, Gerolsheim, Laumersheim und Großkarlbach nach Bissersheim und Kirchheim verlegt werden könnten. Und von dort aus vielleicht irgendwann, so die Hoffnung der Firma und des Bürgermeisters, in den Rest der Verbandsgemeinde.

Schnelles Internet gilt als Standortvorteil

Die Ortsbürgermeister der genannten Dörfer greifen da gerne zu, wie sie am Donnerstag bei der Vertragsunterzeichnung versicherten. Denn schnelles Internet gilt als Standortvorteil im Wettbewerb um Einwohner und Gewerbe. Bernd Eberle (Dirmstein, FWG) denkt darüber hinaus an die Heimarbeitsplätze, die Firmen im Rhein-Neckar-Raum vielleicht ihren hiesigen Mitarbeitern anbieten werden, wenn in Ludwigshafen wegen der Verkehrsproblematik nichts mehr geht.

Die Wahl, sich von Deutsche Glasfaser mit Downloadraten ab 300 und bis 1000 Mbit/s versorgen zu lassen, und zwar ohne Verluste bis zum Schreibtisch, sollen in den sechs Orten diejenigen bekommen, die „aus dem Kreiscluster fallen“. Das sind in Dirmstein zum Beispiel zwei Drittel der Haushalte und in Gerolsheim laut Bürgermeister Erich Weyer (FWG) alle Gebäude außer der Schule.

Deutsche Glasfaser macht’s ohne Förderung

Von dem im Kreis Bad Dürkheim von Bund und Land aktuell geförderten Breitbandausbau profitieren alle, die bislang mit – wohlgemerkt auf dem Papier – 30 Mbit/s auskommen mussten. Wer einen Anschluss hat, der schon mehr kann, muss bei der bereitgestellten Technik bleiben. Sofern eben nicht jemand wie Deutsche Glasfaser kommt und in diesen Dorfgebieten etwas Moderneres herstellt.

In jedem der sechs Dörfer wird Deutsche Glasfaser bald ohne Förderung, aber mit Unterstützung der Kommunalverwaltung in die Werbe- und Beratungsoffensive gehen mit dem Ziel, Vorverträge für mindestens 40 Prozent der infrage kommenden Gebäude zu schließen. „In der Regel ist das in drei Monaten zu erreichen“, sagt Matthias Bacher und spricht von Beratern, die sechs Tage die Woche vor Ort sein werden, zum Beispiel in einem leer stehenden Geschäft, in einem mobilen Bürocontainer oder einem Gemeindehaus. Wer sich früh an das Unternehmen bindet, spart die Anschlusskosten von 750 Euro.

Was Bacher allen Interessierten jetzt schon sagen will: „Niemand muss wegen der neuen Technik sein Haus neu verkabeln.“ Baulich könne allerdings erst 2021 begonnen werden, weil die 50 Firmen, die für Deutsche Glasfaser den Tiefbau stemmen, bis dahin voll ausgelastet seien.

Bautrupps kommen aus dem Ausland

Dazu gehören Bautrupps aus dem Ausland, wie etwa der eines spanischen Subunternehmens, das besonders in Beindersheim für Aufsehen gesorgt hat. Dort haben Bürger und Bürgermeister massiv über den Zustand der Gehwege nach der Kabelverlegung geklagt. Derzeit laufen dort die Nacharbeiten, damit wieder alles so aussieht wie vor dem Ausbau. Das werde dort wie auch in der VG Leiningerland zufriedenstellend zu Ende gebracht, sagt Bacher und versichert, dass der Zustand der Straßen und Wege vorher genauestens dokumentiert werde.

Frank Rüttger hat da keine Zweifel. Er ist außerdem davon überzeugt, dass das Angebot der Firma „für die nächsten fünf bis zehn Jahre die letzte Chance“ für den Anschluss der Ortsgemeinden an die technische Entwicklung beim Internet ist.

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