Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel „Lavendel“-Aus zugunsten der Familie

Ist ab Ende dieser Woche nur noch ein Hotel: das „Goldene Lamm“ in Dudenhofen.
Ist ab Ende dieser Woche nur noch ein Hotel: das »Goldene Lamm« in Dudenhofen.

Das Restaurant „Lavendel“ in Dudenhofen öffnet am Samstag zum letzten Mal. Für die Inhaber Patricia und Lars Hoffmann endet damit nach acht Jahren ein Kapitel. Sie wollen sich auf das zum Haus gehörige Hotel „Goldenes Lamm“ konzentrieren. Das hat mehrere Gründe.

An einem Juniabend im Jahr 2013 begann für Patricia und Lars Hoffmann, die damals 26 Jahre alt waren, das Abenteuer mit der Eröffnung ihres eigenen Restaurants. Sie haben ihm bewusst den klangvollen Namen „Lavendel“ gegeben, der auch viel über ihre Vorlieben aussagte. „Unkompliziert, frisch und saisonal“, beschrieben die Fachleute die Küche, in der deutsche Gerichte mit modernen, europäischen Einflüssen zubereitet wurden. Patricia Hoffmann ist Hotelmeisterin, Lars Hoffmann ist Koch und Restaurantfachmann.

„Wir waren relativ jung, hatten noch keine Kinder und waren von morgens bis abends beschäftigt“, blickt Lars Hoffmann zurück. Das 1714 erbaute Fachwerkhaus in der Landauer Straße, in dem sich das Restaurant und das Hotel befinden, hat er von seinen Eltern übernommen. Die Geburt der Kinder in den Jahren 2016 und 2018 sei ein großer Umbruch gewesen, „gleichzeitig haben wir drei Fachkräfte verloren“, sagt der heute 34-Jährige. „Seitdem gab es Höhen und Tiefen“, fasst seine gleichaltrige Frau zusammen.

Corona verschärft Situation

Vor der Corona-Pandemie arbeiteten 13 Personen, zum Großteil in Teilzeit oder auf Minijob-Basis, im Restaurant-Team. Mit der Pandemie und den damit verbundenen Beschränkungen für die Gastronomie verloren die Hoffmanns die Minijobber. „Für Minijobber gab es keine Lohnfortzahlungen. Es war auch nicht machbar, ihnen Lohn weiterzuzahlen, weil wir keine Arbeit und dadurch keine Einnahmen hatten“, sagt Lars Hoffmann, der versteht, dass sich die Aushilfen einen anderen Job gesucht haben.

Seine Frau und er beschreiben, dass es schon vor der Pandemie schwer gewesen sei, ein Team zusammenzustellen, das am Wochenende, an Feiertagen und abends zuverlässig zur Verfügung steht. In der Gastronomie zu arbeiten, müsse man wollen. „Wir können nicht mit der Bezahlung und nicht mit den Arbeitszeiten punkten“, sagt Lars Hoffmann, der als größte Konkurrenz die vielen Betriebe und Großkonzerne in der Umgebung ansieht. Er berichtet als Beispiel von einem Koch, der nun bei einem Supermarkt-Großkonzern im Einkauf arbeitet, und einer Restaurantfachfrau, die wegen der Arbeitszeiten in die Immobilienbranche gewechselt sei. „Wer in der Gastronomie arbeiten will, serviert und bedient gerne und mag den Kontakt mit den Menschen“, fasst der 34-Jährige die Vorzüge seines Berufs zusammen.

Zuletzt arbeiteten die Hoffmanns mit einem kleinen Team von zwei festangestellten Mitarbeitern und zwei Aushilfen zusammen. „Auch wenn sie sehr zuverlässig waren, können sie nicht jedes Wochenende arbeiten und können nicht unbegrenzt belastet werden“, sagt Lars Hoffmann über seine Mitarbeiter, denen er gekündigt hat. Sie hätten schon wieder neue Jobs gefunden. Seine Frau ergänzt, dass die Aussicht, dieses Team aufgrund der genannten Probleme auch in Zukunft nicht aufstocken zu können, die Entscheidung das Restaurant aufzugeben, begünstigt habe.

Im Sommer gutes Geschäft

Im Restaurant nahmen Gäste aus dem Umkreis von 20 Kilometern Platz. Die Hoffmanns boten innen 40 und draußen 50 Plätze an. Im Sommer, wenn die Touristen kamen und das Hotel voll war, brummte das Geschäft, von November bis März hätten sie dagegen immer drauflegen müssen, sagt Lars Hoffmann. Die Hotelgäste kommen aus ganz Deutschland und aus den Niederlanden, wenn sie auf der Durchreise sind. Hinzu kämen zahlreiche Geschäftsreisende, die bereits Stammgäste seien, und Menschen, die Verwandte in Dudenhofen und der Umgebung besuchten.

Das Hotel werden Lars und Patricia Hoffmann mit Unterstützung von zwei Teilzeitkräften weiterführen. Sie bieten Übernachtungen mit Frühstück an und können in 24 Zimmern 48 Gäste unterbringen. Mit dem Hotelbetrieb komme die Planbarkeit wieder, nach der sich die jungen Eltern gesehnt haben. „Das Restaurant hat 80 Prozent Arbeit gemacht und nur 20 Prozent Umsatz gebracht“, fasst Patricia Hoffmann zusammen. Der Ertrag und Aufwand standen nicht mehr im Verhältnis zum Ärger und Verzicht, den das junge Ehepaar hatte.

Mit Blick auf den Ärger deuten sie an, dass der Umgangston der Gäste rauer und deren Ansprüche höher geworden seien. Dass die Preise in der Gastronomie steigen, liege an den Kosten, die die Besucher nicht unbedingt sehen. Lars Hoffmann nennt als Beispiele die gestiegenen Nahrungsmittelpreise, die bürokratischen Investitionen, wie das vom Finanzamt geforderte 1500-Euro-teure Aufrüsten der Kasse, und den Mindestlohn, der das Lohnniveau in der Gastronomie allgemein in die Höhe treibe. „Wer weiterhin essen gehen möchte, muss sich umstellen und darf nicht preissensibel sein“, sagen Patricia und Lars Hoffmann.

Die 34-Jährige geht auch auf den Verzicht ein: „Wenn wir samstagabends privat auf einer Hochzeit oder Taufe eingeladen waren, mussten wir immer absagen, weil wir das Restaurant hatten. Wir haben uns irgendwann die Frage gestellt, ob wir das wirklich noch 30 Jahre machen wollen und sind zu dem Punkt gekommen, dass es jetzt reicht“, sagt Hoffmann, die am Ende aber doch etwas wehmütig wird, der aber anzumerken ist, dass sie mit ihrem Mann die richtige Entscheidung für sich und ihre Familie getroffen hat.

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