DUDENHOFEN / WALDSEE
Landwirte trotz Trockenheit zufrieden mit Ernte
Thomas Beck, der seinen landwirtschaftlichen Betrieb am Ortsausgang von Dudenhofen in Richtung Harthausen betreibt, ist nicht unzufrieden. „Es war schon sehr trocken, aber nicht ganz so schlimm wie vor zwei oder drei Jahren“, stellt er auf RHEINPFALZ-Nachfrage fest. Die großen Hitzespitzen wie damals seien ausgeblieben. Mindererträge hat es dennoch gegeben: beim Körnermais.
Gerade der ist ziemlich sensibel, was fehlende Wasserzufuhr angeht. „Im Juni und Juli braucht der Körnermais extrem viel Wasser, auch im August noch“, erklärt Beck. In der besagten Zeit habe dieses jedoch gefehlt. Und die manuelle Beregnung? „Wenn es so lange trocken bleibt, kann man selbst damit nicht mehr viel ausrichten“, merkt Beck an.
Nicht zuletzt die Bodenbeschaffenheit in Dudenhofen sei das Problem. Durch den sandigen Untergrund könne die Feuchtigkeit nicht so gut gespeichert werden. „Das Problem ist, die oberen Schichten bekommen was ab, aber die tieferliegenden sind komplett trocken“, führt Beck aus.
Er sei im Austausch mit seinen Kollegen im Umkreis gewesen. Bei einem Gewitter seien kürzlich in Geinsheim 40 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen, in Dudenhofen 20, in Römerberg gerade mal sieben bis acht.
Kein Problem bei Kartoffeln
Armin Ackermann, der in Waldsee Landwirtschaft betreibt, hatte weniger mit den fehlenden Niederschlagsmengen zu kämpfen. „Für meinen Betrieb hielt sich das Problem der Trockenheit in Grenzen“, sagt er. Kartoffeln seien zuletzt an der Reihe gewesen, und die habe er gut und ausreichend selbst beregnen können. „Wer Kulturgetreide oder Gemüse anbaut, hat natürlich mehr zu kämpfen“, weiß Ackermann von Kollegen.
Das gleiche äußert Thomas Beck über Zuckerrübenbauern. Dieses Gewächs habe ebenfalls einen großen Bedarf an Wasser. Der Dudenhofener selbst hat zurzeit keine großen Kulturen mehr stehen. Ein paar Karotten und Schwarzwurzeln noch, Feldsalat kommt hinzu. Ansonsten ist er mit der Bodenbearbeitung, der Kulturenpflege und der Vorbereitung der Aussaat fürs Wintergetreide beschäftigt.
Auf die Schwierigkeiten durch das Corona-Virus im Zusammenhang mit Erntehelfern angesprochen, sind beide Landwirte recht entspannt. „Große Probleme hatten wir nicht, da bei uns nur acht Personen beschäftigt sind“, merkt Ackermann an. Bei Beck sind es zwar deutlich mehr, aber die hat er bereits vor der Schließung der Grenzen einfliegen lassen. „Alle waren gesund und sind glücklich gewesen, Arbeit zu haben“, berichtet er. Die größte Angst sei gewesen, dass sich jemand mit Covid-19 infiziert. Das sei nicht der Fall gewesen.
Landregen gewünscht
Beck ist dankbar über das Entgegenkommen eines ortsansässigen Einkaufsmarkts. Zum Schutz aller Beteiligten – sowohl der Erntehelfer als auch der Bevölkerung von Dudenhofen – habe dieser zweimal in der Woche Sondereinkaufszeiten für seine Leute eingerichtet. „Das hat super geklappt“, betont Beck. Aktuell wünscht er für sich und seine Berufsgenossen nur eines noch: „Einen langen, ausgiebigen Landregen.“