Rhein-Pfalz-Kreis
Landfrauen hoffen, 2021 wieder durchstarten zu können
„Bei uns ruht es schon seit dem 11. März“, sagt Brigitte Kraft, Teamleiterin der Landfrauen in Fußgönheim. Und sie gibt zu: „Es tut weh.“ Selbst über die Sommermonate, als kleine Veranstaltungen möglich waren, haben die Fußgönheimer Landfrauen lieber auf Angebote verzichtet. „Die Mitglieder sind alle 60 Jahre und älter. Das Risiko war uns zu groß“, erklärt Kraft. Schließlich seien die Landfrauen im Museumsstübchen zu Gast, das nicht ausreichend Platz biete, um großen Abstand zu halten.
Der Vorstand sei sich in diesem Punkt einig gewesen, sagt die Teamsprecherin. Und wenn sie im Ort Mitgliedern begegne, stoße sie auch auf Verständnis für diese Entscheidung. Damit die Damen wenigstens ein wenig für die ebenfalls ausgefallene Weihnachtsfeier entschädigt werden, hat jede von ihnen ein kleines Präsent bekommen. Und Kraft verspricht: „Sobald es wieder möglich ist, wird sich zusammengesetzt und ein neues Programm erstellt.“
Ein Signal für die Mitglieder
Die Landfrauen Dannstadter Höhe haben derweil bereits ihr Programm für 2021 in Druck gegeben und möchten es mit einem Weihnachtsbrief verschicken. „Aber es ist die Frage, inwieweit kann es stattfinden?“, sagt Teamsprecherin Gudrun Mnich. Die Landfrauen in Dannstadt wollen jedoch ein Signal setzen, dass sie in den Startlöchern stehen, sobald die Umstände Veranstaltungen und Kurse wieder zulassen. Der traditionelle Neujahrsempfang im Januar, der ebenfalls im Programm aufgeführt ist, wird aber in jedem Fall nur auf dem Papier stattfinden.
„Für die älteren Leute, die vielleicht keine Familie mehr haben, ist es furchtbar, alleine zu sein“, weiß Mnich. Umso mehr ist ihr daran gelegen, dass zumindest einige der geplanten Termine und Ausflüge durchgeführt werden können. Aber sie betont auch: „Wir sollten eine Vorbildfunktion haben.“ Und deshalb werde man nicht riskieren, die Seniorinnen durch vorschnelle Treffen einer Ansteckungsgefahr auszusetzen.
„Kopf-hoch-Brief“ verschickt
„Es ist wichtig, dass alle gesund bleiben“, sagt auch Ute Grzesch, die den Landfrauen in Mutterstadt vorsteht. Sie und das restliche Leitungsteam haben bereits mit den Referenten gesprochen, die eigentlich 2020 Kurse gegeben und Vorträge gehalten hätten. „Die meisten wollen es auch nächstes Jahr anbieten“, freut sie sich. Somit seien die Termine von diesem Jahr nicht ausgefallen, sondern nur aufgeschoben.
Um den mehr als 140 Mitgliedern ein Signal zu geben, dass die Landfrauen trotz der Pause weiterhin zusammenhalten, habe der Vorstand bereits im Sommer allen Frauen einen „Kopf-hoch-Brief“ geschickt, zusammen mit einem Block und einem Stift, um sich bald wieder Termine notieren zu können. Nun zu Weihnachten gibt es wieder Post, diesmal mit einem „Süßerle“.
Nachwuchs weiterhin gesucht
Besonders bedauert Ute Grzesch, dass der Neujahrsempfang und die auch bei den zugehörigen Männern der Landfrauen sehr beliebte Glühweinwanderung ausfallen müssen. Doch niemand habe bislang wegen der coronabedingten Ruhepause seine Mitgliedschaft gekündigt. „Wir freuen uns sehr, dass die Frauen uns treu bleiben“, sagt Grzesch.
Und sie würde sich wünschen, dass nach dem Neustart auch mehr jüngere Frauen zu den Veranstaltungen kommen. Schließlich sei das Programm so bunt und vielfältig, dass es für viele Interessen etwas biete und verschiedene Talente fördere. „Man kann voneinander lernen“, meint die Teamsprecherin. „Und man geht auch anders miteinander um, wenn man Erfahrungen mit jedem Alter hat.“
Yoga in Planung
Jüngere Mitglieder gibt es im Böhl-Iggelheimer Ortsverein einige. Und diese hätten im Herbst auch an Kursen teilgenommen, die unter Hygieneauflagen und mit beschränkter Teilnehmerzahl stattfinden konnten, berichtet Teamsprecherin Elke Fischer. „Ich selbst würde da noch abwarten“, fügt sie hinzu. In der Planung ist das Team jedoch schon sehr aktiv.
„Wir haben schon viele Ideen“, verrät Fischer. So wollen die Landfrauen etwa wieder regelmäßig Yoga anbieten – mit einer neuen Trainerin. In einer virtuellen Ausschusssitzung hat das Team sich schon über ein mögliches weiteres Programm ausgetauscht. Und auch der Böhl-Iggelheimer Verein hält zu seinen Mitgliedern per Weihnachtsbrief Kontakt. Dennoch bleibt auch bei Elke Fischer der große Wunsch nach einer Rückkehr zur Normalität: „Man kann nur hoffen, dass die Traditionen bald wieder aufleben.“