Rhein-Pfalz Kreis Land und Leute:
So ein Parteitag ist eine ganz schön anstrengende Sache. Es gibt eine Reihe an Formalitäten zu beachten, es soll zügig zugehen. Und dann ist ja noch die gewisse Portion Spannung, wenn Wahlen anstehen. So erging es Manfred Gräf vor einer Woche in Dannstadt-Schauernheim. Der Altbürgermeister von Bobenheim-Roxheim mischt im „Unruhestand“ ja weiter fleißig mit – als Kreisbeigeordneter und Zweiter Vorsitzender des CDU-Kreisverbands. Bei der Nominierung des Direktkandidaten für die Bundestagswahl, Torbjörn Kartes, war Gräf als Versammlungsleiter derjenige, der alle bei Laune hielt und auf den Wahlkampf einschwor. Und der dann nach der Auszählung zum Höhepunkt ansetzen wollte. Gräfs Stimme überschlug sich fast, als er mit Blick auf 55 abgegebene Stimmen in den Saal rief: „Super. Torbjörn hat es geschafft und die 55 Prozent bekommen.“ Hoppla. Ist da Feuer unter’m schwarzen Parteidach? Ach wo. Gräf war so voller Begeisterung, dass er etwas in den Bezugsgrößen verrutscht war. Er meinte: 55 Stimmen, also 100 Prozent. Bei der CDU hat’s keinen gestört. Alle haben geklatscht. Ihr Motto: Am 24. September nehmen wir die 55 Prozent gerne. So eine Sitzung des Kreisausschusses ist ja nicht unbedingt etwas, das bei den Kommunalpolitikern für besondere Aufregung sorgt. Daher trudelten die Ausschussmitglieder auch ganz gemächlich ein am Montag. Das Ziel von allen: der Sitzungssaal im dritten Stock im Kreishaus. Jeder suchte sich sein Plätzchen – und so mancher hielt staunend inne. Denn im Raum standen neue Stühle. So mancher wippte dann mal und ließ sich gemütlich plumpsen. Heinz-Dieter Schneider von den Grünen bemerkte den höheren Komfort als Erster: „Oh, habt ihr neue Stühle angeschafft.“ Das waren seine Worte zum Büroleiter Karl-Heinz Hammes. Der hatte wohl schon öfter solche Kommentare gehört und bemerkte trocken: „Ja, für alte wollten wir kein Geld ausgeben.“ Na dann. Sitzprobe gelungen. Von daher: passt. So eine Sache ist es mit dem Internet. Der Kreisausschuss grübelte über den schnellsten Weg zum Ziel. Und dass man doch bitte weder Privatleute noch Geschäftsleute dabei vergessen darf. Der Liberale Jürgen Creutzmann war da hemdsärmelig: „Es ist ja schön, in den Naherholungsgebieten zu surfen. Aber das schnelle Netz brauchen wir vor allem in den Gewerbegebieten.“ Da stimmte Landrat Clemens Körner (CDU) rasch zu: „Genau, in den Naherholungsgebieten kann man ja auch anders und ohne WLAN surfen.“ Urlaubsparadies Rhein-Pfalz-Kreis also, und zwar in echt, nicht nur digital. Ein schönes Wochenende wünscht die Landkreis-Redaktion |ax