Rhein-Pfalz Kreis Land und Leute:

Vielleicht wohnen die Bürger von Altrip, Otterstadt, Neuhofen und Waldsee ab Sommer in Rheintal. Hä?, wird sich jetzt der ein oder andere fragen, wir wohnen doch jetzt schon im Rheintal. Stimmt: im aber nicht in. Sie könnten auch in Rheinauen wohnen. Ja, wir wissen schon: Sie wohnen auch jetzt schon in den Rheinauen, aber halt nicht in Rheinauen. Oder in Rheinbogen, wie wär’ es damit? Das sind die Namensvorschläge, die der Verbandsgemeinderat der Verbandsgemeinde, die jetzt noch „Waldsee“ heißt, seinen Bürgern unterbreiten möchte. Sie könnte auch weiterhin Verbandsgemeinde Waldsee heißen. Die Bürger müssen sich nicht für einen dieser Namen erwärmen, das nur der Vollständigkeit halber. Hier müssen wir auch mal ein gutes Wort für den Verbandsgemeinderat einlegen: Die oben genannten Namen sind Schadensbegrenzung. Denn eigentlich hat die Verbandsgemeinde eine Agentur beauftragt, den optimalen Namen zu finden. Schlaue Köpfe haben sich hingesetzt und gegrübelt. Und sind auf folgende Eckpunkte gekommen: Es sind vier Gemeinden, also kann „vier“ im Namen vorkommen. Außerdem liegen die Orte am „Rhein“ und in der „Pfalz“ und weil es so schön grün hier ist und die Orte aus der Luft gesehen ein Dreieck bilden, könnten auch „Dreieck“ oder „grün“ Teile des Namens sein. Wenn das nicht weiterhilft, ist es immer schön, wenn „schön“, „glück“, „neu“, „groß“ oder „wert“ Namensbestandteile sind. Jetzt muss man nur noch die Wörter auf Kärtchen schreiben, sie bunt durcheinander mischen, zwei oder drei ziehen und vorlesen. Das kann dabei herauskommen: Vieringen, Vierstadt, Rheinvieringen, Pfalzingen, Neupfalzingen, Rhein-Schöningen, Linksrheiningen, Rheinviereck, Rheindreieck, Grüneck, Groß-Schön, Schönleben, Glücksheim oder Lebenswerth. Das waren die Agentur-Aussagen, keine Satire von uns, dazu fehlt uns die Fantasie. Eigentlich dürften es die Bürger, die nicht in der Regierungshauptstadt Waldsee wohnen, schon gemerkt haben: Sie wohnen nach wie vor in Altrip, Otterstadt und Neuhofen. Obwohl ihre Wohnorte zur Verbandsgemeinde Waldsee gehören, hat sie keiner postalisch zwangseingewaldseet. Aber in der Politik wird gerne diskutiert, und jetzt dürfen die Bürger mitdiskutieren. Wenn sie es mehrheitlich wollen, wohnen sie demnächst in Rheintal im Rheintal in Rheinland-Pfalz. Das hat was, oder? Über Rheinvieringen oder Linksrheiningen dürfen die Bürger nicht abstimmen, das war dem Rat doch zu abwegig. Bevor wir es vergessen: Der Rat muss sich nicht daran halten, was die Bürger wollen. Und das Land muss sich nicht daran halten, was der Rat will. Viel Lärm um nichts? (krx) Wie weit müssen Kommunalpolitiker gehen, um Jugendliche für den Jugendgemeinderat zu begeistern? Nun, Böhl-Iggelheims Bürgermeister Peter Christ hat in der jüngsten Ratssitzung eine klare Grenze gezogen. „Soll ich etwa als blauer Clown verkleidet durch den Ort laufen?“, fragte der Christdemokrat in die Runde. Und da war ihm auch schon bewusst, dass er sich im „Land und Leute“ wiederfinden würde. Mit warnend erhobenem Zeigefinger rief er Richtung Pressetisch: „Awwer gell, des bringen er net.“ Mal ehrlich, Herr Christ: Würden Sie sich an unserer Stelle das entgehen lassen? Na also. Auffällig ist nur, dass der Oberste aller Böhl-Iggelheimer sich mit Farben in die Wochenendkolumne drängt. Jüngst war er als Boxenluder in Ferrari-Rot zu bewundern, jetzt als blauer Clown. Wir sind gespannt, mit welcher Farbe sich der Ortschef demnächst bei uns aufdrängt. (tc)