Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Lüftungsgeräte in Grundschulen: Her mit der frischen Luft

Die Frage nach Lüftungsanlagen in den Klassenzimmern der Grundschulen beschäftigt die Ortspolitiker weiter.
Die Frage nach Lüftungsanlagen in den Klassenzimmern der Grundschulen beschäftigt die Ortspolitiker weiter.

Zum Schutz vor dem Coronavirus bekommen nach den Dannstadt-Schauernheimer Grundschulen die kommunalen Kitas ebenfalls stationäre Lüftungsanlagen. Auch andernorts in der Verbandsgemeinde ebnet die Politik den Weg für die Anlagen.

Die Politiker in der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim tun weiter ihr Möglichstes, um Schüler und Lehrkräfte sowie Kita-Kinder und Erzieherinnen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. So hatten sie das Fachbüro Kohl und Frech im Frühjahr mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, ob in kommunalen Gebäuden wie Schulen und Kitas Lüftungsanlagen oder Luftreinigungsanlagen eingebaut werden können.

Lüftungsanlagen sorgen für eine konstante Frischluftzufuhr und befördern verbrauchte Luft nach draußen. Somit entlasten sie die Nutzer der Gebäude von der Pflicht, alle 20 Minuten für fünf Minuten zu lüften, und verringern das Ansteckungsrisiko deutlich. Sie können zudem Wärme zurückgewinnen und tragen so zum Energiesparen bei.

Dezentrale Anlagen meist günstiger

Luftreinigungsanlagen hingegen säubern mit Filtern oder UV-Bestrahlung oder einer Kombination dieser Techniken die Luft in einem Raum von Viren. Da sie keine frische Luft in die Räume bringen, müssen Lehrer beziehungsweise Erzieherinnen aber weiter regelmäßig lüften. Zudem ist die Wartung dieser Geräte aufwendig und entsprechend kostspielig. Daher empfehlen die Experten von Kohl und Frech Lüftungsanlagen, und zwar dezentrale. Das heißt, es wird ein stationäres Exemplar in allen relevanten Räumen aufgestellt. Zentrale Lüftungsanlagen in bestehenden Gebäude nachträglich einzubauen, wäre nämlich viel zu aufwendig und damit teuer. „Und die Grundschule in Hochdorf-Assenheim wurde ja gerade erst saniert“, erinnert Bauabteilungsleiterin Annette Roos-Seidenspinner.

Im März hat der Verbandsgemeinderat daher beschlossen, dass die Kurpfalzschule im Ortsteil Dannstadt und ihre Außenstelle, die ebenfalls frisch sanierte Grundschule in Schauernheim, mit dezentralen Lüftungsanlagen ausgestattet werden. Anfang September folgte der Rödersheim-Gronauer Ortsgemeinderat diesem Beispiel und entschied dasselbe für die dortige Grundschule am Neuberg. Nachdem die Experten ihre Untersuchung fortgesetzt hatten, hat der Verbandsgemeinderat Anfang November den Einbau zwölf solcher Geräte in der Hochdorf-Assenheimer Grundschule für rund 453.000 Euro genehmigt. Acht werden in Klassenräumen benötigt, und jeweils eins wird im Lehrerzimmer, im Speiseraum, im Turn- und Betreuungsraum sowie im Mehrzweckraum aufgestellt.

Kitas werden auch ausgestattet

Nun hat sich auch der Dannstadt-Schauernheimer Ortsgemeinderat mit dem Thema im Hinblick auf die Kitas Kleine Wolke in der Weinbietstraße und Sonnenschein in der Haardtstraße befasst. Seine Entscheidung: Auch diese beiden kommunalen Einrichtungen sollen dezentrale Lüftungsanlagen bekommen. Für die Kita Kleine Wolke werden zehn Apparate angeschafft: drei für die drei Gruppenräume, vier für die Gruppenneben- beziehungsweise Schlafräume sowie jeweils einer für den Mehrzweckraum, den Spielflur/die Halle und den Personalraum. Das Ganze kostet voraussichtlich rund 260.000 Euro.

Die Kita Sonnenschein bekommt für rund 481.000 Euro 16 Lüftungsanlagen. Davon sind sieben für die sieben Gruppenräume vorgesehen, vier für die vier Personalräume, jeweils zwei für die Ruhe- und die Hausaufgabenbetreuungsräume und eine für den Spielflur.

Fachbüros ausgelastet

Für die jeweiligen Gesamtkosten gibt es laut Sachbearbeiter Roland Argus von der Gemeindeverwaltung einen Zuschuss von 80 Prozent vom Bund. Marc Hauck (FDP) hält die Kosten für überschaubar, zumal die Kommunen nur 20 Prozent davon stemmen müssten. „Lüftungsanlagen unterstützen das Lüften massiv und können im Sommer helfen, die Räume zumindest etwas kühler zu halten“, hebt er hervor. Uwe Schölles (SPD) begrüßt den Beschluss, bedauert aber, dass es vom Antrag im Herbst 2020 bis zum Beschluss so lange gedauert hat und die Geräte wohl erst im Sommer 2022 eingebaut werden können. Das sei der seit Monaten starken Auslastung der Fachbüros und -firmen geschuldet, sagt Argus.

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