Rhein-Pfalz Kreis Lösung für Umbaukosten in Sicht

Bald könnten alle Schüler der Justus-von-Liebig-Realschule plus in Maxdorf untergebracht und der Standort in Lambsheim aufgelöst
Bald könnten alle Schüler der Justus-von-Liebig-Realschule plus in Maxdorf untergebracht und der Standort in Lambsheim aufgelöst sein.

Die Justus-von-Liebig-Realschule plus kann sich vom Standort Lambsheim zurückziehen. Der Plan drohte zu scheitern, weil das Land den Zuschuss für einen Umbau in Maxdorf strich. Nun gibt es eine Lösung. Dieser müssen Kreistag und Verbandsgemeinderat Lambsheim-Heßheim noch zustimmen.

Schulleiter Christoph Martiny ist zufrieden, „fast euphorisch“, wie er am Montagabend sagte. Am Mittag hatte er ein kurzes positives Signal erhalten, dass es mit dem Rückzug seiner Schule aus Lambsheim vorangehen kann. Kaum Details zwar, aber: Schon im kommenden Schuljahr sollen alle Schüler in Maxdorf unterrichtet werden. „Es ist schlimm für eine Schule, zwei Standorte zu haben“, sagt Martiny. Am Treffen, bei dem die großen Fragen des Umzugs verhandelt wurden, war Martiny indes nicht dabei. Denn es ging nicht um pädagogische Sinnhaftigkeit – sondern ums Geld. Am Montagvormittag kamen an der Lambsheimer Karl-Wendel-Grundschule, wo derzeit die 9. und 10. Klasse der Realschule unterrichtet werden, Vertreter der Verbandsgemeinde Heßheim-Lambsheim, der Ortsgemeinde, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, des zuständigen Landesministeriums und des Rhein-Pfalz-Kreises zusammen. Landrat Clemens Körner (CDU) beschrieb das Treffen am Nachmittag in der Sitzung des Kreissausschuss als „sehr heiß“. Die ursprüngliche Idee war, das Schulgebäude in Maxdorf für die Aufnahme der beiden Jahrgänge baulich zu erweitern. In Lambsheim sollte die Grundschule mehr Platz bekommen und ein Kindergarten eingerichtet werden (wir berichteten). Weil das Land aber keine Zuschüsse für den Anbau in Maxdorf zahlen will, geriet das Umzugsprojekt ins Stocken. Und auch in Lambsheim gab es Schwierigkeiten: Die Schulbaurichtlinie erfordere eine „schulische Folgenutzung“ des Gebäudes. Es werden nur Umbauten gefördert, wenn in den alten Gebäuden weiter eine Schule beheimatet wäre. Bei einem Kindergarten ist das nicht der Fall. „Wir bekommen keine Landesförderung, gar keine“, sagte Landrat Körner am Montag. Dabei bleibt es. Trotzdem wurde ein Weg gefunden, wie der Umzug der Realschule plus realisiert werden kann. Dazu stellte Körner eine Rechnung auf: Er gehe von einer Investition in Höhe von 2,4 Millionen Euro aus – die abgeschriebenen, 2011 in den Standort Lambsheim gesteckten 700.000 Euro herausgerechnet. Um eine förderfähige Summe zu erhalten, müsse man mit einem Abschlag von 35 Prozent rechnen, also bleiben 1,56 Millionen Euro. Der übliche Zuschuss, den das Land nicht geben will, wären 60 Prozent, also 936.000 Euro. Dem gegenübergestellt wurden die Kosten eines neuen Kindergartens, der „irgendwo auf der grünen Wiese“, so Körner, gebaut werden würde, dessen Zuschüsse sowie die Landeszuschüsse, die es für die Erweiterung der Lambsheimer Grundschule geben würde. Körner nannte eine Summe von 730.000 Euro. Mittel, die das Land nun nicht für diese Projekte zur Verfügung stellen muss, weil das Gebäude ja bereits vorhanden ist – es aber gewissermaßen doch tut. Die Gelder fließen an die Verbandsgemeinde Heßheim-Lambsheim, und die tritt sie an den Kreis ab. So bleibe noch eine Lücke von 206.000 Euro, die es zu schließen gelte. Es wurde vereinbart, dass die Ortsgemeinde Lambsheim dem Kreis 100.000 Euro zahlt, die Verbandsgemeinde ebenfalls. „Fehlen noch 6000 Euro“, sagte Körner, die der Kreis bis zur Höhe der kalkulierten Zuschusssumme aufbringen muss. Der Kreistag und der Verbandsgemeinderat müssen dem in ihren Sitzungen am 26. und 28. Juni aber noch zustimmen. Wie es funktionieren kann, dass der Umzug bereits in wenigen Monaten vollzogen ist, muss nun geplant werden. „Da ist auch der Schulträger in der Pflicht“, sagt Christoph Martiny Richtung Kreis. Drei Container als Klassenraum stehen bereit, die Realschule kann zwei Säle des benachbarten Lise-Meitner-Gymnasiums beziehen und die Mensa mitnutzen. „Wir sind so weit versorgt, beengt zwar, aber versorgt“, sagt Martiny. „Die grobe Vorplanung steht, jetzt kann man an die Arbeit gehen.“ Am Montag trifft er sich mit der Leitung der Lambsheimer Grundschule, um Details zu klären.

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