Rhein-Pfalz Kreis Länger gesund bleiben
Wie man von Jung bis Alt fit bleiben kann, darüber informiert der erste Gesundheitstag in Bobenheim-Roxheim am Samstag. In Vorträgen geht es um Sonnenschutz und Bildschirmarbeit. Bei Mitmach-Aktionen und an Ständen kann Pilates erlebt, Essen auf Rädern probiert, die Sehstärke oder Reaktionsfähigkeit getestet werden. Wer helfen möchte, lässt sich für eine Stammzellenspende typisieren.
„Bei den meisten Gesundheitstagen geht es vor allem um Krankheiten“, sagt die Volkshochschuleiterin Manuela Lemster, die die Aktion gemeinsam mit der Bernd-Jung-Stiftung veranstaltet. „Da sitzen ältere Menschen und denken: Ach Gott, das hab ich auch!“ In Bobenheim-Roxheim will Lemster stattdessen Gesundheitsbewussten jede Menge Anregungen geben, wie sie ihre Gesundheit lange erhalten können. Die Organisatorin will auf das breit gefächerte Angebot vor Ort aufmerksam machen und auch Unbekannteres in den Blickpunkt rücken: Was man in den Volkshochschulkursen „Pilates“ oder „Muskelschwung“ übt, erfährt man bei Vorführungen oder macht gleich selbst mit. Am VHS-Stand berät die Leiterin gerne im persönlichen Gespräch über geeignete Kurse. „Zumba boomt ohne Ende. Unter manchen anderen Kursen können sich die Leute nichts vorstellen und gehen weniger hin“, erklärt sie. „Dabei kann zum Beispiel autogenes Training in unserer schnelllebigen Zeit helfen.“ An die Prävention denkt die Volkshochschulleiterin auch bei der Kooperation mit der Naturheilpraxis Meyer, Praxis für Osteopathie Reimer und Optik Klein. So kann man in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Halle beim Optiker die Sehschärfe testen und sich darüber informieren, was beim Kauf einer Sonnenbrille zu beachten ist. Auch zur Physiotherapie müsse man nicht erst auf Rezept vom Arzt, meint Lemster, die das selbst in ihrer Kur zu hören bekommen hat. „Man arbeitet 40 Stunden pro Woche am Schreibtisch und sitzt vielleicht auch danach noch“, sagt Lemster. „Dabei könnte man sich mal eine Massage gönnen, statt sein Geld ins nächste Outfit zu stecken.“ Gesundheitsbewusste können sich beim Stand der Verbraucherzentrale darüber informieren, was auf Lebensmittelverpackungen als gesund gepriesen wird und was tatsächlich drin steckt. Einen Sinnenparcours will die Berufskrankenkasse Pfalz aufbauen. Beim Bund gegen Alkohol und Drogen kann man testen, wie reaktionsfähig man ist – auch mit einer Brille, die die Sicht wie im betrunkenen Zustand einschränkt. Eine Kostprobe vom Essen auf Rädern bringt der Arbeiter-Samariter-Bund mit. „Der ASB bietet einen Einkaufsdienst an“, sagt Lemster. „Vielleicht gibt es Leute, die alte Nachbarn haben und auf diese Weise ehrenamtlich helfen wollen.“ Helfen können Besucher auch, indem sie sich für eine Stammzellenspende typisieren lassen. In einem Vortrag berichtet die Stefan-Morsch-Stiftung über „Hilfe für Leukämie-Kranke“. „Ich will die Stiftung schon seit Längerem einladen, habe aber keine Gelegenheit gefunden“, sagt Lemster. „Am Weihnachtsmarkt geht so etwas nicht, da wollen die Leute ihren Glühwein trinken.“ Ebenfalls in einem Vortrag erfahren Berufstätige, die am Bildschirm arbeiten, wie man dabei Augen und Rücken entlastet. Darüber informiert die Bobenheim-Roxheimer Hausärztin Cornelia Kirscht. Auf wärmere Zeiten bereitet Hautarzt Ralf Schwarzenbach vor, der die Frage beantwortet „Wie viel Sonne verträgt die Haut?“. Und ebenfalls mit Blick auf die kommende Badesaison am Silbersee können sich besonders Fitte beim DLRG übers Rettungsschwimmen informieren. (jel)