Fussgönheim
Kunsthandwerkermarkt: Über das Schöne in diesen Zeiten
Vielleicht liegt es daran, dass viele in dieser von der Pandemie und einem Krieg mitten in Europa geprägten Zeit, das Schöne bewusster wahrnehmen. Vielleicht ist auch die Sehnsucht nach dem Fröhlichen, Unbeschwerten größer als in den Jahren zuvor. Zumindest fiel auf, dass viele Aussteller in erster Linie von den positiven und schönen Gesprächen berichteten, die sie mit den Besuchern geführt haben.
„Ich hatte das Gefühl, dass die Leute hier aufblühen“, sagte etwa Monique Ossig, die mit ihren Keramikunikaten in frühlingshaften Farben viele Kunden angezogen hat. „Ich habe alles, was Freude macht“, beschrieb sie ihr Sortiment aus Keramikanhängern und Schmuck und fügte hinzu: „Das braucht man ja auch in dieser Zeit.“ Ähnlich sah es Elke Mayer, die mit ihrer dekorativen Ölmalerei zu den Stammausstellern gehörte. Vor allem zahlreiche Hasenfiguren aus Holz fanden ein neues Zuhause. Das liege an ihren fröhlichen, lachenden Gesichtern, war Mayer überzeugt.
Für einen eigenen Kundenkreis
Ebenfalls viele Hasen, jedoch deutlich kleiner und aus Zinn, gab es am Stand von Michael Dengel, der zum wiederholten Mal eigens aus Frankfurt angereist war, weil er das hohe Niveau der Veranstaltung sehr schätzt. Ob eine Szene aus der Häschenschule zum Aufstellen oder kleine Figuren in Streichholzschachteln – die Zinn-Kunstwerke sind vor allem bei Sammlern sehr beliebt. Überhaupt ist der Fußgönheimer Markt ein Anlaufpunkt für Sammler. So hatte auch der Glasbläser Gerd Felka, der zum ersten Mal teilnahm, neben mundgeblasenen und handbemalten Eiern etwas dabei, für das es einen ganz eigenen Kundenkreis gibt: Miniaturen. Winzige Parfüm- und Apothekerfläschchen, Gläsersets und Vasen aus Glas gab es bei ihm zu bestaunen. Wie es gelingt, diese so akkurat herzustellen? „Indem Sie fünf Jahre üben, Spezialwerkzeuge und das richtige Material benutzen und Kunst studiert haben“, erklärte der Ilmenauer. „Und dann müssen Sie noch ein bisschen verrückt sein.“
Nicht unbedingt verrückt, aber außergewöhnlich war vieles, was an den knapp 30 Ständen angeboten wurde. Da gab es etwa niedliche Stoffhühner in Tassen und Saucieren, aufwendig gestaltete Lichtertüten, extravagante Frühlingsgestecke oder aus Fasseiche gefertigte Schutzengel. Auch Unikate aus Papier, einzigartige Grußkarten und Lederwaren waren zu entdecken. Daneben drehte es sich aber bei vielen Ausstellern natürlich um das Ostersymbol schlechthin – das Ei. Dabei waren der Fantasie bei den Motiven und den Techniken keinerlei Grenzen gesetzt. Auch Elena Dibner hatte bereits ein neues Unikat in Arbeit. Ihre glänzenden Lackeier und Lackminiaturen mit aufwendigen Motiven zogen viele bewundernde Blicke auf sich. Dass bei aller Fröhlichkeit die Probleme in der Welt aber nicht vergessen werden, zeigte ein Schild an ihrem Stand: Ihren Erlös wird die Künstlerin für Medikamentenlieferungen in die Ukraine spenden.
Termin
Der Österliche Kunsthandwerkermarkt in Fußgönheim, Hauptstraße 64a, öffnet noch einmal mit überwiegend neuen Ausstellern am Samstag, 12. März, von 10 bis 18 Uhr, und am Sonntag, 13. März, von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 2,50 Euro. Es gilt die 2G+-Regel.