WALDSEE RHEINPFALZ Plus Artikel Kulturhalle: Toiletten-Pläne mit Zündstoff

Schulleiterin Nadine Wübbe ist gegen eine der beiden diskutierten Varianten für die Toiletten: Zwei Bäume und der Brunnen müsste
Schulleiterin Nadine Wübbe ist gegen eine der beiden diskutierten Varianten für die Toiletten: Zwei Bäume und der Brunnen müssten weichen, wenn diese umgesetzt wird.

Toiletten für Schüler, Lehrer und Kulturhallenbesucher: Auf dem Gelände der Hermann-Gmeiner Schule in Waldsee sind große Veränderungen geplant. Die Leiterin befürchtet eine Entscheidung zuungunsten ihrer Schule.

Die Schüler bekommen neue Pausentoiletten unterhalb der Turnhalle. Dafür kann der Zwischenbau abgerissen werden. Auch für die Kulturhallenbesucher gibt’s nagelneue Toiletten, denn die bisherigen im Keller werden als Stundentoiletten für Schüler und Lehrer umgebaut. Wo aber die neuen Kulturhallentoiletten gebaut werden sollen, das ist Thema der Sitzung des Ortsgemeinderats Waldsee, der am heutigen Donnerstag in einer Videokonferenz tagt.

Zwei Varianten stehen zur Diskussion: Bei der ersten Variante werden die Toiletten auf dem Grünstreifen vor dem Mehrzweckraum errichtet. Der Zwischenbau zwischen Mehrzweckraum und Kulturhalle wird bis zum Eingang der Toiletten erweitert. Die Anlage kann weitgehend frei und unabhängig von der Sanierung des Schulhauses geplant werden, da das Schulgelände nicht betroffen ist. Nachteil dieser Variante: Die Besucher von Veranstaltungen müssen vom Saal aus und nicht vom Foyer aus den Weg zur Toilette antreten. Außerdem fällt ein Teil des Grünstreifens zwischen Mehrzweckraum und Parkplätzen weg, ebenso Fenster im Mehrzweckraum. Die Baukosten für diese Variante betragen rund 252.000 Euro.

Bei der zweiten Variante werden die Toiletten im Schulhof hinter der Kulturhalle und dem Küchenraum angebaut. Die Besucher müssten dann – zwar direkt aus dem Foyer, aber durchs Freie – über den Schulhof zur Toilette laufen. Sollte ein überdachter, verglaster Zugang gebaut werden, würde mindestens ein Fenster des Küchenanbaus wegfallen. Außerdem müssten der Brunnen abgebrochen und zwei Bäume gefällt werden. Der aus Brandschutzgründen geforderte Mindestabstand zu den bestehenden Gebäuden könnte nicht eingehalten werden, weshalb der Zugang dann mit Brandschutzverglasung ausgeführt werden und einen Notausgang bekommen müsste. Diese Lösung wäre mit rund 336.500 Euro die teurere Variante. Die Arbeiten müssten eng mit der Schule abgestimmt werden und könnten zum Teil nur in den Ferien durchgeführt werden. Und es hätte zur Folge, dass die dringend benötigten Stundentoiletten für Schüler und Lehrer erst sehr viel später gebaut werden könnten.

Schulhof würde schrumpfen

Ortsbürgermeisterin Claudia Klein (CDU) erläutert die Problematik: Die Stundentoiletten werden in den Räumen der bisherigen Kulturhallentoiletten entstehen. Und das geht erst, wenn es neue Kulturhallentoiletten gibt. Vor dem Mehrzweckraum könnten die jederzeit gebaut werden. Im Schulhof aber erst, nachdem der Zwischenbau, in dem sich die Pausentoiletten für die Schüler befinden, abgerissen ist, weil sonst keine Baumaschinen in den Schulhof kommen können. Der Zwischenbau kann aber erst dann abgerissen werden, wenn die neuen Pausentoiletten fertig sind. Trotz der großen Nachteile tendierte die Mehrheit der Mitglieder des Bauausschusses zu dieser Variante im Schulhof.

Das wiederum kann Schulleiterin Nadine Wübbe überhaupt nicht nachvollziehen. „Die Elternvertreter und die Schule sprechen sich ganz klar für die Lösung vor dem Mehrzweckraum aus“, sagt sie und nennt gleich mehrere Gründe: In der Vergangenheit sei klar kommuniziert worden, dass man sich eine klare Trennung von Schule und Kulturhalle wünsche. Da passe eine Kulturhallentoilette auf dem Schulgelände nicht. Der Schulhof würde dadurch kleiner und das in einer Zeit, in der die Schülerzahlen zunehmen. Ab kommendem Schuljahr werde die Schule wieder komplett dreizügig und das werde wohl auch so bleiben. „Wir haben vor einigen Jahren eh schon für die Kita im Pavillon einen Teil des Schulhofs abgegeben. Es wäre schade, wenn das jetzt so weiter geht“, findet Wübbe. Außerdem müsse man sich die Müllproblematik bewusst machen: Wenn die Kulturhallen-Toiletten im Schulhof gebaut werden, rechnet die Schulleiterin nach Veranstaltungen mit Müll auf dem Schulhof, so wie das bisher schon auf dem Platz vor der Kulturhalle der Fall gewesen sei.

Kinder als Leidtragende?

„Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn die Meinung der Schule zwar gehört, aber nicht berücksichtigt wird“, sagt Nadine Wübbe. „Veranstaltungen finden nicht oft statt, die Kinder gehen aber jeden Tag in die Schule. Warum sollen sie die Leidtragenden sein?“

Die Ratsmitglieder müssen nun entscheiden, was wichtiger ist: ob die Besucher der Veranstaltungen der Kulturhalle vom Foyer aus die Toiletten aufsuchen können anstatt durch den Saal zu gehen oder ob die Schulkinder ihren großen Schulhof so behalten dürfen, wie er ist.

Termin

Waldsee tagt heute, Donnerstag, 19 Uhr. Die Öffentlichkeit kann die Sitzung im Rathaus der Verbandsgemeinde Rheinauen über Leinwand oder per Link auf www.vg-rheinauen.de mitverfolgen.
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