Rhein-Pfalz Kreis Kreisstraßen dicker Brocken im Bau-Etat
«Ludwigshafen.» Mehr als 90 Seiten umfasst der Teil der Haushaltsplanung für den Rhein-Pfalz-Kreis, der in den Fachbereich des Ausschusses Bau, Planung und Verkehr fällt. Die Papierstapel auf den Tischen der Ausschussmitglieder blieben am Donnerstag jedoch fast unberührt. Der Ausschuss konzentrierte sich auf den Schwerpunkt Straßenbau.
Seite für Seite den Haushaltsplan durchgehen – das haben die Fraktionen ja schon im Vorfeld getan, mutmaßte Landrat Clemens Körner (CDU). Und Ausbau und Erneuerung der Kreisstraßen und der Radwege machen einen großen Anteil des Bauhaushalts aus. 95 Kilometer Länge haben die Kreisstraßen insgesamt. Referatsleiter Michael Pack hatte für die Sitzung Fleißarbeit geleistet und stellte in einer Präsentation detailliert vor, was vom Norden des Kreises – dem Ausbau der K 6/K 1 in Bobenheim-Roxheim, „da haben wir endlich beginnen können“– bis zum Süden, etwa bei der K 16 in der Ortsdurchfahrt Dudenhofen, in den kommenden Jahren geplant ist. „Der zeitliche Ablauf der Bauarbeiten wird immer mehr bestimmt durch Personalengpässe beim Landesbetrieb Mobilität und bei den Baufirmen“, verdeutlichte Pack. So manches Projekt verzögere sich dadurch. Oder auch durch die Suche nach der Haubenlerche, wie bei Dannstadt-Schauernheim, oder dem Auftauchen des Wiedehopfes bei Dudenhofen. Thema Radwege: Die vom Rhein-Pfalz-Kreis entlang der Kreisstraßen ausgebauten Radwege enden öfter an der Grenze zum Kreis Bad Dürkheim. Laut Michael Pack wird der Nachbarkreis in den kommenden Jahren den Radweg zwischen Lambsheim und Gerolsheim und den von Rödersheim nach Gönnheim in Angriff nehmen. Thema Umgehungsstraßen: Auf einer Prioritätenliste des Landes Rheinland-Pfalz sind unter 17 Projekten drei aus dem Rhein-Pfalz-Kreis dabei (wir berichteten): Böhl-Iggelheim, Römerberg und Bobenheim-Roxheim. Clemens Körner informierte den Bauausschuss, dass es demnächst ein Gespräch von ihm und den betroffenen Bürgermeistern mit den Landesbehörden gebe, wie diese Liste zu bewerten und umzusetzen sei. Die Mitglieder des Bauausschusses empfahlen dem Kreistag, den im Investitionsprogramm vorgesehenen Bauprojekten zuzustimmen. Außer dem Haushalt standen Beschlüsse über Bauaufträge auf der Tagesordnung. Beim Kreisbad Aquabella Mutterstadt muss das Dach saniert werden, bevor die geplante Fotovoltaikanlage aufgebracht werden kann. Laut Michael Pack ist bei der Dachhaut Faltenbildung festgestellt worden. Der Ausschuss beschloss, die Arbeiten für rund 35.500 Euro an den wirtschaftlichsten Anbieter, die Isobau GmbH in Neuhofen, zu vergeben. Mehrkosten von rund 2900 Euro hat der Ausschuss für die Dachentwässerung bei der energetischen Sanierung der alten Kreissporthalle in Schifferstadt genehmigt. Dort sei festgestellt worden, dass die vorhandenen Sammelleitungen für Regenwasser nicht sachgerecht montiert gewesen waren, erläuterte Pack. Und rund 7000 Euro Mehrkosten haben die Ausschussmitglieder bei einem Nachtrag für die Brandmeldeanlage bei der Sanierung der Rudolf-Wihr-Realschule plus in Limburgerhof bewilligt. Vertagt werden musste der Auftrag für Stahlbauarbeiten an der IGS Mutterstadt: Hier gab es laut Körner kein wirtschaftlich vertretbares Angebot auf die Ausschreibung.