Rhein-Pfalz Kreis Kreisel-Ampel ab Montag aktiv
Die enormen Rückstaus bis auf die Autobahn und nach Kirchheim aus der ersten Testphase sind verarbeitet. In der zweiten Testphase der sogenannten Pförtner-Ampel am Autobahn-Kreisel sind ab nächster Woche nicht nur die Rotphasen kürzer. Über Videokameras wird der Verkehrsfluss überwacht, um kurzfristig reagieren zu können.
„Der Kreisel an der A 6 ist in Spitzenzeiten überlastet – er war das auch schon ohne die Metro-Lkw. Mit der Ampel werden wir auch künftig Rückstaus nicht vermeiden können, dazu ist die Fahrzeugmenge in den Stoßzeiten einfach zu groß. Mit der modernen Ampelanlage kann der Verkehr aber so gesteuert werden, dass die Wartezeiten auf ein verträgliches Maß sinken.“ Sven Anker, Experte des auf Verkehrstechnik spezialisierten Karlsruher Ingenieurbüros Modus-Consult, weiß, dass die Ampel am Grünstadter Autobahn-Kreisel nur eine Übergangslösung sein kann. Aber solange es keine zusätzliche Autobahnabfahrt gibt, soll die Ampel wenigstens Rückstaus Richtung Bockenheim im Norden verringern. Dazu wird über Sensoren der Ampel gemeldet, wann der Rückstau Richtung Norden ein gewisses Maß überschritten hat, gleichzeitig wird dadurch die Signalgebung automatisch aktiviert. Die Ampel schaltet auf Rot für den von der Autobahn kommenden Verkehr und schafft damit die Möglichkeit, dass die von Norden kommenden Autos auch in den Kreisel einfahren können. Die Experten gehen davon aus, dass dies im Feierabendverkehr ab etwa 16 Uhr der Fall sein wird. Im Vergleich zur ersten Testphase im Dezember gebe es die Möglichkeit dreier unterschiedlich langer Rot- und Freigabezeiten. Klar sei, dass die in der ersten Testphase gewählte Variante eine zu lange Rotphase hatte. Allerdings – da waren sich Modus-Consult-Mitarbeiter und Vertreter des Landesbetriebs Mobilität Speyer bei einem Pressegespräch einig – seien die an zwei Tagen chaotischen Verhältnisse nicht explizit auf die Ampel zurückzuführen, sondern auf „außergewöhnliche Verkehrsverhältnisse an diesen beiden Tagen“. Nach den damals sich bis auf die Autobahn und nach Kirchheim bildenden Rückstaus wurde die Ampel deaktiviert. Und blieb ausgeschaltet. Der Zeitpunkt für den Beginn der zweiten Testphase am kommenden Montag sei gewählt, weil mit Beginn der Osterferien auch der Verkehr nachlässt. In dieser Zeit könnten sich die Autofahrer an die ungewöhnliche Kreisel-Ampel besser gewöhnen, teilt der LBM mit. Außerdem werde ein Schild zwischen Autobahnbrücke und Kreisel mit der Aufschrift „Zufluss-Regelung aktiv“ mit Blinklicht angebracht, um die Fahrer darauf hinzuweisen, dass sich die Ampel aktiviert hat. Dieser Hinweis sei sinnvoll, da Ampeln an Kreiseln die Ausnahme sind. Außerdem gibt es die „Schwarz-Rot-Regelung“, das heißt, es gibt kein Grün, sondern die Ampel ist nur aus. Im Vergleich zum ersten Test neu ist auch, „dass der Verkehrsablauf mittels anonymisierter Videoerfassung aufgezeichnet wird, um die Steuerung noch feiner justieren zu können“, so die Experten. Zudem werden anfangs auch Mitarbeiter vor Ort sein, um den Verkehr zu beobachten und notfalls auch kurzfristig reagieren zu können. Diese verstärkte Überwachung soll nach den Osterferien wieder aufgenommen werden, wenn sich die Anzahl der Verkehrsteilnehmer wieder erhöht. Die in der Testphase ermittelten Daten sollen schließlich in eine Schaltung der Ampel münden, die „das System im Gesamten optimiert“, sprich keine Einfahr-Richtung zum Nachteil anderer Richtungen bevorteilt, so der LBM. „Vielleicht gibt es unter gewissen Voraussetzungen sogar die Erkenntnis, dass es besser ist, wenn die Ampel zeitweise aus ist, weil die Nachteile überwiegen.“ Zur Anpassung sei die Testphase ja da, bitten die Verkehrsexperten auch um Verständnis für mögliche Behinderungen „an diesem verkehrlich hoch belasteten Kreisverkehr“.