Dannstadt-Schauernheim
Kreative Adventsmusiker
Statt vom Glockenturm der katholischen Kirche St. Michael haben die Turmbläser am Sonntagmorgen vom Flachdach des angrenzenden Pfarrzentrums gespielt. Schulter an Schulter im Kirchturm beieinander stehen, das verbietet sich in Zeiten des nach wie vor grassierenden Coronavirus. In Abstimmung mit der katholischen Kirchengemeinde sind die Musiker um Organisator Christian Magin daher auf das Flachdach ausgewichen. „Dort konnten wir sogar mit mehr Musikern und vollkommen coronakonform mit mindestens 1,5 Metern Abstand zueinander spielen“, erzählt Magin. Sechs Trompeten, eine Posaune, ein Waldhorn, zwei Euphonien, eine Tuba und drei Querflöten – insgesamt 14 Musiker haben dort Platz gefunden. Im Kirchturm ist ihre Anzahl hingegen sonst auf maximal zwölf Teilnehmer – acht Blechbläser und vier Glöckner – begrenzt, da mehr nicht in den Turm passen.
„Schön war, dass die Zuschauer beziehungsweise Zuhörer uns einmal sehen konnten und wir sie natürlich auch“, beschreibt Magin einen weiteren Vorteil des ungewohnten Standorts. Der Nachteil sei indes, dass das Ensemble nicht mit den Kirchenglocken zusammen spielen konnte, was für ihn den besonderen Reiz ausmacht. „Ich würde lieber wieder oben auf dem Turm spielen, obwohl es vom Dach auch schön war“, sagt er. Und selbstverständlich sei alles besser, als gar nicht spielen zu können wie vergangenes Jahr im langen Winter-Lockdown.
Kein Regen, kein Wind, aber ziemlich kalt
Mit Freude hat die Maginsche Truppe daher ab 10 Uhr elf Adventslieder zum Besten gegeben: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, „Wir sagen Euch an den lieben Advent“, „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, „Leise rieselt der Schnee“, „O Tannenbaum“, „Kling, Glöckchen, kling“, „Andachtsjodler“, „Schneeflöckchen, Weißröckchen“, „Lasst uns froh und munter sein“, „Süßer die Glocken nie klingen“ und „Tochter Zion“. Derart ansprechend eingestimmt, konnten die Zuhörer schließlich um 10.30 Uhr in die Messe strömen. Auch das Wetter habe mitgespielt: kein Regen, nur leichter Wind, allerdings ziemlich kalt. Doch für die Klänge habe das bedeutet, „dass wir mindestens bis zum alten Friedhof zu hören waren“.
Ob die Turmbläser an Heiligabend erneut die Ohren der Gottesdienstbesucher mit entsprechenden Melodien verwöhnen werden, bleibt wegen der Pandemie offen. „Ich verfolge stets, welche neuen Coronaregeln die Bundesregierung und das Bistum Speyer erlassen. Auf dieser Grundlage muss ich dann kurzfristig entscheiden“, erklärt Magin.