Rhein-Pfalz Kreis Kraftvolles Getucker und viele Fachsimpeleien

Parkplatz gesucht: Die Besitzer alter Traktoren präsentierten beim Oldtimertreffen ihre Gefährte – natürlich ordentlich in Reih
Parkplatz gesucht: Die Besitzer alter Traktoren präsentierten beim Oldtimertreffen ihre Gefährte – natürlich ordentlich in Reih und Glied.

«Dannstadt-Schauernheim.»Der Geruch von Diesel hat am Sonntag auf dem Gelände der Fußballgesellschaft Dannstadt in der Luft gelegen. Beim Oldtimertreffen der Oldtimer Freunde Dannstadt wurden wieder zahllose alte Traktoren, aber auch andere Gefährte präsentiert. Die Gäste fachsimpelten und bestaunten die alten Schätzchen.

Es tuckert, rumpelt und rasselt und schnauft: Etliche alte „Schnauferl“, vorwiegend Traktoren und Landmaschinen, sind beim Oldtimertreffen in Dannstadt angetuckert gekommen und wurden von ihren Besitzern fein säuberlich auf dem Gelände der Fußballgesellschaft aufgereiht. Und wechselseitig bewundert. Vom Zündapp-Motorrad über liebevoll gepflegte Isettas bis hin zu riesigen Feldschleppern aus jüngerer Zeit – die komplett Bandbreite wurde präsentiert. Das Blechkleid fein säuberlich poliert – fast wie frisch vom Band gelaufen –, standen einige da. Andere bestachen durch die Patina jahrzehntelanger Einsätze bei Wind und Wetter auf den Feldern. Teils waren die alten Liebhaberstücke geschmückt und mit informativen Zetteln versehen. Und die Besitzer fachsimpelten eifrig mit anderen Enthusiasten. Den wirkungsvollsten Auftritt hatte jedoch ein alter Lanz-Bulldog. Vom Konstrukteur ist der Satz überliefert: „Ein Schlepper kann nicht einzylindrig genug sein.“ Im Zusammenspiel mit dem gewaltigen Hubraum und dem wuchtigen Drehmoment der Maschine, ergibt das ein unverwechselbares Rumpeln im Leerlauf, das den ganzen Apparat durchrüttelt wie eine Hüpfburg beim Kindergeburtstag. Da liegt es nicht mehr fern, den Bulldog als Taktgeber zu verwenden, wie das die Blaskapelle Dannstadt zur Eröffnung des Festes vorführte. Wie bei vielen Bands üblich, orientierten sich die Musiker von „Lanz mit Orchester“ am vorgegebenen Tempo von Bass und Schlagzeug. Der alte Traktor – der Auspuff war mit einem Mikrofon versehen – übernahm beides zugleich, und auch wenn die alten Mannheimer Stahlungetüme keine Synkopen spielen können, mit der Kapelle zusammen stampfte der Schlepper einen schönen Marsch auf das Sportgelände der Dannstadter Fußballgesellschaft. Auf das angekündigte Gaspedal-Allegro hat die Kapelle dann aber verzichtet, der Fahrer schwang sich erst nach Ende des Konzertes wieder auf den Sitz und fuhr seinen Oldie zurück in die Parkbucht. Ab 13 Uhr stellte dann Roland Humbert aus Zeiskam sein Expertenwissen zur Verfügung und führte die interessierten Gäste und Teilnehmer durch die Ausstellung. Ein Hufschmied präsentierte sein Handwerk ebenfalls und sogar eine fußbetriebene Bohrmaschine aus der Mitte des 19. Jahrhunderts konnten die Besucher in Aktion erleben. Die kleinen Gäste konnten sich auf einem großen Parkour mit verschiedensten Trettraktoren austoben. Auch eine lebensechte Plastikkuh namens Brigitte stellte sich klaglos in die heiße Sonne und ließ sich gegen eine kleine Spende melken. Seit dem „Rekordtreffen“ 2009 mit mehr als 200 Fahrzeugen hat sich der Oldtimertreff nunmehr mit seiner zwölften Ausgabe fest etabliert als ein „etwas anderes Fest“. Hier gibt es alle zwei Jahre ein Gratis-Freiluft-Technikmuseum voller Nostalgie, das seinesgleichen sucht.

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