Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Kraftschöpfen im Wald: „Selbst Rowdies sind entspannt“

Zum Wünsche hineinlegen: Am Kraftschöpf-Nachmittag mit Barbara Vogel gestalten die großen und kleinen Teilnehmer gemeinsam ein H
Zum Wünsche hineinlegen: Am Kraftschöpf-Nachmittag mit Barbara Vogel gestalten die großen und kleinen Teilnehmer gemeinsam ein Herz auf dem Waldboden.

Für Barbara Vogel gibt es kaum etwas Erholsameres, als im Wald zu sein. Ihre Begeisterung teilt die Waldpädagogin mit Kinder und Familien, wie in den nächsten Tagen in Mutterstadt. Im Gespräch mit Christine Kraus beschreibt sie die große Heilkraft des Waldes.

Frau Vogel, kaum scheint die Corona-Pandemie ein wenig an Schrecken verloren zu haben, erleben wir mit Ukraine-Krieg die nächste Bedrohung. Viele Erwachsene sind längst am Limit. Aber was macht das mit Kindern?
Ich erlebe das in den Zwischentönen. Die Kinder kommen nicht und sagen: Da ist Krieg. Wenn ich aber mit einer Klassengemeinschaft gemeinsam ein Herz lege und den Kindern sage, dass sie, wenn sie möchten, Wünsche hineinlegen können, dann höre ich oft, dass nie wieder Corona sein soll, alle gesund bleiben oder der Krieg nicht zu uns kommen soll.

Wie greifen Sie das in Ihrer pädagogischen Arbeit auf?
Zum Beispiel bei Baumpflanz-Aktionen des Forstamtes mit Grundschulkindern in Otterstadt, Mutterstadt oder Maxdorf: Wir besprechen miteinander, warum Bäume für uns Menschen so wichtig sind, wie alt sie werden können und dass Bäumepflanzen auch viel mit Zuversicht und Hoffnung für eine gute Zukunft zu tun hat. Die Kinder geben den Bäumchen beim Pflanzen gute Wünsche mit. Häufig hörte ich, dass sie ihm ein langes Leben in Frieden wünschen und dass es Besuch bekommen soll von vielen Tieren. Man muss bei Kindern schon sehr aufpassen, dass man ihre Ängste anhört und aufnimmt, sie aber möglichst nicht verstärkt. Die Natur bietet dafür einen guten Rahmen, denn hier kann in wörtlichen Sinne die Wirklichkeit mit allen Sinnen verarbeitet werden.

Wie denn? Was beobachten Sie da?
Wenn ich Kinder ermutige, sich auf den Boden zu legen, den Vögeln zuzuhören, das Rauschen der Blätter wahrzunehmen, Waldradio zu hören, dann sind selbst die größten Rowdies sind völlig entspannt und losgelöst. Es berührt mich sehr, dass Kinder das noch können und wie sehr sie das brauchen. Wenn sie draußen mit Naturmaterialien bauen, konsumieren sie nicht, sondern sie sind selbst schöpferisch tätig und sie sind anschließend stolz auf das Geschaffene. Das stärkt sie und macht sie glücklich.

Und wie ist eigentlich das mit den Eltern der Kinder? Sind sie im Moment noch für die heilsame Wirkung der Natur empfänglich?
Ja, klar. Den Frühling zu erleben, das macht was mit der Psyche der Menschen. Sie sehen, da geht wieder was los, da ist Hoffnung da, da ist Wachstum, da entsteht neues Leben. Man spürt die ersten warmen Strahlen der Sonne auf der Haut, lauscht dem Gezwitscher der Vögel, atmet unwillkürlich tiefer, wird ruhiger und bekommt Brust und Kopf frei. Oft sind Kinder und Erwachsene erstaunt, wie gut schon so eine kleine Auszeit tut. Ich lächle dann in mich hinein und denke mal wieder voller Dankbarkeit: Unter großen Bäumen werden auch die Sorgen kleiner.

Was haben Sie für den Kraftschöpf-Nachmittag am 1. April im Mutterstadter Wald geplant?
Ich werde verschiedene Stationen aufbauen, sodass Kinder und Eltern gemeinsam aktiv werden können. Gemeinsame Erlebnisse verbinden und stärken Familien. Sie können zum Beispiel eine Waldmurmelbahn oder Wichtelhäuser bauen, in Hängematten abhängen, die Waldschaukel ausprobieren oder sich zum Vorlesen auf eine Decke mit Büchern zurückziehen. Verschiedene Bewegungs- und Kreativangebote runden das Programm ab. Einiges machen wir auch gemeinsam. Das ist ja das Tolle im Wald, da ist für jedes Alter etwas dabei. Eine Auszeit für alle: Kinder und Eltern, die miteinander bauen, spielen, entdecken. Oder auch gemeinsam träumen unter Bäumen.

Termin

Kraftschöpf-Nachmittag mit Barbara Vogel für Familien mit Kindern von einem bis zehn Jahren am Freitag, 1. April, 15.15 bis 17.45 Uhr, Mutterstadt. Treffpunkt Parkplatz an der Walderholung, An der Fohlenweide. Kosten: Sieben Euro für Kinder, zehn Euro für Erwachsene, 22 Euro für Familien. Das Honorar wird an „Ärzte ohne Grenzen“ gespendet“. Anmeldung per E-Mail an vogelvilla@gmail.com oder per SMS/Whatsapp an 0175 9810678.

Barbara Vogel
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