Dannstadt-Schauernheim
Kostenexplosion: Kita-Neubau wird deutlich teurer
Ursprünglich sollte der Ortsgemeinderat darüber befinden, ob er dem Entwurfsplan zustimmt und, falls er das tut, damit in die nächsten Planungsphasen geht. Außerdem sollte er in diesem Fall die Verwaltung beauftragen, eventuell mögliche Zuschüsse zu beantragen. Doch daraus ist erst mal nichts geworden. Zu groß war der Klärungsbedarf bei den Vertretern von CDU, FDP, Grünen und SPD. „Wir fragen uns, wie die Kosten innerhalb eines Jahres um über zwei Millionen Euro steigen konnten“, erklärte Rainer Keck (CDU) und erntete zustimmendes Nicken auch aus anderen Fraktionen.
Zur Erinnerung: Bei der letzten Schätzung im März bekamen die Mandatsträger noch einen Betrag von fast fünf Millionen Euro genannt. Zwischenzeitlich war auch von 5,8 Millionen Euro die Rede, diese Summe erübrigte sich aber. Denn sie beruhte auf der Absicht, das Aufstocken der dreigruppigen Kita für zusätzliche Gruppen baulich für zusätzliche rund 880.000 Euro vorzubereiten und so später einmal insgesamt Aufwand und Geld zu sparen. Nachdem die Kreisverwaltung jedoch überraschend ihre Bedarfsplanung, an der sich Kommunen orientieren müssen, überraschend angepasst und nach unten korrigiert hatte, kassierte der Dannstadt-Schauernheimer Rat den entsprechenden Beschluss wieder und es blieb bei fünf Millionen Euro. Bis jetzt.
Michael Klee erklärte die erneute Kostenexplosion mit der allgemeinen Preissteigerung und der fortgeschrittenen Fachplanung. Letztere habe gezeigt, dass die Technikräume für die große Küche und die Lüftungsanlage größer ausfallen müssen. Die Küche sei der „Hauptbrocken“. „Sie ist für maximal 280 Kinder und 50 Erwachsene ausgelegt, also für 330 Essenseinheiten täglich“, sagte er. Das ist deutlich mehr, als die geplante Kita selbst benötigt. Doch der Gedanke dahinter ist, dass ihre Küche nahegelegene Einrichtungen wie die benachbarte Kita Sonnenschein mitversorgt und die Gemeinde durch diesen Synergie-Effekt langfristig Kosten spart. Die Idee kommt bei den zuständigen Behörden auch gut an, hat das Neubau-Projekt aber auch schon erheblich teurer gemacht: Nicht, aber vor allem wegen der größer dimensionierten Küche wurden aus den vor vier Jahren anfangs noch sehr grob geschätzten 2,8 besagte fast fünf Millionen Euro.
Und nun stehen 7,2 Millionen Euro in der Beschlussvorlage. „Das ist eine Summe, die sehr wohl bedacht werden muss und bei der alle Fragen ausführlich besprochen und geklärt werden müssen“, sagte Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU). Deshalb schlug sie vor, das Thema in den Bauausschuss zu verweisen und in diesen sämtliche Fachplaner und Sachbearbeiter der beteiligten Behörden einzuladen.
Marc Hauck (FDP) regte an, den Haupt- und Finanzausschuss dazuzunehmen. Er bemängelte, dass die Ortsgemeinde ständig neue Bedarfszahlen vorgelegt bekomme und immer wieder umplanen müsse. Aufgrund der immensen Kosten müsse alles noch mal grundlegend besprochen und geprüft werden, was sich überhaupt umsetzen lässt und ob es dazu Alternativen gäbe. Uwe Schölles (SPD) hielt die Planung nicht für einscheidungsreif, zu viel habe sich geändert. Es gelte nun, den Entwurf auf Einsparpotenzial abzuklopfen. Ralf Klein (Grüne) hatte mehrere Fragen, etwa zum genauen Anteil der Küche an den Kosten, die die Verwaltung am Montag nicht beantworten konnte. Das galt auch für Frithjof Burdans (SPD) Frage: „Haben wir auch die Erzieher dafür?“ Am Ende waren alle einverstanden, dass Thema in die beiden Fachausschüsse zu verweisen.