Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Konzert im Seniorenzentrum: Musik als ersehnte Abwechslung

 Volksmusik, Schlager und Walzer sorgten bei vielen Senioren für glänzende Augen.
Volksmusik, Schlager und Walzer sorgten bei vielen Senioren für glänzende Augen.

Im Caritas Altenzentrum Sankt Magdalena in Bobenheim-Roxheim wurde am Freitag endlich wieder gesungen und geklatscht. Die Band Sound Xpress aus Lautenbach bei Fulda sorgte mit Schlagern, Volksmusik und Walzern für heitere Stimmung, die die Bewohner nach den Entbehrungen der Pandemie-Monate bei strahlendem Sonnenschein sichtlich genossen.

Einige der Senioren sitzen schon seit zwei Stunden auf der großen Terrasse. Die Aufregung ist groß angesichts der langersehnten Abwechslung. Um 15 Uhr ertönen die ersten Klänge der Band. Bei der Liedauswahl ist für jeden etwas dabei, und spätestens bei Udo Jürgens Klassiker „Ich war noch niemals in New York“ gehen alle mit der Musik mit. Die Betreuer und einige der Besucher fassen die Menschen an den Händen und animieren sie zum Tanzen. Für zwei Stunden schimmert ein Glanz in den Augen der Senioren.

Einrichtungsleiter Uwe Stahl weiß, dass die Menschen in Bewegung gebracht werden müssen, etwa um die Rollstuhlfahrer zu mobilisieren. „Musik bewirkt viel Positives“, ist er überzeugt. Das sehe man an der Mimik und den Augen. „Manche kommen zu mir und wünschen sich, die Veranstaltung zu wiederholen“, freut sich Stahl, dem bewusst ist, dass alle diese Zusammenkünfte vermisst haben. War doch die letzte große Veranstaltung die Faschingsparty im vergangenen Jahr. Zusammen kamen sonst nur die Hausgemeinschaften, jeweils zwölf Personen. Auf diese Weise hat die Einrichtung laut Stahl in der Vergangenheit größere Corona-Ausbrüche vermeiden können.

„Jetzt ist es etwas ruhiger, aber die Musik lässt einen nicht los“, sagt der Sänger Stefan Eisenbach. Seine Band Sound Xpress sei früher in großer Besetzung durch die Lande gezogen, erzählt er. Auf die Idee, vor Senioren zu spielen, seien sein Bruder Wolfgang, die Sängerin Elke Frohnapfel und er kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie gekommen. „Musiker leben vom Applaus. Daher ist es schön, in die Gesichter zu schauen und zu sehen, wie sich der Ausdruck verändert“, erklärt er, was ihn zur Musik antreibt.

Hoffnung auf Rückkehr zu alter Normalität

Den Auftritt finanziell ermöglicht hat die Firma Jäger Direkt, die das Seniorenheim auch als Sponsor für Corona-Tests unterstützt. Markus Anstötz, der sich als Abteilungsleiter um Bewirtschaftung und Verwaltung der Einrichtung kümmert, hatte Sound Xpress bereits im Caritas Altenzentrum in Deidesheim gehört und die Gruppe gebucht. Das Repertoire findet er gelungen und hat deshalb gleich seine Frau und seine Schwiegermutter mitgebracht.

Bewohnerin Helga Laux, 86, genießt den Auftritt sichtlich. Von der Jugend an habe sie im Chor in Weisenheim am Sand mitgesungen, erzählt sie. Marie-Anne Jakoby bedauert, dass sie heiser ist. „Ich kenne alle Strophen und kann nicht mitsingen.“ Die 90-Jährige ist erst seit fünf Monaten in der Einrichtung. „Ich vermisse den Frohsinn im Haus“, sagt die gebürtige Moselanerin zur Corona-Situation. Gegen die Ruhe hat sie in ihrem Zimmer das Sprachassistentsystem Alexa aufgestellt, mit dem sie per Sprachbefehl Musik abspielen kann.

Was eine Rückkehr zur alten Normalität betrifft, ist Einrichtungsleiter Uwe Stahl noch vorsichtig. Für Zusammenkünfte im Innenbereich des Gebäudes tragen noch immer alle eine Maske. Er hofft, dass die Corona-Fallzahlen niedrig bleiben. Irgendwann werde es dienstags wieder die Cafeteria-Tage geben, sagt Stahl. Der Bruder eines Bewohners habe dort früher ehrenamtlich Klavier gespielt. Dann gehört das Musizieren wieder zum Alltag dazu.

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