Rhein-Pfalz Kreis Konzept setzt an vielen Stellen an

Die Idee, an diesem Fußweg in der Lokalbahnstraße im Notfall Kanalwasser in den Landgraben zu leiten, ist vom Tisch.
Die Idee, an diesem Fußweg in der Lokalbahnstraße im Notfall Kanalwasser in den Landgraben zu leiten, ist vom Tisch.

Gut ein Dutzend Dirmsteiner wollten am Mittwochabend im Rathaus mitverfolgen, welche Verbesserungen der Gemeinderat beim Hochwasserschutz im Dorf anstreben will. Ausführlich wird das Konzept noch mal in einer Einwohnerversammlung, vermutlich im November, vorgestellt.

Um Überflutungen und Schäden wie bei den Unwettern im Frühsommer 2016 zu vermeiden, hat sich die Ortsgemeinde Dirmstein fast gänzlich auf Kosten des Landes vom Kaiserslauterer Büro Obermeyer beraten lassen. Die Ingenieure haben – auch mithilfe der Bürger – die Stellen im Ort untersucht, die bei einem Starkregen schnell unter Wasser stehen. Dann haben sie sich überlegt, an welchen Punkten man dies oder das ändern kann, damit zum Beispiel das Wasser aus den Außenbereichen woanders hin fließt oder sich nicht irgendwo staut, statt in die vorgesehenen Rückhaltebecken zu strömen. Nach ein paar Fragen, aber ohne Streit stimmten alle Ratsmitglieder den Empfehlungen von Obermeyer-Mitarbeiterin Doris Hässler-Kiefhaber zu. Sie bestehen unter anderem aus Baumaßnahmen wie Bordsteinabsenkungen und der Verbesserung oder Schaffung von Zuläufen zu diversen Regenbecken und zum Kanal. Mehrfach genannt werden in dem Katalog Lindesheimer Straße, Obertor, Mandelpfad und Wörschberger Weg. Der Sonderfall Lokalbahnstraße bleibt außen vor: Weder die Diplom-Ingenieurin noch die Ratsmitglieder halten die früher angedachten Mittel, um die von West nach Ost fallende Straße vor Wasser aus dem Kanal oder aus der Stahlbergstraße zu schützen, für geeignet. Oder sie sind schlicht verboten, etwa weil sonst Schmutzwasser in den Landgraben gelangt. „Hier empfehlen wir individuellen Objektschutz“, sagte Hässler-Kiefhaber. Soll heißen: Die Anwohner müssen sich selbst kümmern. Auch eine Änderung der Schaltpunkte an den Hochwasserpumpen im Kanal, wie es viele Dirmsteiner fordern, kommt nicht infrage. Hässler-Kiefhaber stellte klar, dass die Genehmigungsbehörde in Neustadt das nicht erlaubt. Neben baulichen Verbesserungen, für die laut Ortsbürgermeister Bernd Eberle (FWG) im kommenden Doppelhaushalt Geld vorgesehen wird, führt das Büro Obermeyer auch Planungsaufgaben auf. Dazu gehören die Frage an den Landesbetrieb Mobilität, ob auf der L 453 am Obertor die Straßenentwässerung umgebaut werden kann, die Hochwasservorsorge bei künftigen Bebauungsplänen und Flurbereinigungsverfahren. Die Feuerwehreinsätze bei Hochwasser könnten optimiert und die Bürger über richtiges Verhalten bei Unwettern sowie über Eigenvorsorgemöglichkeiten aufgeklärt werden. In der Ratssitzung am Mittwoch sagte Theo Halama (FWG), er hätte über den Maßnahmenkatalog lieber nach der abschließenden Bürgerversammlung abgestimmt. Dem widersprachen sowohl der Bürgermeister als auch der SPD-Fraktionsvorsitzende. Bernd Eberle sagte, es habe für die Dirmsteiner genug Möglichkeiten zur Mitarbeit gegeben, und was jetzt beschlossen werde, könne immer noch um gute Ideen oder Hinweise von Bürgern ergänzt werden. SPD-Mann Gunter Greulich sagte: „Wir sollten jetzt mal loslegen mit Maßnahmen, die einfach und ohne große Kosten umzusetzen sind, und nicht noch eine und noch eine Runde drehen.“ Widerspruch erhielt auch Ruth Faber-Hedjazi (FWG) für ihre Äußerung, dass der am stärksten von Überflutungen betroffene alte Ortskern in den Empfehlungen nicht genug vorkomme. Dazu Doris Hässler-Kiefhaber:„Ganz im Gegenteil: Alle Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Dorfmitte zu entlasten. Was wir außerhalb oder oberhalb machen, kommt den Bewohnern unten zugute.“

Zum Hochwasserschutz gehört auch, solche Gullyverstopfungen zu vermeiden. Hier sind vor allem die Anlieger gefragt. Auch sollten
Zum Hochwasserschutz gehört auch, solche Gullyverstopfungen zu vermeiden. Hier sind vor allem die Anlieger gefragt. Auch sollten Grünschnitt und abgesägte Äste nicht in der Nähe des Floßbachs liegen gelassen werden. Der Wind könnte sie in das Gewässer wehen und es stauen.
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