Zur Sache
Kontrolle oder Vertrauensarbeit?

Was erwarten die Lambsheimer Politiker von der Jugendarbeit? Diese Frage ist am Dienstag im Kultur- und Sozialausschuss aufgekommen. Anlass war ein Antrag der SPD-Fraktion, die Jugendpfleger regelmäßig abends und an Wochenenden vor der Kita Lambiland einzusetzen, weil es dort zu Sachbeschädigungen gekommen war. Im Raum steht, den Bereich mit Kameras überwachen zu lassen. Damit sei ihre Fraktion nicht einverstanden, begründete Angela Haller (SPD) den Antrag. Besser sei die Ansprache der Jugendlichen.
Jugendpflegerin Carmen Wendel, die der Sitzung nicht beiwohnen konnte, hatte vorab in einer schriftlichen Stellungnahme mitgeteilt, die Jugendpfleger würden sich als Vertrauenspersonen disqualifizieren, „wenn wir wie das Ordnungsamt Platzverweise aussprechen“. Jugendliche, die etwas beschädigen wollten, ließen sich nicht auf sanktionierende Gespräche an Ort und Stelle ein, schrieb sie.
Ausschussmitglied Simon Kiefer (Grüne) betonte, die Ansprache solle nur der Kontaktaufnahme dienen. Der Antrag sei von den Jugendpflegern offenbar missverstanden worden, so der Tenor im Ausschuss. Deshalb wurde nicht darüber abgestimmt. Die Situation an der Kita sei eher ein Aufhänger für eine generelle Debatte über die Ausrichtung der Jugendarbeit. Sie soll in der nächsten Sitzung geführt werden.
