Rhein-Pfalz Kreis Kongenial und ausdrucksstark

Bringen die Romantik des Stücks von Max Bruch perfekt rüber: Bratschist Felix Weischedel und Klarinettist Sebastian Lastein beim
Bringen die Romantik des Stücks von Max Bruch perfekt rüber: Bratschist Felix Weischedel und Klarinettist Sebastian Lastein beim Konzert in Dannstadt-Schauernheim.

«Dannstadt-Schauernheim.»Mit einer sinfonischen Konzertmatinee ist die Klangkunstreihe der Ortsgemeinde Dannstadt-Schauernheim fortgesetzt worden. Unter der Leitung von Patty Kontogianni gastierte das Voith-Orchester mit den Solisten Felix Weischedel (Bratsche) und Sebastian Lastein (Klarinette). Mit Werken von Brahms, Bruch und Dvorák wurde den Besuchern ein ebenso anspruchsvolles wie unterhaltsames Musikerlebnis geboten.

Die Bühne im Zentrum Alte Schule in Dannstadt hat gerade noch ausgereicht, um all die Instrumentalisten des Voith-Orchesters unterzubringen. 65 Menschen spielen im Liebhaberorchester aus dem baden-württembergischen Heidenheim an der Brenz. Einst als Kammerorchester von den Inhabern des gleichnamigen Maschinenbauunternehmens gegründet, hat sich das Ensemble zum stark besetzten Sinfonieorchester, vom Firmenorchester zu einem Verein der alljährlich zwei große Konzerte gibt, entwickelt. Eines davon findet nächste Woche in Heidenheim statt und kam nach einem Probenwochenende an der Weinstraße auch am Sonntag in Dannstadt zur Aufführung. Mit einem kraftvollen Paukenschlag startete das Konzert in die Tragische Ouvertüre von Johannes Brahms. Eine hochdynamische Reise durch Brahms’sche Klangwelten war nun angesagt. Schöne Kontraste zwischen Streicher- und Bläsergruppen, von zupackend dramatischen wie ebenso zauberhaft lyrischen Momenten hielten das Publikum in Atem. Dirigentin Patty Kontogianni verkörperte die vielfältigen musikalischen Artikulationsformen in ihrem ganzen Habitus, mit energischem Körpereinsatz und in meditativem Innehalten. Das folgende Konzert für Klarinette und Bratsche von Max Bruch stellte zwei etablierte Solisten ins Rampenlicht. Der Bratschist Felix Weischedel ist Mitglied des Gürzenich Orchesters in Köln und hat durch seine Wurzeln in Heidenheim auch enge Verbindungen zum Voith-Orchester. Sebastian Lastein ist künstlerischer Leiter der Klangkunstreihe und gerngesehener Gast beim SWR-Sinfonieorchester Stuttgart, dem Nationaltheater Mannheim und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Er ist Dozent an der Musikhochschule in Mannheim, auch bei der Kreismusikschule des Rhein-Pfalz-Kreises tätig und Leiter des Dannstadter Musikvereins Harmonie, ständiger Gastdirigent des Kurpfälzischen Kammerorchesters und künstlerischer Leiter der Wachenheimer Serenade. Beide Künstler sind Studienkollegen und haben schon, wie Weischedel am Rande des Konzerts sagte, fast das gesamte Repertoire für diese Besetzung gespielt. Entsprechend kongenial agierten sie nun in dem Konzert Max Bruchs. Die bestechende Harmonik und romantische Ausdrucksstärke des Komponisten kam hier in ihrem ganzen Zauber zum Ausdruck. Schön korrespondierten Klarinette und Bratsche, Lastein als temperamentvoller Draufgänger, Weischedel als introvertierter innig-fühlender Streicher. Nach viel Applaus und einer Pause durften die Besucher dann noch Antonin Dvoráks achte Sinfonie genießen.

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