Rhein-Pfalz Kreis Klimaschutzstelle zum dritten Mal vakant

Diese und neun andere Windkraftanlagen erzeugen so viel Strom, wie die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim verbraucht.
Diese und neun andere Windkraftanlagen erzeugen so viel Strom, wie die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim verbraucht.

Schon wieder hat die Ortsgemeinde Lambsheim die Stelle des Klimaschutzmanagers ausgeschrieben. Denn auch der zweite Mann auf diesem Posten, Ralf Monecke, hat gekündigt. Er hat in Kassel, nahe seiner Heimat, eine Vollzeitstelle gefunden. Von zehn Schwerpunkten im Klimaschutzkonzept der Gemeinde habe Monecke sieben umgesetzt, lobt Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD).

Die hohe Fluktuation auf der bei der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim angesiedelten Ingenieursstelle liegt in der Natur der Sache: Sie ist eine 60-Prozent-Stelle, auf drei Jahre befristet (Ablauf Ende Januar 2018). Eine halbe Stelle ist für die Umsetzung des Lambsheimer Klimaschutzkonzepts vorgesehen, weitere zehn Prozent zielen auf die Erarbeitung eines solchen Konzepts für die Verbandsgemeinde ab. Es bewerben sich – so auch jetzt, wie VG-Chef Reith sagt – zwar äußerst qualifizierte Leute, „doch wenn sich irgendwo eine volle Stelle auftut, sind die wieder weg“. Der Job sei eine Art Sprungbrett, meint Reith. Allerdings: Ulf Gutermann aus Gönnheim, der von Februar bis Ende August 2015 Klimaschutzmanager war, begründete seine Kündigung damals auch inhaltlich. Energieprojekte nur anzustoßen und Gremien- und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, war ihm zu wenig gewesen. Ganz anders muss es bei Ralf Monecke aus Hann. Münden gewesen sein, wenn man Bürgermeister Reith so hört. Er habe viele Infoveranstaltungen organisiert und sowohl Bürger als auch die Verwaltungsabteilungen beraten, sagt Reith. Ob Umrüstung der Straßenbeleuchtung, Energiekarawane oder eine Machbarkeitsstudie zum Thema Nahwärme: Ralf Monecke habe in Lambsheim viel für den Klimaschutz bewirkt, der CO2-Ausstoß habe sich reduziert, was sein Nachfolger noch genauer untersuchen werde. Darüber hinaus sei das Konzept für die Verbandsgemeinde so gut wie fertig geworden, berichtet der Bürgermeister. Einer Besprechung mit der das Gutachten erstellenden Firma Energyeffizienz Mitte Juni folge Ende des Monats die Besiegelung des Ganzen durch den VG-Rat. Danach gehe es wie in Lambsheim an die Umsetzung der im Konzept vorgeschlagenen Projekte. Reith ist zuversichtlich, dass die vom Bund geförderte Stelle des Klimaschutzmanagers dann eine Vollzeitstelle sein darf. Dann will er auch endlich wahr machen, was er nach dem Weggang von Ulf Gutermann angekündigt hatte: dass es eine Stabsstelle wird. Bislang ist der Klimaschutzmanager, weil hauptsächlich im Auftrag Lambsheims tätig, bei den Gemeinde- beziehungsweise VG-Werken eingereiht. Weil das Lambsheimer Klimaschutzkonzept in das für die gesamte Verbandsgemeinde integriert werde, so Reith, sei der neue Mann oder die neue Frau „für alle sechs Ortsgemeinden da“. Alle Entscheidungen darüber obliegen natürlich den politischen Gremien, so auch die Wahl des neuen Klimaschutzmanagers. Von 16 Bewerbern wurden laut Reith fünf (zwei Frauen, drei Männer) zur Vorstellungsrunde am 21. Juni eingeladen, die Vergabe der Stelle durch den Verbandsgemeinderat werde am 28. Juni sein. Stolz ist der Bürgermeister darauf, dass die VG Lambsheim-Heßheim rein rechnerisch zu 100 Prozent stromautark ist – dank der 14 Windkraftanlagen auf ihrer Gemarkung. „Ins Konzept wurde aufgenommen, dass wir bis 2030 sogar allgemein energieautark werden wollen“, sagt Reith. Das sei ein Vorschlag aus der Bürgerschaft gewesen. Ein weiteres Ziel ist, feste Sprechstunden für die Energieberatung von Bürgern anzubieten. Reith: „Förderanträge auszufüllen, ist nämlich sehr kompliziert.“

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