Maxdorf
Klimaschutzmanager für die Verbandsgemeinde: Nur mit ganzer Kraft?
Da muss Natalie Hauke dann doch kontern, das möchte sie so nicht stehen lassen. „Ich bin zufrieden“, sagt die Klimaschutzbeauftragte des Rhein-Pfalz-Kreises, „und ich bin keine Berufsanfängerin.“ Vorangegangen ist ein Einwurf von Christopher Huch (SPD), der frei übersetzt bedeutet: Wer will für das Geld schon arbeiten, da ist höchstens ein blutiger Neuling zu bekommen, jemand, der gerade von der Universität abgegangen ist. 140.000 Euro, so eine grobe Schätzung, sind in den ersten beiden Jahren für die Position eines Klimaschutzmanagers vorgesehen – für Personal- und Sachkosten. Weil es aktuell enorme Zuschüsse gibt, bleiben nur 35 Prozent dieser Kosten an der Kommune hängen.
Die Verbandsgemeinde Maxdorf überlegt, einen solchen Klimaschutzmanager zu installieren. In zwei Jahren soll er zunächst ein Klimaschutzkonzept für die Verbandsgemeinde mit ihren drei Orten Maxdorf, Birkenheide und Fußgönheim erarbeiten, danach geht es an die Umsetzung. Die Idee hatten die Grünen, die Verwaltung zeigte Interesse. 4,5 Klimaschutzmanager gibt es derzeit im Rhein-Pfalz-Kreis, sagt Hauke. Gemeinsam mit Waltraud Frommherz-Hassib von der Energieagentur Rheinland-Pfalz erläutert sie deren Aufgaben auf kommunaler Ebene. Dazu haben sich nicht nur die Lokalpolitiker versammelt, sondern auch die Führungsriege der Verwaltung um Bürgermeister Paul Poje (CDU). Sämtliche Abteilungsleiter sind in die Fußgönheimer Mehrzweckhalle gekommen, um sich die Präsentation der Expertinnen anzuhören. Aus gutem Grund: „Klimaschutz betrifft alle Bereiche“, sagt Frommherz-Hassib, „Klimaschutz ist viel – und auch viel Arbeit.“
Wo kann was getan werden?
Deshalb sei es sinnvoll, eine Position in der Verwaltung zu schaffen, die sich ausschließlich mit diesem Thema auseinandersetzt – und es strategisch angeht. Für die Regionalreferentin verursache die Stelle daher keine Kosten, sondern sei eine Investition in die Zukunft. Wo lässt sich CO2 einsparen, welche Liegenschaften könnten energetisch verbessert werden? Antworten auf solche Fragen gehörten in ein Klimaschutzkonzept. Dazu Netzwerken, Infoveranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit. „Nach eineinhalb Jahren muss das Konzept erstellt sein“, sagt Frommherz-Hassib, „das kann niemand allein, da muss die gesamte Verwaltung mitanpacken.“ Kurzum: Für sie ist klar, dass der Klimabeauftragte ordentlich zu tun hat. Deshalb ist sie von einer anderen Idee auch nicht allzu sehr angetan.
In Maxdorf überlegen sie nämlich, ob es sinnvoll wäre, die Stelle zu teilen und einen gemeinsamen Klimamanager mit der benachbarten Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim zu installieren. Deren Bürgermeister Stefan Veth (CDU) sitzt ebenfalls im Publikum, von seinem Verbandsgemeinderat hat er die Zustimmung erhalten, entsprechende Kooperationsgespräche zu führen. Lose getan hat er das mit dem Amtskollegen bereits, doch fix ist noch nichts – und überzeugen können diese Gedankenspiele Frommherz-Hassib nur bedingt. „Eine Person soll zwei Konzepte erstellen, das ist so nicht vorgesehen“, sagt sie. Es gebe viele Gemeinden in ähnlicher Größe, in denen ein Klimaschutzmanager mit ganzer Stelle voll ausgelastet sei.
Es ist eine politische Entscheidung
In Rheinland-Pfalz gibt es kein Vorbild einer solchen Kooperation. Sollten sich beide Verbandsgemeinden allerdings zur Zusammenarbeit entschließen, werde man dem Vorhaben keine Steine in den Weg legen, sagt Hauke. Auch in den Etats sei eine Teilung durchaus möglich. Aus ihrer Erfahrung sagt sie aber auch: „Die Aufgaben sind mit einer halben Stelle nicht leistbar. Das ist weder zeitlich noch inhaltlich zufriedenstellend abbildbar.“
Das sehen manche der Kommunalpolitiker ein wenig anders. „Man versucht, uns eine Kooperation auszureden“, sagt etwa Julia Jungfleisch (CDU). Sie sieht viele Synergien, da beide Verbandsgemeinden in Größe und Struktur durchaus vergleichbar seien. Bürgermeister Poje bleibt derweil diplomatischer. „Ihre Tendenz ist rübergekommen“, sagt er zu den beiden Expertinnen, „aber es ist eine politische Entscheidung.“ Die soll am 22. September diskutiert und bestenfalls getroffen werden. Für diesen Mittwochabend hat Poje den Maxdorfer Verbandsgemeinderat einbestellt. Klar ist: Die Zeit drängt, Förderanträge müssen bis Jahresende gestellt werden.