Rhein-Pfalz Kreis Klare Sache
«Fussgönheim.» 35 Jahre lang hat die SPD in Fußgönheim regiert. Nun ist Schluss, den neuen Ortsbürgermeister stellt die FWG. Jochen Schubert kommt in der Stichwahl gegen Susanne Weiler-Kautz auf gut 68 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei knapp 57 Prozent. Für Schubert ist das deutliche Ergebnis „ein großer Vertrauensvorschuss“.
Ein bisschen ärmlich sieht es schon aus, als die Wahlhelfer die Zettel kurz nach 18 Uhr aus der Urne auf den großen Tisch kippen. Nur 471 Menschen haben am Sonntag ihre Stimme in der Fußgönheimer Schillerschule abgegeben, um den neuen Ortsbürgermeister zu wählen. Und doch wird beim Auszählen schnell klar, dass die Sache hier im Klassenraum ziemlich deutlich ist. Jochen Schubert (FWG) kommt auf 312 Stimmen, Susanne Weiler-Kautz (SPD) steht bei 157. „Ich gehe dann mal“, sagt sie und macht sich auf den Weg ins Bürgerhaus. Dort werden die Briefwähler ausgezählt – und das sind deutlich mehr. Gibt es vielleicht doch noch Hoffnung, die 35 Jahre währende SPD-Vorherrschaft im Ort zu halten? Aber auch im großen Saal ein paar Straßen weiter zeichnet sich ein ähnliches Bild. Der Stapel mit den Schubert-Stimmzetteln ist deutlich höher. 468 blaue Seiten sind es. Auf Weiler-Kautz entfallen 209 Stimmen. „Glückwunsch“, sagt die 49-Jährige, „ich hätte Herrn Schubert gerne gratuliert.“ Nur: Der Sieger fehlt. Rüber ins Maxdorfer Rathaus. Dort sitzen Verbandsbürgermeister Paul Poje (CDU) und der dritte Beigeordnete Emil Koob (FWG) mit dem endgültigen Ergebnis: 68,06 Prozent für Schubert, 31,94 Prozent für Weiler-Kautz. „Der Sieger ist gerade weg“, sagt Koob und lacht. Dorthin, wo auch er selbst gleich sein wird – bei der Wahlsieg-Party. „Das ist eine klare Aussage der Wähler“, sagt Schubert, Jahrgang 1967, später am Telefon. Er will „versuchen, das Ergebnis in den kommenden fünf Jahren zu rechtfertigen“. Dazu werde er mit allen Parteien sprechen. Denn Schuberts großes Anliegen ist: „Das Fußgönheimer Hick-Hack möchte ich nicht mehr.“