Hessheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kita-Verein: Mit Ehrgeiz zum Spendenerfolg

Den alten Spielturm will der Heßheimer Kita-Förderverein durch einen viel besseren ersetzen. Hier posieren Nicole Hanewald, Tere
Den alten Spielturm will der Heßheimer Kita-Förderverein durch einen viel besseren ersetzen. Hier posieren Nicole Hanewald, Teresa Sippel, Timo Pomante, Nadine Charrier und Sina Fink (von links) für eines der Fotos, die Spender überzeugt haben.

Wenn Feuerwehr, Schulen oder Kindergärten Wünsche haben, die ihnen ihr Träger nicht erfüllen kann, springen oft Vereine ein, die nur zur Finanzierung solcher Wünsche gegründet wurden. Ihren Mitgliedern fordert das viel Engagement ab. Ein Beispiel ist der Förderverein Kita Heßheim, der sich gerade über einen Riesenerfolg freut.

Nicole Hanewald und Nadine Charrier können es noch nicht richtig fassen. Die eine ist Vorsitzende des 108 Mitglieder zählenden Vereins, der seit 2014 die kommunale Kita in Heßheim fördert, die andere ist ihre Stellvertreterin. Zusammen mit fünf weiteren Vorstandsmitgliedern haben sie es in wenigen Monaten geschafft, 20.000 Euro für ein neues Spielgerät im Garten der Kita zu beschaffen. Ein multifunktionaler Spielturm soll das alte, baufällige Klettergerüst ersetzen. Sie freuen sich schon auf die leuchtenden Kinderaugen, wenn die Kleinen aus den Sommerferien in die Einrichtung zurückkehren und da plötzlich dieses superduper Großgerät steht.

Zwei großzügige Sponsoren

Der Turm sei ein über die Pflichtausstattung hinaus gehender Luxus und eine Entlastung der Ortsgemeinde als Kita-Träger, erklärt die langjährige Leiterin Claudia Reche-Krämer. Sie und ihr Team betreuen 190 Kinder, 40 davon besuchen den Hort. Sie erinnert an die Kletterwand im Turnraum und das beeindruckende Werkhaus, das die Vorgänger des jetzigen Vorstands der Einrichtung schon spendiert haben. Der Unterschied zum aktuellen Spendenprojekt ist, dass nicht viele Jahre darauf hin gespart werden musste, sondern dass zwei Sponsoren getrennt voneinander so viel Geld gegeben haben, dass 70 Prozent des Spielturms finanziert werden können. Der Rest kommt zusammen über das Vereinsguthaben sowie eine Gabe der Gemeinderatsfraktionen und dem Mindestgewinn, der aus einem aktuellen Spendenmarathon von Edeka Stiegler in Frankenthal winkt.

„Im September 2022 war klar, was der Spielturm kosten würde, und im Dezember haben wir gewusst: Um den auf dem herkömmlichen Weg zu finanzieren, brauchen wir fünf oder sechs Jahre“, berichtet Hanewald. Sie meint damit die üblichen Geldbeschaffungsaktivitäten von Fördervereinen: Mitgliedsbeiträge, Ausschank oder Kuchenverkauf bei Festen oder die Organisation von Flohmärkten.

So kam die Idee, andere um Geld zu bitten. „Ich wollte aber keine Bettelbriefe schreiben“, sagt die 36 Jahre alte Mutter von Zwillingen. Man einigte sich darauf, an den Chemiekonzern BASF und die Dietmar Hopp Stiftung heranzutreten. Eine sorgfältig erstellte Bewerbung für den Edeka-Wettbewerb gab es schon, „die wurde individuell auf die beiden Sponsoren angepasst“, sagt Hanewald. Inklusive der sympathisch wirkenden Fotos vom Vorstand. „Denn wir wollten zeigen, welche Köpfe hinter der Spendenanfrage stecken.“ Das habe die Zuständigen wohl überzeugt. Sie sagten jeweils die volle Summe, um die sie gebeten worden waren, zu. „Damit hatten wir gar nicht gerechnet“, so Hanewald. Heute weiß sie, dass die aussagekräftige Bewerbung sowie das der Bewegung der Kinder dienende Finanzierungsobjekt ausschlaggebend waren.

Secondhand-Basar hat großen Zulauf

Nadine Charrier (38) ist der gleichen Meinung wie die Vereinsvorsitzende: So ein Erfolg beflügelt, weil sich das Herzblut, das alle in die Vereinsarbeit stecken, auszahlt. „Dass wir das geschafft haben, ist cool, es gibt uns ein schönes Gefühl“, sagt sie und spricht vom „großen Wir“ und vom Ausgleich zur Erwerbsarbeit im Homeoffice. Nicole Hanewald sagt aber auch: „Das ist ein kleiner Nebenjob, die Zeit für den Verein nehme ich mir oft nachts, wenn die Kinder schlafen.“

Besonders die Abgabebasare im Frühjahr und Herbst verschlingen viel Kraft und Zeit. 6500 Artikel waren es beim letzten Mal, zwei Tage lang waren die Freiwilligen mit Auf- und Abbau, Sortieren und Abrechnen beschäftigt. Zum Glück hilft ihnen seit einiger Zeit die Software Basarlino. Das alles meistern die Vereinsmitglieder und Kita-Eltern offenbar so gut, dass mittlerweile die maximale Teilnehmerzahl von 70 innerhalb von zwei Tagen erreicht ist und die Besucher vor dem Bürgerhauseingang bis zurück zur Feuerwehr Schlange stehen, wie Hanewald und Charrier berichten. Der nächste Basar rund ums Kind findet am 9. September statt. Die Rückmeldungen nach solchen Veranstaltungen zeigten, sagt Charrier, „dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber wir können noch Helfer aus der Elternschaft gebrauchen“.

Mehr zum Thema
x