Rhein-Pfalz Kreis Kindergärten im Visier

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Schifferstadt. Sechs Einbrüche in Kindergärten hat es seit Anfang August im Bereich der Polizeiinspektion Schifferstadt gegeben. Der stellvertretende Leiter Kai Giertzsch spricht angesichts dieser Anzahl von einer auffälligen Häufung derartiger Fälle. Er geht von einem Einzeltäter aus, der in der Region sein Unwesen treibt.

„Einbruch zwecklos, unsere Kasse wird geleert“ steht an der Eingangstür der Kindertagesstätte St. Angela in Rödersheim-Gronau. Auch wenn das Schild so manchen zum Schmunzeln bringen mag, die Warnung hat einen ernsten Hintergrund. Neun Einbrüche haben die Beamten der Polizeiinspektion Schifferstadt seit Anfang Mai in ihrem Bezirk gezählt, sechs davon haben sich allein im August ereignet. Die Dichte der Einbrüche sei schon ungewöhnlich, sagt Kai Giertzsch, „das fällt auf“. Die Kindertagesstätte am Ludwigsplatz in Altrip war in diesem Sommer bereits zweimal das Ziel von Dieben, in Neuhofen waren die „Villa Kunterbunt“ und der Kindergarten „Pavillon“ betroffen. In Limburgerhof nahmen sich der oder die Täter die Katharina-von-Bora-Kindertagesstätte vor und in Schifferstadt die Kita am Wald. Aufgrund der Vorgehensweise ist es laut Giertzsch denkbar, dass es sich bei dem Einbrecher um einen Einzeltäter handelt. Einen Verdacht, wer die Person ist, gibt es seinen Angaben nach nicht. Brigitte Dzengel, Leiterin des Neuhofener „Pavillons“, ist trotz des Einbruchs in die Kita vor wenigen Wochen nicht beunruhigt. „Das war bereits der dritte Einbruch, seit ich Leiterin bin.“ Nachvollziehen kann sie die Taten dennoch nicht. Beim jüngsten Einbruch ließen die Täter Bargeld und einen Laptop mitgehen. Große Beute haben sie damit nicht gemacht, aber der Verlust des Laptops schmerzt Dzengel, weil darauf unter anderem viele Fotos waren: „Das ist ein persönlicher Verlust.“ Auf die Ferienzeit sei die Anzahl der Fälle laut Kai Giertzsch nicht zurückzuführen, da sich die Einbrüche durchgängig nachts ereignet hätten. Viel zu holen sei in Kindergärten meist nicht. Bargeld, Kameras und Laptops seien das Ziel der Täter. „Der Schaden, den sie beim Einbruch anrichten, ist oft höher als der Wert der gestohlenen Gegenstände“, sagt Giertzsch. Er will nun verstärkt Beamte in die Kindergärten schicken, die den Verantwortlichen Tipps geben sollen, wie sich die Einrichtungen künftig vor Einbrüchen schützen können. „Man kann zum Beispiel die Qualität von Fenstern überprüfen, einbruchhemmendes Glas verwenden oder Gitter vor den Fenstern anbringen“, erklärt er. Sorgen ob der vielen Einbrüche macht sich die Leiterin des „Haus des Kindes“ in Limburgerhof, Inge Sabin. Der Gedanke, dass es auch ihre Einrichtung treffen könnte, hat sie in den gerade zurückliegenden Ferien beschäftigt. „Es ist erschreckend, welches Risiko die Täter eingehen für kleine Summen“, sagt Sabin. Zwar hat sich der Kindergarten abgesichert, die meisten Fenster sind verschlossen, „aber wenn die reinwollen, macht das nur mehr kaputt“. France-Yvette Seibert, Leiterin der Kinderkrippe Zwergenland in Schifferstadt, macht sich dagegen keine Gedanken, dass es ihre Einrichtung treffen könnte: „Es ist einfach nicht viel zu holen außer Spielzeug.“ Die großen Fenster seien mit Alarmanlagen gesichert, außerdem seien die Nachbarn der Kinderkrippe aufmerksam. Zur Aufmerksamkeit rät auch Kai Giertzsch: Wer verdächtige Personen sieht, soll dies der Polizei melden.

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