Rhein-Pfalz Kreis Kindercampus-Projekt kommt voran

Auf dem bisherigen Gelände des Bauhofs und dem der benachbarten Schule wird sich bald einiges tun.
Auf dem bisherigen Gelände des Bauhofs und dem der benachbarten Schule wird sich bald einiges tun.

«Mutterstadt.» Kindercampus: So heißt das Areal aus Pestalozzi-Grundschule und Bauhof, auf dem eine neue Kita sowie zusätzliche Klassenräume entstehen sollen. Für das Vorhaben soll ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden, wofür ein Preisgericht nötig ist. Die Sachpreisrichter hat der Gemeinderat nun bestimmt.

Der Bau einer neuen Kindertagesstätte ist erforderlich, um den weiterhin großen Bedarf an Betreuungsplätzen decken zu können. Das Bauhofgelände bietet sich an, da der Bauhof ins Gewerbegebiet verlegt werden soll und direkt an die Pestalozzischule angrenzt, sodass Synergie-Effekte zu erwarten sind. Die Schule wiederum platzt aus allen Nähten und benötigt dringend zusätzliche Räume. Da Bau- und Schulhofgelände an das Sanierungsgebiet Aktiver Ortskern angrenzen, durfte die Gemeinde es um die beiden Flächen erweitern. Dieser erweiterte Teil des Sanierungsgebiets heißt Kindercampus. Für den Kindercampus soll ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden. Dafür schreibt der Gesetzgeber ein Preisgericht vor. Es soll aus qualifizierten und vom Auftraggeber – also der Gemeinde – unabhängigen Fachpreisrichtern und mit den Örtlichkeiten vertrauten Sachpreisrichtern bestehen. „Bei den Fachpreisrichtern handelt es sich um Architekten aus der Pfalz“, erklärte Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) gegenüber der RHEINPFALZ. Als Sachpreisrichter und Vertreter der Kommune hat der Gemeinderat auf Vorschlag der Fraktionen die Ratsmitglieder Uwe Kröger (SPD), Martin Kielbasa (CDU), Hartmut Magin (FWG) und Else Wentz (Grüne) bestimmt. Um noch mehr Fachwissen zu bündeln, sollen außerdem die Leiterinnen der Pestalozzischule und der Kita Am alten Damm eingebunden werden. Aufgabe des Preisgerichts, bei dem die Fachpreisrichter stets in der Überzahl sein müssen, wird es sein, die nach der Auslobung eingehenden Wettbewerbsbeiträge zu bewerten und einen Preisträger zu küren. „Dieser hat dann ein Vorrecht auf Beauftragung“, erläuterte Christian Datz vom Büro Datz & Kullmann aus Mainz, das der Gemeinde beim Organisieren des Architektenwettbewerbs hilft. Als eines der Ziele für den Wettbewerb schlug Datz eine Verbindung von Schule und Kita durch einen 250 Quadratmeter großen teilbaren Mehrzweckraum vor, der zum Beispiel als Mensa und Aula verwendet werden könnte. Hierdurch seien Einsparungen zu erwarten. „So wie wir das bei der Grundschule im Mandelgraben und der dortigen Kita haben“, ergänzte der Bürgermeister. Daneben warb er dafür, das von der Gemeinde erworbene Grundstück Goethestraße 5 direkt neben dem Schulhof einzubeziehen. „Darauf könnten wir in einem zweigeschossigen Gebäude die vier zusätzlich benötigten Schulräume unterbringen“, erläuterte Schneider. Der Vorteil: Die geplante Kita werde weniger eingeschränkt und die neuen Klassensäle seien noch näher am Schulgebäude, als wenn sie auf dem aktuellen Bauhofgelände errichtet würden. Diesen Vorschlag hielten auch die Ratsmitglieder für sinnvoll. Hartmut Magin (FWG) bereitete das Vorrecht des Preisträgers, mit seinem Konzept beauftragt zu werden, Unbehagen. Solche Gewinnerbeiträge seien in der Umsetzung nämlich oft sehr teuer. „Wie kann man das verhindern?“, wollte er daher wissen. Die Antwort: gar nicht. „Das ist gesetzlich so vorgeschrieben“, erklärten Schneider und Datz. Ulf-Rainer Samel (CDU) regte an, die Kosten als Bewertungskriterium festzulegen. Das sei möglich und unter dem Stichwort Wirtschaftlichkeit bereits berücksichtigt, sagte der Rathauschef. „Wir werden selbstverständlich kein unbegrenztes Budget bereitstellen.“ Aus Reihen der CDU-Fraktion kam die Frage auf, ob ein Verkehrskonzept für Bring- und Abholverkehr der Eltern geplant ist. „Geplant ist zunächst nichts. Dafür ist ja der Wettbewerb da“, antwortete Schneider. Über einen Anlaufpunkt könne diskutiert werden, auf keinen Fall aber in der Fußgönheimer Straße.

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