Rhein-Pfalz Kreis Kicken für Costa Rica
Der Sieger des 19. Fair-Play-Cups der Konfirmanden des Dekanats Speyer kommt, wie auch im vergangenen Jahr, aus Römerberg. Neben dem sportlichen Erfolg steht auch das Sammeln von Spenden im Vordergrund.
«Böhl-Iggelheim.» Wie der Name schon verrät, geht es beim Fair-Play-Cup nicht nur um den Sport. Schon seit der ersten Auflage des Turniers vor 19 Jahren unterstützen die protestantischen Kirchengemeinden mit dem Erlös ein Fußballprojekt für Straßenkinder in Costa Rica. Daher verpflichtet sich jedes teilnehmende Team, neben den Startgebühren auch einen Kuchen zum Verkauf beizusteuern. Zudem organisieren ehrenamtliche Mitglieder der protestantischen Jugendzentrale eine Tombola. Aber auch sonst wird bei dem Turnier, bei dem gemischte Mannschaften im Modus „Jeder gegen Jeden“ gegeneinander spielen, viel Wert auf Fairness gelegt. Nicht nur der Sieger, sondern auch – nach dem biblischen Sprichwort „Die Letzten werden die Ersten sein“ – das letztplatzierte Team gewinnt je einen der gleich großen Pokale. Der dritte Pokal geht an das sympathischste Team, das sich durch Teamgeist untereinander und Fairness gegenüber den Gegnern auszeichnet. Obwohl sich am Freitagabend, möglicherweise wegen des Beginns der Herbstferien, nur fünf Mannschaften in der Böhl-Iggelheimer Wahagnieshalle einfanden, herrschte sowohl bei den Spielen als auch bei der Verlosung eine gute Stimmung. „Alle haben viel Spaß, das ist die Hauptsache“, sagte Andreas Buchholz, Pfarrer der Gemeinde Waldsee-Otterstadt. Eltern und Mannschaftskameraden fieberten in der Halle mit und feuerten ihre Teams an. Applaus gab es auch für jeden Gewinner bei der Tombola – auch wenn die Verlosung einer Bayern-München-Kappe große Belustigung unter den Konfirmanden hervorrief. In einer spannenden Hin- und Rückrunde, in der alle Mannschaften insgesamt zwei Mal aufeinandertrafen, hatte Pfarrer Buchholz „selten so ein spannendes Klassement gesehen.“ Für sein Team aus der Gemeinde Waldsee-Otterstadt reichte es nur für den „Lucky-Loser“-Pokal, während die Römerberger Konfirmanden vor Limburgerhof und Mutterstadt, das mit 15 Teilnehmern die größte Mannschaft des Turniers stellte, ihren Titel verteidigten. Damit nehmen sie im Februar nächsten Jahres erneut am Pfalz-Cup teil, dessen Sieger die Pfälzer Dekanate dann beim bundesweiten Konfi-Cup vertritt, der in Köln ausgetragen wird. Zum sympathischsten Team wählte das Sportgericht aus Mitgliedern der Jugendzentrale die Mannschaft der Gemeinde Fußgönheim-Schauernheim, die in der Gesamtwertung den vierten Platz erreichte. „Sie haben nicht so rabiat gespielt wie einige der anderen Teams, aber auch die Gesten innerhalb der Mannschaft waren entscheidend für uns“, begründete Christoph Wunderling, der sich während des Turniers auch als Hallensprecher betätigte, die Entscheidung. Sein Kollege Iven Schneider ergänzte: „Uns war wichtig, dass sie beispielsweise auch manchmal den gegnerischen Spielern aufgeholfen haben, wenn sie hingefallen sind.“ Im nächsten Jahr feiert der Fair-Play-Cup sein 20-jähriges Bestehen. „Wir sind schon am überlegen, was wir nächstes Jahr Besonderes machen“, sagte Andreas Buchholz, der schon von Anfang an dabei ist, „vielleicht kriegen wir ja die ersten Mannschaften von damals noch einmal zusammen.“