Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Kerwe Mutterstadt: Feiern mit Wiedersehensfreude

Rund geht’s für die Besucher der Mutterstadter Kerwe nicht nur auf dem Kettenkarussell.  Foto: KUNZ
Rund geht’s für die Besucher der Mutterstadter Kerwe nicht nur auf dem Kettenkarussell.

Für die Mutterstadter bedeutet Kerwe weit mehr als nur das obligatorische Schorletrinken. Was sie damit meinen, stellt sich vor allem in den späteren Abendstunden heraus. Ein Besuch bei gutem Wetter, mit Leberknödeln und viel Wiedersehensfreude.

„Ich sag ja immer: Das Wetter ist genauso schön, wie wir es verdient haben“, sagt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) beim Fassanstich am Samstagabend. Das Wetter passt zur 40. Zeltkerwe am jetzigen Standort in der Ortsmitte. Und die siebenköpfigen Kerwe-Leitung hat ganze Arbeit bei der Organisation geleistet. Auch diesmal sind einige Programm-Punkte geboten. Neben diversen musikalischen Höhepunkten locken zum Beispiel der Kunstmarkt am Sonntag, der erstmals stattfindet, und das traditionelle Rad-Rennen am Montag.

Und wichtig ist vor allem eines für eine gelungene Kerwe: gute Stimmung. Und der tut auch der Brand am Sonntagabend bei der Recyclingfirma Zeller keinen Abbruch, sagt Wehrleiter Rüdiger Geib. Samstagabend bringt die Band Hossa das Festzelt mit Partyhits und Schlagern zum Kochen – bei gut 30 Grad auch wortwörtlich. Zwischendurch dürfen sogar die Zuhörer ans Mikrofon.

Wem es unter dem Zeltdach zu warm wird, tummelt sich auf den Bierbänken rund um den Rathausbrunnen, der Platz ist bei dem guten Wetter mit großen Sonnenschirmen ausgestattet. Doch natürlich ist es wichtig, sich vor dem schattigen Plätzchen mit Proviant auszurüsten. Beim Abholen der Getränke- und Essensmarken fällt vor allem dem eingefleischten Pfälzer ein Gericht ins Auge: Leberknödel mit Sauerkraut und Brot. In Kombination mit der klassischen Riesling-Schorle natürlich ein Muss.

„Das gibt’s nirgendwo anders sonst“

So geht es also rein ins Bierbank-Getümmel und ganz schnell wird klar, was die Bewohner Mutterstadts neben all dem Unterhaltungs- und Verpflegungsprogramm am meisten schätzen an ihrer Kerwe: „Auf der Kerwe trifft man Menschen, die man das ganze Jahr über nicht sieht. Am Ende ist das wohl das Beste, was es hier zu bieten gibt – das gibt’s nirgendwo anders sonst“, meint Georg Magin. Der Schornsteinfeger aus Mutterstadt kommt schon seit mehr als 40 Jahren auf die Kerwe und freut sich jedes Jahr aufs Neue. „Wenn ich darf, komm ich auch noch die nächsten 50 Jahre her“, sagt er und lacht herzlich. Am gleichen Tisch sitzt eine Dame aus Schalkenbach (Landkreis Ahrweiler). Sie hat gut 200 Kilometer Weg auf sich genommen, um mit den Mutterstadtern Kerwe zu feiern. Sie sei der Liebe wegen her gekommen und fände es sehr schön hier. „Bei uns zu Hause haben wir auch solche Weinfeste. Aber da schließen wir die Stadttore und zahlen Eintritt für so ein Fest. Hier ist das einfach ungezwungener“, meint sie. Tatsächlich sind die Unterhaltungen am Tisch mit den unterschiedlichsten Menschen das Schönste am ganzen Abend.

Zwei Hunde locken an den Stand

Es ist gemütlich, die Musik der Band schallt aus dem Festzelt herüber und der Wein schmeckt. Nach den herzhaften Leberknödeln darf auch der Nachtisch nicht fehlen. Den gibt es auf dem Messplatz, ein paar Geh-Minuten vom Festzelt entfernt. Hier locken aber nicht nur die Crêpes- und Süßwarenstände, sondern auch Spiel- und Fahrgeschäfte. Beate Wittmann aus Speyer hat zum Anlocken der Kerwe-Gäste zwei ganz besonders gute Argumente: ihre Yorkshire-Terrier Damen Maja und Emma. Die zwei Hunde stehen auf dem Wagen, an dem Kinder kleine Plastikfische angeln und tolle Preise fischen können. Freudig begrüßen die Hunde jeden Besucher. „Ich komme seit über 20 Jahren her – Angelspiele kommen einfach nicht aus der Mode. Aber die Hunde sind natürlich auch eine klasse Werbung“, meint Wittmann und grinst.

Sehen und gesehen werden – bei der Mutterstadter Kerwe ist das wirklich so. Und das nur im positivsten Sinne. Man trifft Altbekannte, führt tolle Gespräche und feiert ausgelassen zusammen. Unerwartete Wiedersehensfreude ist doch auch irgendwo die schönste Freude. Deshalb geht es am Montagabend doch gleich noch mal auf die Zeltkerwe in Mutterstadt – dann zum Auftritt von Grand Malör.

Termin

Der Vergnügungspark ist auf dem Messplatz hat am Dienstag, 27. August, noch geöffnet.

Hans-Dieter Schneider prostet den Gästen zu, während Andrea Franz zapft.  Foto: KUNZ
Hans-Dieter Schneider prostet den Gästen zu, während Andrea Franz zapft.
Viel zu tun gibt’s für die Helfer an Essenständen.  Foto: KUNZ
Viel zu tun gibt’s für die Helfer an Essenständen.
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