Rhein-Pfalz Kreis „Keiner muss aufs Dach klettern“
«Lambsheim/Hessheim.» Bis Mitte 2019 muss die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim ein einheitliches Beitragssystem für die Entsorgung von Niederschlagswasser schaffen. Aus diesem Grund sind Lambsheimer Grundstückseigentümer aufgefordert worden, ihre „befestigte Fläche“ zu ermitteln. Werkleiter Uwe Peter erläutert die Hintergründe.
Dass es telefonische Rückfragen geben würde, war zu erwarten. Aber wir haben nicht gedacht, dass einzelne Begriffe missverständlich sein könnten. Niemand muss zum Beispiel aufs Hausdach klettern, um die Dachfläche auszumessen. Da genügt zum Berechnen die Formel Gebäudebreite plus Dachüberstand mal Gebäudelänge plus Dachüberstand. Das Komplizierte ist herauszufinden, welche Flächen in den Kanal entwässert werden und welche in den Garten. Denn für Wasser, das im Boden versickert, muss kein Entgelt bezahlt werden. Warum wollen die Verbandsgemeindewerke das alles überhaupt wissen? Wir sind zur „Entgeltharmonisierung“ verpflichtet. Das heißt: Für die Kunden der beiden Kanalwerke müssen spätestens fünf Jahre nach der Fusion gleiche Bedingungen herrschen. In der ehemaligen VG Heßheim basieren die Beiträge für Niederschlagswasser schon immer auf einer genauen Erhebung der versiegelten Teilflächen auf den bebauten Grundstücken. In Lambsheim dagegen ging es einfach gesagt danach, was auf einem Grundstück laut Bebauungsplan maximal versiegelt sein kann. Dort müssen bislang also auch Eigentümer zahlen, deren Grundstück nicht bebaut ist, aber bebaut sein könnte. Da hört sich das Heßheimer System aber gerechter an. Soll es deshalb in Zukunft in der gesamten VG gelten? Das wissen wir noch nicht. Um das herauszufinden, müssen wir jetzt erst mal die tatsächlich befestigten Flächen in Lambsheim ermitteln. Dann vergleichen wir beide Beitragssysteme, stellen sie in Bezug zu den Kanalwerkkosten und wiegen die Vor- und Nachteile für die Bürger ab. Die politischen Gremien in den Ortsgemeinden werden dazu gehört. Unser Bestreben ist es auf jeden Fall, dass die Bürger nach der Vereinheitlichung nicht stärker als bisher belastet sein sollen. Das kann uns vermutlich auch gelingen, weil die Werke ein gutes Rücklagenpolster haben und die großen Investitionen 2019/20 erledigt sein werden. | Interview: Waltraud Werdelis