Rhein-Pfalz Kreis Keine weitere IGS im Kreis

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Ludwigshafen

. Zuwanderungsgewinne und steigende Geburtenzahlen lassen auch die Anzahl der Schüler im Kreis anwachsen. Bis in das Jahr 2028 erhöht sich die Menge der Schüler in der Altersstufe der Zehn- bis 16-Jährigen laut Schulentwicklungsplan von 8350 auf 9574. Und immer mehr Eltern wünschen sich dabei, dass ihre Kinder mit dem Abitur abschließen, also ein Gymnasium oder eine Integrierte Gesamtschule besuchen. Bei einer Befragung der Eltern von Grundschülern im Kreis haben 24 Prozent den Wunsch nach einer Integrierten Gesamtschule angegeben, eine überdurchschnittliche Nachfrage hat sich laut Kreisverwaltung mit 30 Prozent in Waldsee ergeben. Aufgrund dessen hat die Verwaltung die Errichtung einer weiteren IGS im südlichen Landkreis geprüft. Der Standort Waldsee scheidet dabei aus, da es dort bisher keine weiterführende allgemeinbildende Schule gibt und der Kreis somit weder über Gebäude noch entsprechendes Eigentum verfügt. Grundsätzlich möglich wäre die Einrichtung einer IGS in der jetzigen Peter-Gärtner-Realschule plus in Böhl-Iggelheim. Dazu müsste sich die Schülerzahl auf 112 erhöhen, da eine IGS laut Schulgesetz mindestens vierzügig ist. Die vorhandenen 42 Räume in Böhl-Iggelheim müssten somit mehr als verdoppelt werden, was mit entsprechenden Kosten verbunden wäre. Zudem habe sich in einem gemeinsamen Gespräch auch der Kreis Bad Dürkheim gegen ein solches Ansinnen ausgesprochen, da eine IGS in Böhl-Iggelheim den Schulstandort in Haßloch schwäche. Abgelehnt wurde seitens der Stadt Speyer auch die Idee zur Umwandlung der dortigen Siedlungsschule in eine gemeinsame IGS mit dem Kreis. Durch die Aufhebung der Hauptschule und rückläufige Schülerzahlen wäre laut Kreisverwaltung am ehesten die Rudolf-Wihr-Realschule plus in Limburgerhof als möglicher Standort für eine weitere Gesamtschule geeignet. Durch die direkte Nachbarschaft zu Mutterstadt hätte eine weitere IGS nach Ansicht der Verwaltung aber fatale Auswirkungen auf die dortige Integrierte Gesamtschule – vor allem im Hinblick auf eine funktionierende Oberstufe. Mit dieser Begründung wollten sich die Grünen jedoch nicht abfinden und beantragten eine weitere Prüfung: die Errichtung einer IGS in Limburgerhof, die gemeinsam mit der Integrierten Gesamtschule in Mutterstadt eine Oberstufe führt. „Gerade Eltern aus der Verbandsgemeinde Rheinauen haben Interesse an einem Standort in Limburgerhof“, meinte Fraktionsvorsitzender Heinz-Peter Schneider. An der IGS in Mutterstadt müssten immer wieder Schüler abgelehnt werden, zudem seien in Limburgerhof neue und komfortable Räume frei. Eine weitere IGS könne ebenfalls Druck vom Gymnasium in Schifferstadt nehmen. „Eine IGS in unmittelbarer Nähe zu Mutterstadt würde diese kannibalisieren“, meinte hingegen CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Christ. In Gesprächen mit der Mutterstadter Schulleitung habe er festgestellt, dass eine beträchtliche Anzahl der Schüler aus der VG Rheinauen komme, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Dieter Schneider. Dort gäbe es zwar ein deutliches Überangebot an Schülern, die einen Haupt- oder Realschulabschluss anstreben, die Oberstufe könne hingegen gerade so gefüllt werden. „Es kann nicht sein, dass wir durch eine weitere IGS eine bestehende und funktionierende Schule gefährden“, äußerte sich Schneider auch in seiner Funktion als Bürgermeister von Mutterstadt. „Die Schule in Limburgerhof wird gut geführt und ist ausgelastet“, betonte Rosemarie Patzelt (FWG), die Erste Beigeordnete in Limburgerhof ist. Die Bildung einer IGS sei immer wieder Thema. „Aber wenn ich keine Oberstufe abbilden kann, ist es fahrlässig so etwas zu fordern“, meinte Patzelt. Landrat Clemens Körner (CDU) verwies auf Gespräche mit der zuständigen Schulbehörde, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Auch hier sei eine weitere IGS im Landkreis zum derzeitigen Zeitpunkt abgelehnt worden.

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