Rhein-Pfalz Kreis Keine Nummern von der Stange

„Es macht Spaß, den Leuten Dinge zu zeigen, die sie nie für möglich gehalten hätten“, sagt Steve Waite über seine Show.
»Es macht Spaß, den Leuten Dinge zu zeigen, die sie nie für möglich gehalten hätten«, sagt Steve Waite über seine Show.

„Adrenalin pur“, „Mit Magie Grenzen sprengen“ – so oder so ähnlich lauten die Schlagzeilen, wenn von den Auftritten von Steve Waite die Rede ist. Mit seinen Großillusionen hat sich der aus Bobenheim-Roxheim stammende Magier, der als Deutschlands Entfesselungskünstler Nummer eins gilt, in der Branche einen Namen gemacht. Am Sonntag- und Montagabend zeigt er seine aktuelle Show in seiner Heimatgemeinde in der Jahn-Halle.

Mit Zauberstab und Zylinder, Hokuspokus, Abrakadabra und weißen Hasen, die aus Kisten gezogen werden, haben Steve Waites Auftritte nichts zu tun. Waite läuft durch einen rotierenden Industrieventilator, durchdringt eine Stahlplatte, befreit sich in einem riesigen Wassertank von seinen Ketten oder schwingt gefesselt an einem brennenden Seil über die Bühne. Bei alldem kommt immer wieder Pyrotechnik zum Einsatz. „Vieles, was ich auf der Bühne mache, kann man mit der Arbeit eines Stuntman vergleichen“, sagt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Waite, der mit bürgerlichem Namen Stefan Wicht heißt, versteht sich als Magier, Illusionist und Entfesselungskünstler. Fester Bestandteil seiner Shows ist das Teleportieren von Zuschauern. Diese werden – wie von Geisterhand – in Sekundenbruchteilen von einer Seite der Halle auf die andere gebeamt. Die Nummer wird auch in Bobenheim-Roxheim zu sehen sein. „Wir arbeiten mit Sinnestäuschungen. Weder die Zuschauer noch der Teleportierte selbst können auch nur erahnen, wie der Trick funktioniert“, erläutert Waite. Im Gegensatz zu manch anderem Magier in der Branche denke er sich alle Tricks selbst aus. „Viele Kollegen kaufen Nummern von der Stange, wir machen das nicht“, betont der 40-Jährige. Zusammen mit seinem Team tüftele er manchmal monatelang an einem neuen Trick. Am Standort seiner Firma im nordrhein-westfälischen Oer-Erkenschwick bei Recklinghausen hat Waite dafür eine ganze Lagerhalle zur Verfügung. Er arbeitet mit Schlossereien und Schreinereien zusammen. Schon als Kind hätten ihn die funkelnden Requisiten von Magiern begeistert“, erzählt Waite. In jungen Jahren habe er die Shows von David Copperfield bestaunt. „Da war mir klar, dass ich so etwas auch machen wollte“, sagt er und lacht. Ganz besonders habe er die Tricks des legendären Harry Houdini (1874-1926) bewundert. Der amerikanische Zauberkünstler ungarischer Herkunft habe ihn auf die Entfesselungen gebracht. „Was Houdini in seiner Zeit an Tricks gezeigt hat, ist einfach sensationell“, meint Waite. Vor 20 Jahren stand er dann auf dem Frankenthaler Strohhutfest und dem Bürgerfest in Bobenheim-Roxheim erstmals selbst vor einem größeren Publikum auf der Bühne. Nach anfänglichen Schwierigkeiten machte er sich in der Branche besonders mit seinen spektakulären Entfesselungen auf Tourneen einen Namen. Auch im Ausland ist Waite schon aufgetreten, unter anderem in China, Italien und den USA. Dass seine Tätigkeit nicht ganz ungefährlich ist, hat der Bobenheim-Roxheimer schon am eigenen Leib erfahren. Bei einer Show im Europapark 2013 stürzte er acht Meter in die Tiefe und verletzte sich dabei unter anderem an einer Niere. Und was geht einem durch den Kopf, wenn man gefesselt kopfüber an einem brennenden Seil hängt? „Man ist total fokussiert. Da ist kein Platz für andere Gedanken“, sagt Steve Waite. „Es macht Spaß, den Leuten Dinge zu zeigen, die sie nie für möglich gehalten hätten.“ Waite freut sich auf die Auftritte in seiner Heimatgemeinde: „Es sind die ersten seit bald 20 Jahren.“ Noch heute verbringt er jede zweite Woche bei seiner Mutter in Bobenheim-Roxheim. Die Bühne in der Jahn-Halle sei für seine Show eigentlich zu klein. Auch hinter der Bühne sei kein Platz. „Wir können da leider nicht alles zeigen und müssen etwas improvisieren“, erklärt Waite. Weil die Decke zu niedrig ist, könne er keine Entfesselungen machen, bei denen er kopfüber an einem Seil hängt. Dafür sei eine Entfesselung unter Wasser zu sehen – eine Nummer, die er seit 15 Jahren nicht mehr gezeigt habe. Tickets Steve Waite ist am Sonntag, 18., und am Montag, 19. November, jeweils um 20 Uhr in der Jahn-Halle, Jahnstraße 6, in Bobenheim-Roxheim zu sehen. Die Show am Sonntag ist bereits ausverkauft. Für Montag gibt es noch Karten im Internet unter www.steve-waite.de oder bei der Gemeindeverwaltung an der Informationstheke.

Bei einem Stunt befreit sich Waite aus einem Wassertank.
Bei einem Stunt befreit sich Waite aus einem Wassertank.
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