Rhein-Pfalz Kreis Kein Wohnkomplex in Untergasse

«Dannstadt-Schauernheim.» Acht Eigentumswohnungen und ebenso viele Appartements möchte ein Bauherr in der Untergasse 26 schaffen. Die Ratsmehrheit hält das Vorhaben für zu massiv und befürchtet Konflikte mit den Nachbarn, weshalb sie der Bauvoranfrage das Einvernehmen verweigert hat.
Der Antragsteller ließ zunächst der Gemeindeverwaltung gegenüber noch einiges offen – zum Beispiel die genaue First- und Traufhöhe der Häuser, die er bauen will. Der geplante Gebäudekomplex im Ortsteil Schauernheim solle sich jedoch an der Nachbarschaft orientieren und in diese einfügen. In diesem Zusammenhang nannte der Bauinteressent vor allem die alte Mühle nebenan. Geplant hat er einen Gebäudeteil an der Vorderseite des Grundstücks direkt an der Straße, der durchgehend von der westlichen bis zur östlichen Grundstücksgrenze reichen soll, sowie einen Gebäudeteil auf dem hinteren Bereich des Areals. Der vordere Teil soll zwei Vollgeschosse umfassen, wobei im Erdgeschoss eine Durchfahrt angedacht ist. Die Wohnungen würden im ersten Ober- sowie Dachgeschoss liegen. Der rückwärtige Teil soll ebenfalls von Grenze zu Grenze reichen und drei Vollgeschosse sowie einen ausgebauten Dachbereich mit zwei Ebenen bekommen. Ein dazwischenliegender Bau an der östlichen Grundstücksgrenze soll beide Gebäudeteile miteinander verbinden. Laut Verwaltung ist diese geschlossene Bauweise – von einer Grenze zur anderen – in der rückwärtigen Grundstücksfläche, der sogenannten Scheunenzone, in diesem Gebiet seit den 1980er-Jahren zulässig. Direkt an der Straße jedoch sei sie bisher grundsätzlich nicht erlaubt. Die benachbarte, ebenfalls ziemlich massive alte Mühle tauge nicht als Bezugspunkt. Sie stelle einen Sonderfall dar: Hier sei 1998 eine Ausnahmegenehmigung für den Umbau des bestehenden Gebäudes zur Wohnnutzung erteilt worden, erläuterte Sachbearbeiterin Sigrun Hofsäß. Bei dem geplanten Mehrfamilienhaus handle es sich hingegen um einen reinen Neubau. Und dieser füge sich nicht in die Umgebung ein, da kein anderes relevantes Gebäude in der Nähe solche Dimensionen erreiche. Nicht zuletzt würde daher ein derart massives Bauvorhaben nachbarschaftliche Spannungen erzeugen. Vor diesem Hintergrund empfahl sie, das Einvernehmen zu versagen. Marc Hauck (FDP) empfand das Vorhaben als optisch ansprechend. „Ich finde es schwierig, das Einvernehmen komplett zu versagen“, erklärte er. Einwänden, das Mehrfamilienhaus werde die schwierige Parksituation in der Untergasse verschärfen, hielt er entgegen: „Dann müssten die Leute halt mal ihre Hoftore öffnen.“ Das Parkproblem rühre nämlich daher, dass viele Anlieger ihre Autos lieber auf der Straße abstellten, auch wenn sie die größten Grundstücke hätten. Hofsäß wies auf das Risiko hin, mit dem Erteilen des Einvernehmens einen Präzedenzfall zu schaffen, dem weitere ähnliche Anfragen beziehungsweise Anträge folgen könnten. Ortsbürgermeister Bernd Fey (CDU) sah aufgrund „der gewaltigen Bauintensität“ ebenfalls Konfliktpotenzial. Am Ende folgte der Rat mit elf zu neun Stimmen der Beschlussempfehlung der Gemeindeverwaltung und versagte dem Vorhaben das Einvernehmen.