Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Kein Trinkwasserbrunnen an Mutterstadter Neuen Pforte

Geschäfte sollen darauf hinweisen, wenn man bei ihnen Wasser zapfen darf.
Geschäfte sollen darauf hinweisen, wenn man bei ihnen Wasser zapfen darf.

Auf dem Vorplatz der Neuen Pforte in der Dorfmitte einen Trinkwasserbrunnen aufstellen: Dafür haben die Grünen im Mutterstadter Rat geworben. Doch überzeugen konnten sie mit dieser Idee nicht.

„Wir hatten früher schon mal öffentliche Brunnen. Die mussten wir aber nach kurzer Zeit wieder stilllegen, weil sie zu verschmutzt waren“, sagte Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). „Die jüngsten Ereignisse lassen vermuten, dass das jetzt noch schlimmer wäre.“ Damit meinte er die Vandalismusschäden, wegen denen die Kommune für ihre Einrichtungen einen Sicherheitsdienst beauftragt hat. Die FWG bezeichnete die einstigen Brunnen in der Gemeinde als „hygienische Katastrophe“.

Christ- und Sozialdemokraten sowie Freie Wähler waren von der Idee der Grünen in der jüngsten Ratssitzung nicht zu überzeugen. Da half auch der Hinweis von Elias Weinacht (Grüne) nicht, in anderen deutschen Kommunen und im Ausland funktioniere das doch auch. Sachbearbeiter Stefan Bummel von der Verwaltung gab schließlich zu bedenken, dass die von Weinacht angeführten anderen Länder, in denen solche Trinkbrunnen angeblich funktionieren, spätestens im Jahr 2022 von der neuen, verschärften Trinkwasserverordnung der Europäischen Union eingeholt würden.

Zu teuer, zu unhygienisch – die Verwaltung ist dagegen

Die Gemeindeverwaltung stand also dem Grünen-Antrag ebenfalls ablehnend gegenüber. Auch, weil der Aufwand dafür nicht vertretbar sei, da der gerade erst neugestaltete Platz dafür wieder aufgerissen werden müsste. Das sei mit viel Arbeit und hohen Kosten verbunden. 4000 bis 10.000 Euro zuzüglich der Montagekosten seien wohl zu erwarten, erklärte Bürgermeister Schneider. Außerdem müsste eine solche Anlage regelmäßig auf Keime kontrolliert werden. Aus diesem Grund habe der Rat bereits auf das ursprünglich für den Platz angedachte Wasserspiel verzichtet, erinnerte er.

Schneider wies zudem daraufhin, dass der Gewerbeverein seine Mitglieder dazu angeregt habe, innerorts Getränkeflaschen kostenlos aufzufüllen. Im Rathausfoyer bestehe diese Möglichkeit an der Trinkwasser-Zapfstelle schon seit Jahren. Yvonne Wittmann (CDU) schlug vor, dass Geschäfte, die das kostenlose Auffüllen mitgebrachter Flaschen anbieten, darauf mit einem Aufkleber hinweisen könnten. Diese Idee hielt dann auch Elias Weinacht „für einen gangbaren Weg“.

x