Rhein-Pfalz Kreis Kein Platz mehr für Vereine

Neuhofen. Die ohnehin knappe Kapazität an Trainingsräumen für Neuhofens Sportvereine wird reduziert. Mit Beginn der Sommerferien müssen die Sportler die Mehrzweckhalle der Rehbachschule räumen, wovon insbesondere der VfL betroffen ist. Der Vorstand ist verärgert, denn eine schnelle Lösung zeichnet sich nicht ab.
Viele junge Familien haben sich in den vergangenen Jahren Neuhofen als Wohnort ausgewählt, und zudem ist anzunehmen, dass weitere Familien von Asylsuchenden mit Kindern in die Gemeinde kommen. Das ist einerseits ein Segen für das überalterte Dorf. Gleichzeitig ist es aber die Aufgabe der Verwaltung, die notwendige Infrastruktur dieser Situation anzupassen. Jüngstes Beispiel ist die Erweiterung der kommunalen Kindertagesstätte „Im Pavillon“. Trotz Anbau sei es bereits fraglich, ob die neu geschaffenen Plätze mittelfristig ausreichen, räumt der Beigeordnete Uwe Wolf (SPD) ein. Das Problem setze sich im Grundschulalter fort, und erstmals werde es in der Rehbachschule im neuen Schuljahr drei erste Klassen geben. „Hinzu kommt, dass wir im Rahmen der Inklusion künftig behinderte Kinder in den Schulbetrieb integrieren“, sagt Wolf. Freier Zugang zu den Klassenräumen im Erdgeschoss und zu einer behindertengerechten Toilette muss also gewährleistet werden. Es bedeutet auch, dass viele Räumlichkeiten in der Schule umstrukturiert werden müssen. Davon betroffen ist auch die sogenannte Mehrzweckhalle, die bisher von Erstklässlern und vor allem von den großen Sportvereinen VfL und TuS als Sporthalle genutzt wurde. Dieser Raum wird nach geringfügigen Umbauarbeiten künftig für die betreuten Grundschüler in den Nachmittagsstunden gebraucht und ist für sportliche Aktivitäten nicht mehr verfügbar. „Uns ist seit Ende April bekannt, dass die Schulsporthalle geräumt werden muss. Und immer noch warten wir auf eine verbindliche Zusage der Gemeinde, wo künftig die Trainingsgruppen untergebracht werden sollen“, sagt der VfL-Vorsitzende Alwin Hamm-Wurmehl. Der Verein fühlt sich von der Verwaltung alleingelassen, und erste Konsequenzen zeichnen sich ab. Der Aikido-Kinderkurs ist mittlerweile geschlossen, die beiden anderen Kurse wurden reduziert. Das bedauert insbesondere die Aikido-Abteilungsleiterin Helga Langohr. „Es frustriert mich, dass jetzt Schluss ein soll“, sagt sie. Von der Hallenschließung sind aber noch mehr Abteilungen betroffen. Die VfL-Geschäftsführerin Sylvia Wurmehl hat nun keine Planungssicherheit für mehrere Kurse. Sie fragt sich beispielsweise, wie in dieser ungewissen Situation gesundheitliche Präventionskurse abgerechnet werden, die von den Krankenkassen bezuschusst werden. Aber nicht nur: „Yoga kommt bei uns gut an, und wir wollten daraus eine Dauereinrichtung machen. Jetzt steht dahinter ein großes Fragezeichen“, sagt Wurmehl. Wenn sie in mehreren Abteilungen keine verlässlichen Kurse anbieten könne, befürchte sie einen massiven Mitgliederschwund. Einige der VfL- und TuS-Gruppen trainieren derzeit in anderen Räumen, etwa im Bürgerhaus „Neuer Hof“ oder in der alten TuS-Sporthalle. Eine dauerhafte Lösung ist das aber nicht. Die soll im September gefunden werden, wenn der neue Belegungsplan der Rehbachhalle erstellt wird. Daran will der TuS-Vorsitzende Hauke Jahn allerdings nicht so recht glauben. „Wie soll das gehen, wenn die Halle schon jetzt so belegt ist, dass zusätzliche Trainingsräume in Limburgerhof angemietet werden müssen?“, fragt er. Zumal die Lage im Winter noch angespannter sei, wenn zusätzlich die Fußballer die Rehbachhalle nutzen. Das weiß natürlich auch Ortsbürgermeister Gerhard Frey (parteilos), und er räumt ein, noch keine befriedigende Lösung gefunden zu haben. Er habe bereits angefragt, ob das Kontingent an gemieteten Räumen in der Rudolf-Wihr-Schule nochmals erhöht werden kann. „Wir müssen mit den Vereinen auch im Gespräch bleiben. Sie müssen sich optimieren, indem beispielsweise kleinere Trainingsgruppen die Rehbachhalle gleichzeitig nutzen“, sagt Frey.