Rhein-Pfalz Kreis Kein Geld fürs Gotteshaus

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Dannstadt-Schauernheim. Die protestantische Gemeinde möchte einen barrierefreien Zugang mit Vorplatz zu ihrer Kirche in Dannstadt bauen. Das wird voraussichtlich 160.000 Euro kosten. Einen Zuschuss dafür hat der Gemeinderat Dannstadt-Schauernheim in der Sitzung am Dienstag abgelehnt. Ein Grund: Es könnten Begehrlichkeiten geweckt werden.

Als Hauptgrund für das Vorhaben nennt Pfarrer Peter Maier die Lage des jetzigen Haupteingangs. Der befinde sich 1,40 Meter über dem Niveau der Kirchenstraße und könne nur über eine Treppe erreicht werden. Gehbehinderte Menschen gelangten nur mit großer Mühe beziehungsweise nicht ohne fremde Hilfe zum Eingang. Ein Hindernis, das auch im Hinblick auf die steigende Anzahl älterer Menschen beseitigt werden sollte, meinte der Pfarrer. Auf diese Weise werde jedem der Besuch von Gottesdiensten, Konzerten und damit das Erleben von Gemeinschaft ermöglicht, argumentierte Maier im Zuschussantrag weiter, den er schriftlich einreicht hatte. Entstehen soll der barrierefreie Zugang demnach an der Nordseite der Kirche, wo es bereits einen Eingang gibt. Dabei würde auch der Denkmalpflege Rechnung getragen: „Hier ist der Zugang sowohl vom Gemeindehaus als auch von der Kirchenstraße her mit geringen optischen und bautechnischen Eingriffen in das Bestehende möglich“, schreibt der Pfarrer. Nach dem Umbau soll das Nordportal von den Kirchenbesuchern als gemeinsamer neuer Haupteingang genutzt werden. Auf dem angedachten Vorplatz können die Besucher dann ohne Gefahr verweilen. Das gegenwärtige Hauptportal führt fast direkt auf die Straße. Damit der Vorplatz auch außerhalb von Veranstaltungen zum Verweilen einlädt und zu einem Treffpunkt werden kann, sollen Sitzbänke aufgestellt werden. Wegen der hohen Kosten soll das Projekt nach Maiers Angaben in zwei Bauabschnitten umgesetzt werden. Ortsbürgermeister Bernd Fey (CDU) wies darauf hin, dass es für einen Zuschuss keine rechtliche Grundlage gibt. Marc Hauck (FDP) erinnerte daran, dass die Gemeinde seinerzeit die Arbeiten an der Melanchthonkirche im Ortsteil Schauernheim ebenfalls nicht finanziell unterstützt habe. „Wir könnten aber vielleicht eine Bank für den Vorplatz spenden“, schlug der Liberale vor. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Dissinger erinnerte daran, dass in den vergangenen 30 Jahren die Ortsgemeinde lediglich Arbeiten an Pfarrheimen und Kindergärten bezuschusst habe, da diese auch von gesellschaftlichem Nutzen seien. Das nun geplante Projekt betreffe aber allein den kirchlichen Bereich. „Und da wurde von uns noch nie etwas gegeben“, sagte er. Genehmige der Rat den Zuschuss, mache er ein neues Fass auf, das sich die Kommune nicht leisten könne. Außerdem gebe die Landeskirche für solche Vorhaben hohe Zuschüsse. Jens Naumann (CDU) riet der Kirchengemeinde, beim Land doch einen Zuschuss zu beantragen. Da es um einen barrierefreien Zugang gehe, stünden dort vielleicht Fördermittel zur Verfügung. (mamü)

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